Zukunft der Feuerwehrzentralen : Feuerwehrzentralen im Land: Thema bleibt heiß

Die Zukunft für Dargelütz Übung des Gefahrgutzuges Ost des Landkreises Ludwigslust-Parchim in Dargelütz
Die Zukunft für Dargelütz Übung des Gefahrgutzuges Ost des Landkreises Ludwigslust-Parchim in Dargelütz

Die Pläne zur Zukunft der Feuerwehrzentralen im Landkreis Ludwigslust-Parchim erhitzen die Gemüter. Keine Vollversammlung der Wehren zum Thema. Keine Vollversammlung der Wehren zum Thema.

svz.de von
31. Mai 2017, 08:00 Uhr

Sie sind so etwas wie die Knotenpunkte der Feuerwehren im Landkreis: Dargelütz bei Parchim und Hagenow bündeln Löschtechnik und Ausbildung. Was aus beiden Standorten wird, erhitzt die Gemüter der Kameraden seit Monaten und wird morgen auf der politischen Bühne den Kreistag zum Glühen bringen. Im Vorfeld erhobene Forderungen, das Thema von der Tagesordnung zu nehmen, erteilen SPD und Linke eine Absage, die CDU will mehr Zeit für die Diskussion.

Von den insgesamt zehn Varianten favorisiert der Verbandsausschuss des Kreisfeuerwehrverbandes mit Mehrheit  diese (2.1, siehe Hintergrund): Die Ausbildung soll an beiden Standorten bleiben. Die nötigen technischen Prüfungen der Geräte werden in Hagenow konzentriert. 

Um die Wege der Feuerwehren zum Tausch von Schläuchen, Pressluftatem-Geräten oder Atemschutzmasken zu verkürzen, sollen bis zu zehn Tauschräume geschaffen werden. Auch Verbrauchsgegenstände wie Ölbinde- und Schaummittel stehen dort bereit. Jedes Amt und jede amtsfreie Gemeinde kann demnach einen Tauschraum einrichten, die Kosten pro Raum betragen 91 000 Euro. Dargelütz bleibt nach diesem Konzept übrigens Haupt-Tauschraum.

Hinter den Kulissen rumorte es nach der Empfehlung kräftig. Etliche Wehrführer fordern angesichts einer so weitreichenden Entscheidung eine Vollversammlung und deshalb einen Aufschub der Entscheidung. CDU-Fraktionschef Wolfgang Waldmüller unterstützt sie: „Wir sehen, dass es noch erheblichen Diskussionsbedarf innerhalb der Feuerwehren gibt. Eine zu frühe Entscheidung des Kreistags würde zum Politikum. Lassen wir ihnen doch die Zeit für den Abstimmungsprozess.“

Die Linken-Fraktion hat  lange diskutiert, die Spitze des Kreisfeuerwehrverbands eingeladen, ebenso den Kämmerer und den zuständigen Fachdienstleiter. Fraktionschef Wolfgang Bohnstedt: „Wir sehen das Votum des Verbandsausschusses als Empfehlung und Kompromissvorschlag. Uns geht es um eine zügige Lösung für die Feuerwehren mit der alle leben können. Ein Neubau würde sieben Jahre brauchen. Mit dem favorisierten Vorschlag gäbe es auch in Dargelütz Investitionen.“

SPD-Fraktionschefin Margret Seemann will die sachliche wie objektive Diskussion zu diesem Thema abwarten. „Wir  werden auf eine Abstimmung im Kreistag drängen. Die Zweckmäßigkeit und die Kostenkontrolle sind entscheidende Kriterien. Welche Belastung kommt auf die Kameraden zu, erhöht sich die Kreisumlage und steigen die Kosten für die Kommunen? Fragen, die sorgfältig geprüft und genauestens abgewogen werden müssen. Der Verbandsausschuss hat die Variante 2.1 favorisiert. Auch wir wollen die Ausbildung an beiden Standorten.“

Landrat Rolf Christiansen (SPD) möchte das Thema auf der Tagesordnung behalten, sieht es als Chance, „die Varianten sachlich zu diskutieren und sich darüber auszutauschen.“ Zielstellung sei eine Entscheidung. Christiansen: „Ich möchte die Emotionen aus dem Thema bekommen. Die Kernfrage ist: Was dient der Feuerwehr?“

Die Diskussionen  in Feuerwehrkreisen verlaufen nicht unbedingt entlang der bekannten Altkreis-Frontlinien (Stimmen im Kasten). So tauchen auch Widersprüche auf. In den Beschlussvorlagen wird die Variante 2.0 (Technische Prüfung nur in Hagenow) kritisiert: „Allerdings würde diese Variante zwangsweise zu einer Verschlechterung des Prüfgrades der Ausstattung der Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis führen. Ein Umstand, der mit der Sicherheit der ehrenamtlichen Kameradinnen und Kameraden spielt und daher nicht akzeptabel ist.“ Das müsste dann auch für die favorisierte Variante 2.1 gelten. Denn auch sie sieht die Konzentration der technischen Prüfung auf einen Standort vor.

Die zehn Varianten

  • Variante 0: Angleichung des technischen und baulichen Standards des Standortes Dargelütz an Hagenow.
  • Variante 1: Kauf und Umbau des Objektes in Neuhof (ehemals Bundessortenamt) unter gleichzeitiger Aufgabe des Standortes Dargelütz.
  • Variante 2: Erhaltung des Standortes Dargelütz als Ausbildungsstandort und Verlagerung der technischen Prüfung nach Hagenow.
  • Variante 2.0: Ausbildung an beiden Standorten, Konzentration technische Prüfung in Hagenow.
  • Variante 2.1: Ausbildung an beiden Standorten, Konzentration der technischen Prüfungen in Hagenow, kreisweites System an Tauschstationen.
  • Variante 2.2: Ausbildung an beiden Standorten, Konzentration der technischen Prüfungen in Hagenow, kreisweites System an Tauschstationen, FTZ wird mobil.
  • Variante 3: Aufgabe beider Altstandorte, Neubau einer FTZ am zentralen Ort im Landkreis.
  • Variante 3.0: Alleinige technische Prüfung und Ausbildung am neuen Standort.
  • Variante 3.1: Neubau einer FTZ am zentralen Ort im Landkreis mit kreisweiten System an Tauschräumen.
  • Variante 3.2: Neubau einer FTZ am zentralen Ort im Landkreis mit kreisweiten System an Tauschräumen, mobile FTZ (Werkstattwagen).
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