Horst : Friedlicher Protest gegen Isolation der Migranten

Mit Begeisterung verfolgt, Theatervorführung an den Zäunen der Horster Einrichtung.
Mit Begeisterung verfolgt, Theatervorführung an den Zäunen der Horster Einrichtung.

Flüchtlingsinitiativen aus Hamburg und Mecklenburg finden Horster „Lager“ weiterhin extrem ungeeignet

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18. Juni 2018, 05:00 Uhr

Ungewöhnliches tat sich am Sonnabend direkt vor der Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Statt Abgeschiedenheit und Stille herrschte plötzlich viel Trubel, gab es zahlreiche Stände und mobile Büros. Eine Theatergruppe spielte direkt am Zaun, es gab Spielangebote für die Kinder und einiges mehr. Etliche Bewohner der Einrichtung waren aus dem abgezäunten Objekt gekommen zur Unterhaltung, zur Zerstreuung aber auch zur Information. Denn die Aktion sollte alles andere als ein normales Volksfest sein. Die bunte Welt, die da vor dem Horster Zaun ausgebreitet wurde, war eine Kundgebung gegen „Ausgrenzung und Isolation“. Veranstaltet mit u.a. von Mitgliedern des Hamburger Flüchtlingsrates, aber auch des Landesjugendrings MV, der Schweriner Flüchtlingshilfe sowie der Initiative „Pro Bleiberecht“, um nur einige zu nennen.

Es ging gegen die Einrichtung in Horst, die seit vielen Jahren zu einem nicht unerheblichen Teil vom Hamburger Senat mit genutzt wird als Wohnort für die Erstaufnahme. Flüchtlinge dürften nicht isoliert werden, wie es in Horst tagtäglich geschehe, beschrieb Franz Forsmann vom Flüchtlingsrat Hamburg die Motivation für die recht aufwändig gestaltete Aktion. Die Flüchtlinge sollten nicht an einen einsamen Ort, wie es Horst eben sei, abgeschoben werden, sondern in Hamburg bleiben. Leider sei der Senat da uneinsichtig. Wie viele Plätze in Horst tatsächlich von den Hamburgern belegt werde, sei leider nicht genau bekannt. Schätzungen sprechen von 100 bis 300.

„Wir haben hier vor Ort große Probleme, eine wirksame Hilfe und Beratung anzubieten. Wir finden kaum Rechtsanwälte und im Bedarfsfall auch zu wenige Ärzte in der Region“, so Forsmann.

Beratung in rechtlichen Angelegenheiten war dann auch am Sonnabend zu bekommen. Auch außerhalb von Protestkundgebungen bieten die Flüchtlingshelfer einmal in der Woche in Horst Beratungen an, vor der Einrichtung. Auch hier wurde beklagt, dass die Behörde eher behindere als helfe.

Uneingeweihte werden am Sonnabend von der einige Stunden dauernden Aktion nichts mitbekommen haben. Dafür liegt Horst als früherer Standort der Grenztruppen zu abgelegen. Die Boizenburger Polizei hatte mit der bunten Prostestaktion von Anfang bis zum Ende überhaupt keine Sorgen und konnte sich auf das Beobachten und Absichern beschränken.

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