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Hagenower Kreisblatt

18. November 2017 | 18:59 Uhr

Hagenow : Freiraum für selbstständige Kinder

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Ob Bastelatelier oder Kuschelraum – Seit diesem Schuljahr dürfen sich Hortkinder der Kita Matroschka frei entfalten / Zur Freude der Eltern

svz.de von
erstellt am 04.Dez.2015 | 00:30 Uhr

Sie schneiden, kleben und malen voller Eifer in ihrem neuen Bastelatelier. Seit Anfang des Schuljahres können die Hortkinder in der Kita Matroschka in Hagenow frei wählen, in welchem Themenraum sie sich nach der Schule austoben wollen. Für Jonas, Philipp, Jasmin, Viktoria und Franz ist klar, dass sie an diesem Nachmittag noch die letzten Stücke für den Weihnachtsbasar verschönern, der heute von 13 bis 15.30 Uhr in der Galerie am Klunk viele kreative Geschenke unters Volk bringen soll.

„Die Kinder können sich jetzt frei entfalten“, schwärmt Mutter Ines Wiezorrek vom neuen offenen Konzept. Ihr Sohn geht jetzt in die dritte Klasse der Stadtschule. Und ihm gefalle es so gut, dass er am liebsten immer noch länger im Hort bleiben möchte. Das Gruppenübergreifende, die Großen und Kleinen zusammen, auch das sei positiv. „Sie sind viel selbstständiger und auch gelassener geworden“, wirft Mutter Manuela Techentin-Saß ein. Es sei schön, dass die Kinder entscheiden können, ob sie in die Kuschelecke oder ins Bastelatelier, ins Bistro oder den Hausaufgaben- und Computerraum gehen wollen.

Die Eltern verstehen das Konzept als Chance für ihre Kleinen. „Wir waren offen dafür und hatten keine Angst vor Neuem“, sagt Mutter Susan Wallschläger. Was ihr gut gefällt: Die Kinder werden mit einbezogen, „die Erzieher trauen ihnen was zu“.

Dass Kinder und Eltern das offene Konzept, das laut Kinderförderungsgesetz schon länger gefordert wird, so gut annehmen, überrascht die Kita-Mitarbeiter. „Wir haben lange überlegt, wie wir es umsetzen und wie es am besten funktionieren könnte“, sagt Ricarda Wojak, stellvertretende Kita-Leiterin. Fest stand schnell, dass die Schüler der ersten und zweiten Klassen weiter in der Schule betreut und langsam an die offene Arbeit herangeführt werden sollen. „Sie hängen noch sehr an ihren Erziehern und brauchen eine Bezugsperson“, erklärt Ricarda Wojak. Die Dritt- und Viertklässler gehen selbstständig in den Hort, machen unter Aufsicht gruppenweise Hausaufgaben und beschäftigen sich in einem der alten Gruppenräume, die jetzt nach den Wünschen der Kinder umgestaltet worden sind.

Eines wollen die Erzieher aber noch ändern: Die Kinder brauchen einen intimen Rückzugsort, um Wünsche oder Sorgen äußern zu können. „Wir sehen diese Bedürfnisse“, sagt Ricarda Wojak. Deshalb soll es nach den Februar-Ferien einen Gruppentag pro Woche mit einer Bezugsperson geben. Für das Zusammengehörigkeitsgefühl und um Geburtstage zu feiern. „Das brauchen die Kinder“ – neben all den Freiheiten im Snoozle- oder Technikraum, Bistro oder Bastelatelier.

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