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"SimSalaBoom" Festival Menkendorf : Feuerwehr überhört fast den Alarm

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Durch den am Wochenende vorherrschenden Südwind und die Lautstärke der Technomusik, welche jeweils die ganze Nacht hindurch gespielt wurde, war es für die Einwohner von Leussow unmöglich, in den Schlaf zu gelangen.

svz.de von
erstellt am 06.Aug.2013 | 07:58 Uhr

Menkendorf | Für die einen war’s eine Super-Party, für die anderen eine Folge von Horrornächten. Es geht um das Musikfestival "SimSalaBoom" am vergangenen Wochenende am Burgwall von Menkendorf.

"Durch den am Wochenende vorherrschenden Südwind und die Lautstärke der Technomusik, welche jeweils die ganze Nacht hindurch gespielt wurde, war es für die Einwohner von Leussow unmöglich, in den Schlaf zu gelangen, geschweige, eine Nacht durchzuschlafen. Ich weiß von mindestens 20 Beschwerden aus unserer Gemeinde", berichtete gestern Leussows Bürgermeister Steffen Gladewitz. Der Burgwall liegt etwa 600 bis 700 Meter südlich von Leussow.

Die Veranstalter des Festivals hatten im Internet die Teilnahme von 63 Bands angekündigt. Und die haben laut Bürgermeister Gladewitz aus Leussow so viel Krach gemacht, dass sogar die Leussower Feuerwehr einen Einsatz fast komplett verpasst hat. "In der Nacht von Freitag zu Sonnabend war zwischen Niendorf und Grebs ein Baum umgekippt", sagt Steffen Gladewitz. "Zwar wurde die Sirene ausgelöst, doch die Musik aus Menkendorf war so laut, dass nur drei Kameraden der freiwilligen Feuerwehr das Signal der Sirene gehört haben und zum Einsatz ausgerückt sind."

Gladewitz’ Amtskollege Detlef Schranck aus Grebs sieht das Ganze gelassen. "Es war nicht schlimmer als letztes Jahr", meint Schranck, zu dessen Gemeinde Menkendorf samt Burgwall gehört. "Durch den Wind könnte vielleicht der Eindruck entstanden sein, dass die Musik zu laut war." Schranck vermutet ohnehin, dass die Leussower vielleicht nur neidisch sind. Denn immerhin ist die Gemeinde Grebs an den Einnahmen beteiligt. "Wir haben das Festival jetzt zum zweiten Mal hier, vorher fand es in Leussow statt." Schranck sagte SVZ gestern auch, er habe am Wochenende mit DRK-Angehörigen gesprochen. "Die haben mir bestätigt, dass die Leute auf dem Festival friedlich sind, sich nicht kloppen und auch nicht grölen."

Der Burgwall in Menkendorf war im Herbst 2010 als Nachbau einer historischen Trutzanlage eröffnet worden. Die Gesamtkosten für die Wiederherstellung der Anlage betrugen rund 200 000 Euro. 164 500 kamen aus Fördermitteln, 35 000 Euro steuerte die Gemeindekasse bei. Detlef Schranck: "Wir können sehr gut damit leben, wenn 1000 Besucher des Festivals zu uns kommen und dabei den Burgwall kennenlernen." Der Bürgermeister sieht das gleichzeitig als Werbung für seine Gemeinde. "Die Leute kommen aus Frankfurt, Hamburg und sonstwo zu uns." Er hat sicher nicht unrecht, wenn er davon ausgeht, dass durch Mundpropaganda zusätzliche Besucher nach Grebs kommen.

Nachbarbürgermeister Steffen Gladewitz aber fragt sich, wann die Festivalteilnehmer eigentlich geschlafen haben. "Erst gegen 8 Uhr morgens wurde es etwas leiser, um dann, kurz nach Mittag, erneut in voller Lautstärke nach Leussow hinüber zu hallen." Dabei stellt sich für Gladewitz auch die Frage, wer solche Veranstaltungen überhaupt genehmigt. "In unmittelbarer Nähe gibt es eine Reiherkolonie, dazu Tiere wie Biber und Eisvögel", sagt Gladewitz. "Vergangenes Jahr wurde hier in der Rögnitz ein Wehr umgebaut. Ein Vertreter des Umweltministeriums machte den Bauleiter damals darauf aufmerksam, dass die täglichen Arbeiten nur bis 16 Uhr durchgeführt werden können, weil sich genau gegenüber des Burgwalls in einer Niederung seltene Kröten befinden. Durch den Eingriff in die Natur sollte so wenig wie möglich passieren, hieß es damals."

Auch wenn die Leute auf dem Festival sich nicht "gekloppt" und auch nicht gegrölt haben, einige haben vielleicht nicht nur durchgehalten, weil das Programm so toll war. Polizeisprecherin Katja Herbert von der Polizeiinspektion Ludwigslust: "Wir haben sowohl während der Anfahrt zum Musikfestival am Freitag als auch bei der Abreise am Sonntag Kontrollen durchgeführt. Dabei haben unsere Beamten 20 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz festgestellt. Sechs Personen wurden wegen Fahrens unter Einfluss von Betäubungsmitteln festgestellt." Wie Katja Herbert weiter informierte, war die Polizei in Menkendorf auch mit zwei Diensthundeführern im Einsatz.

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