Streit um Zentrale : Feuerwehr-Zentrale: Streit um Wittenburger Stimmen

Tauschschläuche in der Hagenower Zentrale.
Tauschschläuche in der Hagenower Zentrale.

Mit den 18 nicht gewerteten Stimmen aus dem Amt kippt das Votum der Wehren im gesamten Landkreis

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07. November 2017, 20:55 Uhr

Der Streit um die Zukunft der feuerwehrtechnischen Zentralen will nicht aufhören. Jetzt kriegen sich die Kameraden zum Teil selbst in die Haare. Hintergrund: 18 Stimmen aus dem Amt Wittenburg für den Erhalt beider Standorte sind nicht gewertet worden, weil das Ergebnis mit den Unterschriften der Wehrführer nicht vorlag. Mit den Stimmen Wittenburgs würde aber das Votum in Richtung des Erhalts beider Standorte kippen, denn es gab ja nur 115 Ja-Stimmen für den zentralen Neubau. Jetzt wären es 116 Stimmen für den Erhalt beider Standorte. Der Vorwurf gegen Kreiswehrführer Uwe Pulss: Er sei in den Kreisausschuss wissentlich mit einem falschen Votum gegangen.

Pulss wies die Vorwürfe gestern ziemlich genervt zurück: „Wir haben im Verbandsausschuss klar vereinbart, dass es Beratungen geben soll und wir das Votum schriftlich brauchen, mit den Unterschriften der Wehrführer. Das haben alle hinbekommen, nur Wittenburg nicht.“

Stefan Schwarz, amtierender Amtswehrführer für Wittenburg, wandte sich dagegen, der Buhmann zu sein. „Ich habe das Ergebnis mündlich gemeldet, das ist nicht gewertet worden. Für uns war die Zeit einfach zu knapp.“

Schwarz erklärte aber auch, dass er die ganze Diskusion und den Streit nicht verstehe. „Es gibt eine Satzung, in der steht klar drin, dass beide Standorte erhalten werden sollen. Warum hält man sich nicht daran? Ein paar Millionen für Dargelütz, vielleicht eine Million für Hagenow, das wäre doch allemal billiger als ein Neubau.“

Uwe Pulss: „Wir als Feuerwehr entscheiden das nicht. Mir persönlich ist es völlig egal, welche Variante kommt, Hauptsache es funktioniert für alle, und wir können unsere Aufgaben erfüllen. Es ist und bleibt Sache des Kreises. Wir als Verband haben einen Vertrag, den können wir bei Bedarf auch kündigen, wenn der Zirkus hier so weitergeht. Dann muss der Landkreis diese ganzen Aufgaben in Eigenregie regeln.“

Wolfgang Bohnstedt, Kreistags-Fraktionschef der Linken gab gestern zu bedenken, dass es hier um die Stimmen eines ganzen Amtsbereichs gehe: „Der Kreisfeuerwehrverband selbst sollte ein Interesse daran haben, alle in diesen Findungsprozess mit einzubeziehen.“ Die Linke erwarte „Offenheit im Umgang untereinander zwischen Politik, Feuerwehr und Verwaltung“. Wolfgang Bohnstedt: „Uns geht es um die beste Lösung für die ehrenamtlich tätigen Kameraden.“

SPD-Fraktionschefin Dr. Margret Seemann, selbst Bürgermeisterin von Wittenburg, findet es „ärgerlich“, dass die Stimmen aus ihrem Bereich nicht zählen sollen, verweist aber darauf, dass es eine Vereinbarung mit Frist gegeben habe. Ohnehin ist für die Sozialdemokraten die Diskussion noch nicht beendet. Die einzelnen Kreistagsabgeordneten werden jetzt auf die Bürgermeister und Leitenden Verwaltungsbeamten zugehen und das Thema besprechen. Seemann: „Wir können es gut meinen und einen teuren Neubau umsetzen. Schlecht wäre aber, wenn die Gemeinden dafür bezahlen müssten und am Ende weniger Geld für ihre Feuerwehren vor Ort haben. Deshalb müssen wir alle Seiten betrachten.“

CDU-Fraktionschef Wolfgang Waldmüller zeigte sich gestern überrascht: „Wir haben von Anfang an klargestellt, dass wir unser Votum an das Ergebnis der Feuerwehrumfrage knüpfen. Deshalb ist es wichtig, dass dieses ordnungsgemäß zustande gekommen ist.“

Kommentar von Mayk Pohle: Trauerspiele

Es hätte so schön sein können: Die Wehren stimmen ab, es gibt ein klares Votum für eine Variante und der Kreistag kann dann abstimmen. Doch so kam es eben nicht. Im Prinzip ist die Lage nun genauso verworren wie vorher. Beide Varianten haben eben ihre Vorzüge.

Was wir jetzt brauchen, ist eine klare und schnelle Meinungsbildung in den Fraktionen und eine zügige Grundsatzentscheidung. Sonst geht dieser unselige Streit immer weiter  und jeder Wehrführer muss sich noch einzeln öffentlich rechtfertigen. Nicht nur der normale Bürger im Kreis  versteht diese Streitereien schon lange nicht mehr.

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