Wittenburg : Feuerwehrchef nun auch arbeitslos

Seinen Dienst bei der Wittenburger Feuerwehr darf Stefan Schwarz (Mitte) immerhin noch ausüben. Nun hat ihm sein Arbeitgeber, ein städtisches Unternehmen, ganz plötzlich Ende Mai den Job gekündigt.
Seinen Dienst bei der Wittenburger Feuerwehr darf Stefan Schwarz (Mitte) immerhin noch ausüben. Nun hat ihm sein Arbeitgeber, ein städtisches Unternehmen, ganz plötzlich Ende Mai den Job gekündigt.

Wehrführer Stefan Schwarz bisher bei städtischem Unternehmen beschäftigt. Geschäftsführer: keine Einflussnahme durch die Kommune

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02. Juni 2017, 05:00 Uhr

Für den örtlichen Feuerwehrchef  Stefan Schwarz kommt es nun hammerhart: Nicht nur, dass gegen den  Ortswehrführer und ersten Vize-Gemeindewehrführer von Wittenburg sowie  stellvertretenden Amtswehrführer derzeit ein von der Stadtvertretung eingeleitetes Abberufungsverfahren läuft (wir berichteten); nun bekam der 37-Jährige obendrein auch noch vom städtischen Arbeitgeber die Kündigung ausgesprochen. Im Urlaub habe ihn das Schreiben erreicht, berichtet Schwarz fassungslos. Die Wittenburger Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft mbH ist der Absender. Er sähe es als eine Art Vorverurteilung, sagt Schwarz. 

Der zeitnahe Vorgang werfe bei ihm keine Fragen auf, merkt Geschäftsführer Jan Zimmer auf SVZ-Nachfrage an. Er selbst hatte auf der vorletzten Stadtvertretung im April noch auf den Zuschauersitzen in der zweiten Reihe der Sitzung aufmerksam beigewohnt. Weil dieser Vorgang doch recht einzigartig sei, wie er damals gegenüber der Redaktion sagte. „Personalangelegenheiten sind ausschließlich Sache des Geschäftsführers. Die Stadt Wittenburg hat darauf keinen Einfluss genommen“, betont Zimmer, der seit 23 Jahren das Amt inne hat. In all dieser Zeit  habe sich die Kommune niemals eingemischt.  „Ich alleine habe die Entscheidung gefällt. Die Gründe dafür gehören nicht in die Öffentlichkeit“, so Zimmer leicht genervt weiter am Telefon.

Der von der Beendigung seines Arbeitsverhältnisses doch recht überraschte Stefan Schwarz hat bereits angekündigt, sich gegen die in seinen Augen „haltlose Kündigung und fingierten Vorwürfe“  mit allen ihm verfügbaren Mitteln zur Wehr zu setzen. Warum gegen ihn überhaupt ein Abberufungsverfahren eingeleitet worden sei, wäre ihm heute immer noch völlig schleierhaft, äußert er sich gegenüber der Zeitung. Die Fraktionen der SPD, CDU, Körchower Wählergemeinschaft und Aktive Bürgerinitiative Werbering hatten es mit einer Gegenstimme der Linken auf den Weg gebracht. Zunehmend Kritik an der Aufgabenwahrnehmung sowie der Unmut und die Vorwürfe einiger Kameraden  seien Auslöser des Verfahrens gewesen, so die offizielle Stellungnahme.  Von einer dauerhaften Störung des Vertrauensverhältnisses zum Dienstvorgesetzten war die Rede. „Es grummelt schon seit längerem, Ende letzten Jahres wurden die ersten Vorwürfe laut. So soll er Kameraden zwangsweise beurlaubt haben“, sagt Bürgermeisterin Margret Seemann Ende April über Stefan Schwarz. Die Vorwürfe zu klären und sie zu 100 Prozent zu durchleuchten, sei aber Anliegen eines vier bis sechs Wochen andauernden Anhörungsverfahrens.

Seemann informierte am Mittwochabend das Stadtparlament  darüber, dass das eingeleitete Abberufungsverfahren im Fluss sei. „Wir wollen keine Formfehler machen“, sagt sie auf SVZ-Nachfrage.

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