"Fine Food" investiert 20 Millionen in neues Werk : Fördermillionen für Investor in Wittenburg

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) wird von Mitinhaber Paul Sprehe (r.) überaus freundlich vor dem neuen Wittenburger Werk begrüßt. Fotos: Pohle
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Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) wird von Mitinhaber Paul Sprehe (r.) überaus freundlich vor dem neuen Wittenburger Werk begrüßt. Fotos: Pohle

Sie waren 1991 die ersten, die mit einer neuen Ansiedlung nach Wittenburg kamen. Jetzt baut die Sprehe-Gruppe unter dem hier bekannteren Namen "Fine Food" ein komplett neues Werk und will bereits im Oktober einziehen.

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12. Juli 2012, 08:23 Uhr

Wittenburg | Sie waren 1991 die ersten, die mit einer neuen Ansiedlung nach Wittenburg kamen. Jetzt baut die Sprehe-Gruppe unter dem hier bekannteren Namen "Fine Food" ein komplett neues Werk und will bereits im Oktober einziehen. Für das 20 Millionen Euro teure Investitionsvorhaben gab es gestern gut drei Millionen Euro Fördermittel vom Land, symbolisch überbracht von Wirtschaftsminister Harry Glawe.

Der sieht das Fördergeld gut investiert, denn im Zuge der Produktionsaufnahme soll die Zahl der Mitarbeiter von derzeit 56 auf gut 120 steigen. Paul Sprehe, Mitinhaber, sah beim gestrigen Termin sogar noch weiteres Potential nach oben. Zur Sprehe-Gruppe gehören gut 2500 Mitarbeiter in deutschlandweit elf Standdorten. Das neue Werk in Wittenburg wird vor allem in Sachen Technologie und Sauberkeit ein Vorzeigestück.

In der neuen Betriebsstätte sollen ab 1. Oktober so genannte Convenience-Produkte auf der Basis von Hähnchen-, Truthahn- und Schweinefleisch sowie fleischlose, also vegetarische Produkte, hergestellt werden. Das zu verarbeitende Fleisch soll zum Großteil aus eigenen Schlachtereien bezogen werden, um damit den Verbrauchern mehr Sicherheit in Punkto Kontrolle und Fleischqualität zu vermitteln. Die Feinkostprodukte sind gewürzt, gegart und damit küchenfertig. Sie können kalt oder nach Erwärmung im Backofen bzw. in der Mikrowelle direkt verzehrt werden. Die vegetarischen Produkte, beispielsweise Pfannkuchen, Sojaschnitzel und Sojanuggets, werden auf Getreidebasis hergestellt.

Lebensmittelproduzent beliefert alle Ketten

Zu den Kunden des Wittenburger Werkes gehören so gut wie alle wichtigen Ketten des Lebensmitteleinzelhandels. Trotz des neuen Trends zu Fertigprodukten ist man bei Sprehe dennoch stolz darauf, dass auch der Anteil der Frischeprodukte jenseits der 50 Prozent liegt. Dieses Sortiment wird auch in Wittenburg eine große Rolle spielen, genau wie die nach wie vor nicht zu unterschätzende Tiefkühlkost.

Paul Sprehe, dem die Unternehmensgruppe zusammen mit seinem Bruder Albert gehört, stimmt gestern ein Loblied auf die Wittenburger Belegschaft. Diese leiste seit Jahren ungewöhnlich gute Arbeit, man könne sich auf die Mitarbeiter extrem gut verlassen. Er könne das angesichts der elf Standorte gut vergleichen. Die Produktion soll ab Oktober schrittweise hochgefahren, in der letzten Ausbaustufe sollen dann 75 Tonnen pro Tag verarbeitet werden können.

Das neue Werk am Südring entsteht in Sichtweite zur bisherigen Produktionsstätte am Südring in Rufweite zur Autobahn. Die alte Fabrik gehört inzwischen Dr. Oetker und damit zur geplanten Erweiterungsfläche des Pizzagiganten. Die Bielefelder sind in den vergangenen Monaten extrem fair mit "Fine Food" umgegangen und haben den Pachtvertrag immer wieder verlängert. "Wir hätten unsere Leute sonst für ein paar Monate freisetzen müssen, bis das neue Werk steht", bedankte sich Paul Sprehe beim großen Nachbarn. Das Grundstücksgeschäft ist Teil eines größeren Deals, bei dem Dr. Oetker seine langfristige Erweiterungsperspektive bekam. Der Stromzählerproduzent EMH ging in den Megapark und "Fine Food" konnte am Südring neu bauen. Der ist nun komplett belegt, so dass sich Wittenburg nun ernsthaft Gedanken um neue Gewerbeflächen macht. Erste Ideen dafür gibt es bereits auf der anderen Seite der Autobahn.

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