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Arbeiten im Forst : Forstpferd „Otto“ zieht den Pflug durch das Unterholz

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Forstamt Radelübbe setzt im Revier Lassahn auf die schonende Naturverjüngung der Buchenbestände

svz.de von
erstellt am 08.Sep.2014 | 16:55 Uhr

Buchenholz für den heimischen Kamin steht immer mehr in der Gunst der Verbraucher. Im Revier Lassahn des Forstamtes Radelübbe sorgen heute noch Forstpferd „Otto“ und die beiden Forstleute Burghard Hinz und Helmut Wilke für einen natürlichen Holznachschub.

Buchen-Naturverjüngung heißt das Zauberwort, das nach Informationen von Revierförster Heiko Berkhauer eine Jahrhunderte lange Tradition in der Forstwirtschaft hat.

„Es ist die Zeit der Ernte. Doch nicht nur auf den Feldern und in den Gärten reifen die Früchte, sondern auch bei uns im Wald. Die meisten Menschen denken dann aber nur an Pilze und an Holz. Aber die Waldbäume tragen auch Früchte, wie die Buche oder die Eiche. Und da die Bestände in meinem Revier sehr unterschiedlich alt sind, ist es immer erforderlich, den Wald zu verjüngen“, erzählt Revierförster Berkhauer im SVZ-Gespräch, während er seinen Geländewagen in einen Buchenwald, der sich im Testorfer Holz befindet, steuert. Die majestätischen Bäume hier sind bis zu 150 Jahre alt und bieten unter ihrer großen Krone Licht und Platz für viele kleine Buchen.

Und das ist der Bereich, wo das Forstpferd „Otto“ mit seiner einen Pferdestärke den Pflug durch den Waldboden zieht. „Wir benötigen nämlich für die Naturvermehrung der Buchen den Mineralboden zum Keimen. Der gibt den Bucheckern, den Früchten der Buchen, die erforderlichen Bedingungen“, erzählt der Revierförster weiter. Der Effekt der Naturvermehrung ist simpel. Die Buchen produzieren Früchte, die Bucheckern, die, wenn sie reif sind, auf den Waldboden fallen. Die Mannschaft aus dem Forstamt mit Burghard Hinz, Helmut Wilke und Forstpferd „Otto“ sorgt nun für die besten Bedingungen für die Bucheckern. Der Waldboden wird mit dem Pflug bis zum Mineralboden aufgerissen, die Bucheckern fallen in dieses Saatbett und beginnen, wenn alles funktioniert, zu keimen. In einem weiteren Arbeitsschritt kommt noch einmal ein Pferd zum Einsatz, das mit einer Egge den Boden wieder verschließt.

„Die Buchen-Naturverjüngung erfolgt bei mir im Revier auf einer kleinen Fläche von rund 1,44 Hektar. Der Einsatz des Pferdes hat den Vorteil, dass die Bodenverdichtung im Vergleich zur maschinellen Bearbeitung wesentlich geringer ist. Außerdem befinden wir uns im Bereich der Biosphäre, was natürlich ganz andere Ansprüche an die Bewirtschaftung stellt“, sagt der Förster weiter.

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