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Hagenower Kreisblatt

17. November 2017 | 20:36 Uhr

Zarrentin : Flagge zeigen für Natur und Umwelt

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

BUND-Gruppe „Schaalseeregion“ mit 20 Mitstreitern in Zarrentin gegründet Vernetzung mit Gleichgesinnten bereits geplant

von
erstellt am 26.Jul.2017 | 05:00 Uhr

„Unter großem persönlichen Einsatz sorgen die rund 3800 ehrenamtlichen Mitglieder der Orts- und Kreisgruppen in M-V dafür,   Natur zu schützen und Lebensqualität zu bewahren. Wir haben einen kontinuierlichen Zulauf, das Interesse, mitzugestalten, wächst“, sagt Thomas Blaudszun. Der 49-Jährige ist einer von zwei stellvertretenden Landesvorsitzenden des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland, allgemein bekannt als BUND. Seit zehn Jahren engagiert sich der gebürtige Osnabrücker in dieser gesellschaftlich treibenden Kraft für eine nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung, die bundesweit über  550 000 Mitglieder  zählt. Seit kurzem gehören auch 20 Frauen und Männer aus Zarrentin und Umgebung dazu. Sie haben sich im Hotel Wohler als  BUND-Gruppe „Schaalseeregion“ gegründet. Als eine von bundesweit rund 2000 Gruppen, in MeckPomm sind es derzeit 25 Regional- und Ortsgruppen, die vor Ort  direkt  die Themen anpacken. Sei es die Pflege von Naturschutzflächen, die Mobilisierung gegen Massentierhaltung oder vielfältigste Aufklärungsarbeit.

„Naturschutz beginnt in den Köpfen“, ist sich Blaudszun sicher. Er selbst sei seit fast zehn Jahren ehrenamtlich in dem Umweltverband tätig, sagt er, der einst ein BUND-Getreuer wurde, als sich in Lübtheen der geplante Braunkohletageabbau wie ein Gespenst über die Landschaft gelegt hatte. „Der Erfolg unserer Arbeit hängt immer davon ab, ob wir Leute vor Ort haben“, erklärt Blaudszun weiter im SVZ-Gespräch. Deshalb sei die Freude besonders groß, nun auch am Schaalsee über Mitstreiter zu verfügen, die von Peter Krausse angeleitet würden. „Die Gruppe hat sich eine ganze Menge vorgenommen“, betont Blaudszun, der als Rechtsanwalt in Hagenow arbeitet. Dass der BUND ein Verbandsklagerecht bei Umweltbelangen habe, lässt Blaudszun auch nicht unerwähnt.

Die neue Truppe „Schaalseeregion“ werde sich unter anderem gegen die geplante Abholzung eines Waldes im Bebauungsplan Nr. 19 der Stadt Zarrentin und gegen die Errichtung von Großmastanlagen einsetzen, zählt Blaudszun auf.  Sie werde sich für eine Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs, beispielsweise durch einen Busanschluss zum Bahnhof Büchen,  und für die Entwicklung eines attraktiven Radverkehrsnetzes in der Schaalseeregion engagieren, erläutert Blaudszun im redaktionellen Gespräch.  Weitere geplante Arbeitsschwerpunkte seien die Ökologische Landwirtschaft, der Schutz der Bienen und Alleen sowie der Gewässerschutz, damit einhergehend die Verringerung der Überdüngung und die dadurch verursachte Eutrophierung der Gewässer. Um gemeinsame Ziele besser durchzusetzen, sei eine enge Zusammenarbeit sowie  Vernetzung mit den in der Schaalseeregion in Schleswig-Holstein ansässigen BUND-Gruppen geplant. Dann spricht Thomas Blaudszun über das ehemalige Sperrgebiet, das viele wertvolle Lebensräume vereine. Auch heute noch. Denn bis 1990 teilte die innerdeutsche Grenze den Schaalsee. Heute liegt er sowohl in Holstein, als auch in Mecklenburg. Jahrzehntelang profitierte die Natur von dieser Abgeschiedenheit. „Die Natur konnte sich entlang dieses ehemaligen Grenzstreifens nahezu unberührt entwickeln und entfalten. Sie für nach uns kommende Generationen zu  erhalten, dafür sind wir angetreten“, führt Blaudszun aus, dem die Arbeit im Ehrenamt  Spaß mache, wie er gegenüber der Redaktion verrät.

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