Fischräuber im Visier der Polizei

Fischer Lutz Hartwig ist bei Diana Rehbohm seit letztem Jahr angestellt. Er hat die letzten Fischräubereien, Diebstähle und Sachbeschädigungen an den Netzen und Reusen festgestellt. Fotos: Thorsten Meier
Fischer Lutz Hartwig ist bei Diana Rehbohm seit letztem Jahr angestellt. Er hat die letzten Fischräubereien, Diebstähle und Sachbeschädigungen an den Netzen und Reusen festgestellt. Fotos: Thorsten Meier

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13. Mai 2013, 06:13 Uhr

Zarrentin | An manchen Tagen könnte Fischerin Diana Rehbohm verzweifeln. Und zwar immer dann, wenn sich zwielichtige Gestalten im Schutz der Dämmerung auf dem Schaalsee tummeln, um sich zu holen, was nicht Lohn ihrer Arbeit ist.

"Sobald und so lange Reusen im Wasser stehen, ist Fischdiebstahl bei uns leider auch ein Thema", sagt die 42-Jährige, die seit 2010 die Binnenfischerei am Schaalsee betreibt. "Es werden Aalsack sowie Großreusen gehoben und entleert, wie es vom 23. bis 26. April am Lassahner See geschehen ist. Der oder die Täter haben hauptsächlich Hecht gestohlen. Das bedeutet für mich mehrere hundert Euro Schaden, von der unbezahlten Arbeit ganz abgesehen", berichtet die junge Frau frustriert. Auf der Wasserfläche vor Schaliß hätten Unbekannte in der Zeit vom 30. April bis 2. Mai von einem dort ausgebrachten etwa 120 Meter langen Stellnetz sechs orangefarbene Bojen abgeschnitten.

Netze in erheblichem Maße auch durch Blinker beschädigt

"Außerdem wurden die Netze in erheblichem Maße durch Blinker und anderes Geschirr beschädigt, weil der Sicherheitsabstand von mindestens 50 Metern offensichtlich nicht eingehalten worden ist. Dabei belehre ich jeden darüber, der bei uns eine Angel-Tageskarte kauft. Die Besitzer von Jahreskarten wissen es ohnehin", so die Schaalsee-Fischerin. Sie möchte nichts weiter, als dass sich alle, die auf dem Schaalsee angeln, an die Vorschriften hielten. Auch im letzten Jahr seien viele ihrer Netze beschädigt, Reusen gehoben, geleert oder abgeschnitten worden. "Fischwilderei und Sachbeschädigungen nehmen zu. Doch meine Familie und ich leben von der Fischerei, also muss ich auch Netze stellen und Reusen ausbringen. Im Frühjahr ist Hecht- und Barschzeit, jede Fischart hat ihre Saison, dann muss ich sie fangen", betont Diana Rehbohm. Das Setzen von Großreusen dauere Stunden, ebenso das Flicken der Netze im Winter.

"Das ist mit einem enormen Arbeitsaufwand verbunden. Von dem, was wir aus dem Schaalsee holen, kann man schon lange nicht mehr alleine leben." Desweiteren kündigt Diana Rehbohm gegenüber der SVZ ein konsequenteres Vorgehen gegen all diejenigen an, bei denen Verstöße gegen die Vorschriften festgestellt würden. Das könne den Verlust der Seekarte oder der Angelerlaubnis bedeuten. "Eine Strafanzeige wird in jedem Fall erstattet."

Die Polizei will das schändliche Tun der Fischräuber, Diebe und Vandalen auch nicht länger hinnehmen. "Das, was dort am Schaalsee passiert, sind keine Kavaliersdelikte, sondern handfeste Straftaten, die auf jeden Fall zur Anzeige gebracht werden, sollten wir der Täter habhaft werden", erklärt Uwe König von der zuständigen Polizeistation in Zarrentin. "Wir werden ab sofort gemeinsam mit den Rangern des Biosphärenreservates, die haben nämlich ein Boot auf dem See, verstärkt Streifen fahren. Auch hoffen wir auf Hinweise von den Anglern, denn sie sind unsere Verbündeten. Sie bekommen viel mit, wer beispielsweise Reusen und Netze leert, in Bootshäuser einsteigt oder andere Straftaten am Wasser begeht", so der Polizeihauptkommissar weiter. Man nehme die noch unbekannten Täter nun verstärkt ins Polizeivisier, verspricht der Stationsbeamte. Auch ein Gespräch mit dem Vorstand des Angelvereins solle folgen, um auf das immer größer werdende Problem aufmerksam zu machen und um eine Mitarbeit bei den Petrijüngern zu bitten.

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