Neues Vorhaben im Blick : Förder-Millionen für Pizza-Zentrum in Wittenburg

Vor der Fördermittelübergabe: Minister Harry Glawe (re.) , Otto Clüsener im Gespräch mit Werkleiter Dr. Detlef Förster (vorn.)
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Vor der Fördermittelübergabe: Minister Harry Glawe (re.) , Otto Clüsener im Gespräch mit Werkleiter Dr. Detlef Förster (vorn.)

Wirtschaftsministerium gibt 2,5 Millionen für „Oetker-Technonolgiezentrum 4U“ Baubeginn des 17-Millionen Projektes für Anfang 2015 geplant

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14. Juli 2014, 17:37 Uhr

Angekündigt hatte der Pizzahersteller Oetker sein neues Technologiezentrum schon länger, gestern wurde es mit der Fördermittelübergabe durch den Wirtschaftsminister Harry Glawe konkreter. Ab Juli 2016 sollen in dem neuen Komplex, der am Südring gebaut wird, Teams aus der ganzen Welt zusammen mit einer Wittenburger Stammbelegschaft die Ideen für neue Produkte schnell in den großtechnischen Maßstab umsetzen. Und das gestaffelt nach den Anforderungen in den einzelnen Ländern. Den Pizza ist nicht gleich Pizza, auch die Rohstoffe dafür können weltweit verschieden ausfallen. Und so war der Satz von Otto Clüsener, Mitglied der Geschäftsführung des Dr. Oetker-Konzerns, „von hier aus werden wir unsere Technologie in die Welt tragen“, durchaus ernst gemeint.

Wobei mit der Welt vor allem die verschiedenen Produktionsstätten des Lebensmittelkonzerns gemeint sind. Neben den beiden großen deutschen Pizza-Standorten Wittenburg und Wittlich gibt es auch eine Fabrik in Kanada, in Südafrika, im brasilianischen San Paulo, in England oder Australien und China. Die Ideen und das nötige Marketing werden weiterhin von der Zentrale in Bielefeld kommen, die technische Umsetzung erfolgt in Wittenburg, bestätigte auch Dr. Detlef Förster, der Wittenburger Werkleiter. Förster, der eigentlich Tierarzt ist, hat nicht unerheblichen Anteil daran, dass Wittenburg den Zuschlag für das Zentrum bekam. Das kostet 11 Millionen Euro für den Baukörper, der optisch den norddeutschen Bautraditionen angepasst werden soll. Zusammen mit der nötigen Ausrüstung kommen dann die angekündigten 17 Millionen zusammen, von denen das Land MV nun 2,5 Millionen übernimmt. Der Leiter des mit Absicht auch international „4U“ benannten Zentrums wurde gestern auch vorgestellt. Es ist der 39-jährige Jan Sylvester, der sich als Aufbauleiter im kanadischen Werk bewährt hat, Wittenburg soll nun seine neue Bewährungsprobe werden.

Auch wenn sich die Zahl der neuen Arbeitsplätze mit fünf im Rahmen hält, würdigten alle Beteiligten gestern den Vorbildeffekt des neuen Zentrums für die Region. Denn die in Sachen Pizzaherstellung sehr erfahrene Wittenburger Belegschaft wird in die Arbeit des Forschungszentrums ständig mit einbezogen. Dr. Förster: „Als wir 1992 hier anfingen, wurde uns geholfen, jetzt können wir unser Wissen an andere weitergeben.“ Schnelligkeit ist dabei Trumpf, denn die Geschmäcker und damit die Kundenwünsche ändern sich schnell.

Der Bau des neuen Zentrums ist nur ein Teil der neuen Investitionswelle bei Dr. Oetker. In den vergangenen Wochen wurde gerade im Sozialbereich einiges getan, die alte Gebäude waren für die große Belegschaft nicht mehr ausgelegt. Jetzt haben sich die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten schon deutlich verbessert. Aktuell sind in der auf Pizzaprodukte spezialisierten Fabrik 930 Frauen und Männer beschäftigt. Begonnen hatte alles 1992 mit gerade einmal 70 Beschäftigten, inzwischen gibt es allein 12 Produktionsschichten. An vielen Linien wird dreischichtig gearbeitet, pro Jahr verlassen in Wittenburg 200 Millionen Pizzen die Bänder. Sie werden weltweit exportiert. Trotz der vielen Arbeit sind die Mitarbeiter besonders treu, wie Dr. Förster berichtete. Eine Fluktuation gäbe es so gut wie nicht.

Sowohl Otto Clüsener als auch Werkleiter Dr. Detlef Förster, schlossen gestern die nächsten Erweiterungsschritte am Standort nicht aus. Für konkrete Angaben sei es aber noch viel zu früh. Die Stadt Wittenburg will es ihrem größten Produzenten vor Ort auch in Zukunft leichter machen zu wachsen. Bürgermeisterin Dr. Margret Seemann kündigte gestern an, dass man alle Bebauungspläne auf den zahlreichen Grundstücken von Dr. Oetker am Südring vereinheitlichen werden, um Baumaßnahmen schnell möglich zu machen.

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