Fachkräftebedarf : Firmen mit Herz für Familie gesucht

Reges Interesse zeigten die Firmenvertreter an den Bewerbungsformularen für das Familiensiegel. Fotos: Horst Kamke
Reges Interesse zeigten die Firmenvertreter an den Bewerbungsformularen für das Familiensiegel. Fotos: Horst Kamke

Wirtschaftsförderungsgesellschaft Südwestmecklenburg präsentiert Familiensiegel / Standortvorteil für Fachkräfte

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04. März 2015, 15:18 Uhr

Ludwigslust-Parchim soll zu einem Landkreis mit familienfreundlicher Unternehmenskultur werden. Federführend auf diesem Weg ist die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Südwestmecklenburg. „Um den Bedarf an Fachkräften zu decken, wollen wir alle verfügbaren Potenziale heben.“ Dazu gehöre auch die Gruppe der in Teilzeit arbeitenden Eltern, erklärte Geschäftsführerin Berit Steinberg im Parchimer Solitär-Gebäude vor zahlreichen Firmenvertretern bei der Präsentation eines Zertifikats namens „Familiensiegel“.

Langfristig sei es für Unternehmen unabdingbar, ein familienfreundliches Arbeitsklima zu schaffen. „Nur so kann dem Geburtenrückgang entgegen gewirkt werden.“ Schon heute nämlich, so Steinberg, liege das Durchschnittsalter im Landkreis mit 45,5 Jahren um mehr als drei Prozent höher als bundesweit. Der Anteil der Älteren im Landkreis werde 2030 mit mehr als 40 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt von dann 35,5 Prozent liegen. „Kein Unternehmen wird deshalb umhin kommen, familienfreundliche Arbeitsmodelle anzubieten, wenn es gute Fachkräfte binden oder gewinnen möchte.“

Die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben sei ein wichtiger Bestandteil eines zufriedenen Lebens. „91 Prozent der jungen Beschäftigten mit Kindern sehen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als eben so wichtig an wie das Gehalt.“ Eine zufriedene Belegschaft danke es mit weniger Fluktuation und geringem Krankenstand, weiß Berit Steinberg. Von besonderem Interesse seien Angebote für Teilzeitbeschäftigte oder für Arbeitnehmer, die Familienangehörige pflegen. Deshalb sei das Siegel kreiert worden – „ein Zertifikat, das als Aushängeschild ein familienfreundliches Unternehmens deutlich erkennen lässt“. Das Siegel werde zuerst für drei Jahre und danach für fünf Jahre vergeben. Die Kriterien seien an das Projekt „Erfolgsfaktor Familie“ des Bundes-Sozialministeriums angeglichen. Aufgrund der erreichten Punktzahl entscheide letztlich eine Jury über die Vergabe des Familiensiegels. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft werde die Unternehmen auf dem Weg zur Familienfreundlichkeit mit Workshops unterstützen, kündigte die Geschäftsführerin an. Personalleiterin Andrea Harneid (Artesan Pharma, Lüchow-Dannenberg) berichtete von den Erfahrungen, die ihr Unternehmen mit der Einführung eines Familiensiegels sammelte. Im Drei-Schichten-Betrieb fertigen 210 Mitarbeiter täglich 23 Millionen Tabletten und erzielen einen jährlichen Umsatz von 34 Millionen Euro. Zur Personalführung sei ein eigenes Leitbild entwickelt worden, das auf moralischen Werten wie Vertrauen, Fairness und Loyalität, Respekt, Vorbild und Eigenverantwortung basiere. Ein ganzes Bündel von Maßnahmen wie Gesundheitsförderung, Job-Rotation, Coaching, gezielte Weiterbildung oder individuelle Arbeitszeiten sorgen für Zufriedenheit in der Belegschaft.

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