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Verunreinigungen in Gothmann : Fische treiben apathisch in der Sude

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So etwas haben Bernd Kowal und Frank Ahlers lange nicht gesehen: Hunderte Jungfische treiben apathisch an der Wasseroberfläche der Sude, im Mahlbusen am Schöpfwerk in Gothmann.

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erstellt am 17.Nov.2011 | 06:41 Uhr

Gothmann | So etwas haben Bernd Kowal und Frank Ahlers lange nicht gesehen: Hunderte Jungfische treiben apathisch an der Wasseroberfläche der Sude, im Mahlbusen am Schöpfwerk in Gothmann. Einige verendet. "Einen benommenen Karpfen habe ich schon mit dem Kescher rübergesetzt", sagte Bernd Kowal. Der Angler entdeckte die jungen Plötze, Bratzen, Alande, Barsche und Hechte, die sich bereits "in der letzten Stufe bei Sauerstoffmangel befinden - der Notatmung", so Kowal. "Die kämpfen um ihr Leben." Er informierte deshalb sofort den Fischereiaufseher des ehemaligen Landkreises Ludwigslust, Frank Ahlers, der wiederum die Wasserschutzpolizei, das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) und den Fachdienst Gewässerschutz des Landkreises verständigte.

Solche Bilder kenne Frank Ahlers lediglich von großen Hochwassern, wie zuletzt 2002, oder aus heißen Sommern. "Aber bei dieser Witterung?" Wenn es nicht so kalt und windig wäre, wären längst mehr Tiere verendet, ergänzte Bernd Kowal. Das letzte Mal habe es dort vor drei Jahren so ausgesehen, sagte Frank Ahlers. "Und jetzt schon wieder. Dabei hatte sich das Gewässer gerade erst etwas erholt."

Ein süßlicher Geruch lag in der Luft. Die beiden Männer haben eine Vermutung, was den Sauerstoffmangel ausgelöst haben könnte - die Einleitung von Verunreinigungen in die Sude.

"Wir wollen jetzt herausfinden, was die Ursache sein kann", sagte Hermann Burmester vom StALU. Eine Einleitung direkt oder indirekt über die Felder könnte zwar der Grund sein, so Burmester. Er schätzt aber eher, dass der Sauerstoffmangel durch zu wenig Regen in den letzten Wochen und dem folglich zu geringen Zufluss an frischem Wasser ausgelöst wurde. In Absprache mit dem Fachdienst Gewässerschutz in Ludwigslust werde deshalb auch keine Wasserprobe genommen. Dieses aufwändige Verfahren stehe in keinem Verhältnis zum Ausmaß vor Ort.

"Uns ist mehr geholfen, wenn wir versuchen, wieder Sauerstoff in den Mahlbusen zu bekommen", sagte Hermann Burmester. Als erstes öffnete er deshalb die Schotten des Schöpfwerks. Das habe schon einen Tag später die Situation verbessert. "Es waren weniger Jungfische an der Oberfläche und sie zeigten Fluchtreflexe." Da der Pegel im Mahlbusen dadurch aber schon 20 Zentimeter gesunken und kein neuer Regen in Sicht sei, habe er die Schotten wieder etwas runterlassen müssen. Der StALU-Mitarbeiter und die Beamten der Wasserschutzpolizei werden dort jetzt verstärkt die Lage kontrollieren. Hermann Burmester hat zudem die Feuerwehr Boizenburg angesprochen, ob vielleicht schon morgen durch einen künstlich ausgelösten Regen der Mahlbusen mit Sauerstoff angereichert werden könnte.

Bernd Kowal hingegen bleibt bei seiner Vermutung und sorgt sich deshalb weiter um den Zustand des Gewässers. "Es könnten Schadstoffe zurückbleiben - im Wasser und im Fisch."

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