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Hagenower Kreisblatt

22. Oktober 2017 | 08:44 Uhr

Schildfeld : Förster haben niemals Zeit

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Jörg Stübe, Leiter des Forstamtes Schildfeld und Chef von 22 Mitarbeitern, feiert heute sein 20-jähriges Dienstjubiläum

svz.de von
erstellt am 25.Jan.2017 | 05:00 Uhr

„Im Winter ist die Haupteinschlagzeit“, erklärt Forstamtsleiter Jörg Stübe auf die Frage, wann im Jahr denn Förster so am meisten zu tun haben. „Wegen der Saftruhe der Laubbäume.“ Aber eigentlich  langweilen er und seine 22 Mitarbeiter vom Forstamt Schildfeld sich während des gesamten Jahreskreislaufes niemals. „Unsere drei Hauptaufgaben sind die Bewirtschaftung des eigenen Waldes, die Durchsetzung des Waldgesetzes und vor allem Beratung und Dienstleistungen für private bzw. kommunale Waldbesitzer“, erläutert der 54-Jährige.

Bereits seit 20  Jahren macht er diesen  Job, am 1. Februar 1997 übernahm er die  Leitung des  Forstamtes auf dem denkmalgeschützten Hof in Schildfeld. Gefeiert wird mit einem kleinen Empfang für die Mitarbeiter aber schon am heutigen Mittwoch, weil Jörg Stübe heute auch noch Geburtstag hat. „Eigentlich sollte ich die Leitung nur kommissarisch für drei Monate übernehmen“, schmunzelt der Forstmann. Aus den drei Monaten wurden zwei Jahrzehnte. „Am Anfang haben hier noch 64 Mitarbeiter  gearbeitet“, erinnert sich Jörg Stübe, der  mit seinen damals 34 Jahren noch sehr jung für diese Position war. Doch 42 Mitarbeiter mussten 1998 gehen, genau wie 432 weitere zumeist Forstwirte  in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Diese Zahl weiß Stübe, der selbst gelernter Forstwirt ist, deshalb so genau, weil er in dem Jahr zwischen dem Ende seines Studiums und der Übernahme der Leitung in Schildfeld  bei der Forstdirektion MV an der Aufstellung eines Sozialplanes für den Stellenabbau beteiligt war. „Letzten Endes haben wir nur einem Forstwirt kündigen müssen, glaube ich“, meint der Förster. Alle anderen seien im Rahmen einer Vorruhestandsreglung oder  freiwillig  gegangen. „Natürlich gelockt mit Geld ...“

Seit dieser Zeit ist jedenfalls viel passiert.  Vor allem ging viel Wald aus dem  Besitz des ehemaligen Arbeiter- und Bauernstaates DDR im Rahmen des Gesetzes zur Privatisierung landwirtschaftlicher Flächen in private Hände über. Auch wenn heute mit 13600 Hektar mehr Wald zum Forstamt Schildfeld gehört, wird mit 5200 Hektar nur noch eine kleinere Fläche als vor 20 Jahren von Stübes Leuten bewirtschaftet. „Als ich begann, gehörten 9700 Hektar zu Schildfeld, davon haben wir 7600 Hektar selbst bearbeitet“, so der Forstamtsleiter. Allerdings bieten er und seiner Mitarbeiter den externen Waldbesitzern als Dienstleistung ebenfalls die Bewirtschaftung ihrer Waldflächen. „Es gibt viele kleine Waldeigentümer. Das lohnt sich wirtschaftlich nicht wirklich, aber die finden es einfach toll, ihr eigenes Waldstück zu besitzen und dort ihr Brennholz zu schlagen.  Viele von den großen Eigentümern wissen dafür noch nicht einmal, wo ihr Wald liegt“, sagt der Mann, dem der Wald sehr am Herzen liegt und der sogar eine Menge von Baumhoroskopen hält.

120 Waldbesitzer haben sich derzeit in der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Schildfeld zusammen getan, 5800 Hektar Wald gehören ihnen. So gebe es bessere Bearbeitungs- und Absatzmöglichkeiten für das Holz, weiß Jörg Stübe. „Eines der neuesten Mitglieder ist übrigens die Stadt Boizenburg“, erzählt er weiter. Der Elbestadt gehören große Waldflächen.

Die Gründung der FBG vor 15 Jahren ist eine Sache, auf die Jörg Stübe stolz ist, wenn  er auf  seine bisherige Amtszeit zurück blickt. Aber auch die Gründung des Vereins „Wald in unserer Landschaft“ hat er  angeschoben. Der Verein ist in der Umweltbildung aktiv und baute den großen Pferdestall auf dem Forsthof für Ausstellungen, Versammlungen und Feste aus und errichtete auch den Schilde-Erlebnissteg. Der Aufbau der Bearbeitung von Wildfleisch und eines Hofladens in der Scheune war ebenfalls ein großes Projekt der vergangenen Jahre, ebenso die Etablierung des sehr beliebten Adventsmarktes. „Das habe ich nicht allein geschafft, sondern nur zusammen mit meinen tollen Mitarbeitern“, betont Jörg Stübe.

Für die  hat sich in den letzten Jahren auch noch etwas wichtiges verändert. Seit zwei Jahren dürfen sie nicht mehr ihre Hunde mit ins Büro nehmen. Nun bellen die Vierbeiner während der Arbeitszeit im Zwinger auf dem Hof.

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