Streit um Stefan Schwarz : Feuerwehr: Der Abend der Appelle

Das Bild spricht Bände: Bürgermeisterin Margret Seemann hört mit versteinerter Miene dem Grußwort von Stefan Schwarz, dem derzeitigen stellvertretenden Amtswehrführer, zu.  Fotos: Mayk Pohle
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Das Bild spricht Bände: Bürgermeisterin Margret Seemann hört mit versteinerter Miene dem Grußwort von Stefan Schwarz, dem derzeitigen stellvertretenden Amtswehrführer, zu. Fotos: Mayk Pohle

Denkwürdige Jahresversammlung der Wittenburger Wehr. Die Spaltung unter den Kameraden bleibt.

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08. Januar 2018, 05:00 Uhr

Der erwartete offene Schlagabtausch bei der Jahresversammlung der Wittenburger Ortswehr blieb aus. Dennoch war es eine denkwürdige Veranstaltung, ein Abend voller eindringlicher  Appelle, die vor allem von der Stadt und den Gästen kamen. Ein Ende des Streits um den Ex-Wehrchef Stefan Schwarz, der einen entschlossenen  Auftritt hatte, ist dennoch nicht in Sicht.

 Dafür sorgte schon der frühere Wehrchef selbst, der in seiner Funktion als stellv. Amtswehrführer für den Bereich Wittenburg dennoch stets präsent war und auch mit seinem späteren Grußwort für Furore sorgte.

Doch die eigentlichen Akzente des Abends setzten die Gäste. Allen voran Kreiswehrführer Uwe Pulss, der seine ganze Autorität in die Waagschale warf und die Wittenburger Kameraden dringend aufforderte, diesen ganzen Streit zu beenden. Die Chance sei jetzt da. Pulss gab dabei der Bürgermeisterin Margret Seemann Recht, die in ihrem sehr emotionalen Grußwort der Feuerwehr zwar die Hand reichte aber auch klarstellte, dass am Ende sie als Bürgermeisterin mit der Verwaltung und der ganzen Stadtvertretung Herr im Hause sei. Auch die Wittenburger Wehr sei eben kein normaler Verein mit einer eigenen Rechtspersönlichkeit.

Ein dringender Aufruf an alle, mit den vermeintlich ausgemachten Gegnern respektvoll  umzugehen, kam vom Pastor Martin Waack. Viele, so meinte er, seien damit offenkundig überfordert. Mit den öffentlichen Beschimpfungen, die meist über soziale Medien erfolgten, müsse Schluss sein.

Richtig bitter wurde es als selbst Mathias Grunert, Wehrführer aus dem sächsischen Sohland (nahe Bautzen) berichtete, dass die Wittenburger Wehr inzwischen auch in Sachsen ob ihres Streits berühmt geworden sei.  Die beiden Wehren, Sohland und Wittenburg, verbindet eine Freundschaft. Ähnliches berichteten auch die Kameraden der Möllner Wehr, die mit Wittenburg eine lange Partnerschaft haben. Man habe das, was passiert sei, mit Sorge vernommen.

Die große Mehrheit der fast 60 anwesenden Mitglieder der Wehr hörte meist schweigend zu. Diskussionen und Wortmeldungen gab es keine.

Dafür die Rede von Stefan Schwarz. Er sprach kurz von politischen Machenschaften, die Wahrheit werde noch ans Licht kommen und  er wäre nicht Stefan Schwarz, wenn er das auf sich sitzen ließe. Im Klartext,  es wird juristisch geurteilt, ob der Wittenburger seinen Posten und Mitgliedschaft wiederbekommt.   Auf die Mehrheit in der Wehr, die 81  aktive Mitglieder hat, kann sich der von der Stadtvertretung Herausgeworfene auch weiterhin verlassen. Das ließ sich zum einen an den Reaktionen absehen, zum anderen bei den Wahlen neuer Mitglieder. Hier gab es zum Teil Gegenstimmen und Enthaltungen, doch die Mehrheit stand. Allerdings musste die Abstimmung wiederholt waren, weil ausgerechnet die vier Kameraden, die vor Tagen ausgeschlossen worden waren, plötzlich mitstimmten. Die Wiederholung sorgte dann für einige Unruhe.

Trotz allen Streites gab es auch versöhnliche Worte. Sogar von der Bürgermeisterin, die bei allem Dagegenhalten auch immer wieder über ihren Schatten sprang und sich gleich mehrfach bei allen Feuerwehrleuten für deren Einsätze bedankte. „Sie sind ein Stein des Gebäudes Wittenburg, wir sind auf ihren Einsatz als Feuerwehr im Sinne der Sicherheit aller Bürger angewiesen. Ich hoffe sehr, dass wir in Zukunft sachlich und zielorientiert arbeiten können.“

Vor den Grußworten hatte es für die Lob für die Wittenburger Ortswehr gegeben, die im vergangenen Jahr auf beachtliche 158 Einsätze kam. Umgerechnet in Stunden waren das 1298,05, die die Wehrleute für die Öffentlichkeit im Einsatz waren. Dazu kamen die Dienste in der Wache, viele Lehrgänge, Ausbildungen Wettkämpfe und nicht zuletzt eine gute Jugendarbeit. All das war eigentlich Schwerpunkt der Jahreshauptversammlung, die vom amtierenden Wehrführer  Sven Steinhauer sehr sachlich und ordentlich geführt wurde. Doch dieser Schwerpunkt ging angesichts des Streits dann doch unter.

Nach der Sitzung gingen die Diskussionen munter weiter. Jetzt warten alle auf das nächsten Treffen der Amtswehr, wo es auch um die zweite Absetzung von Stefan Schwarz als stellv. Amtswehrführer gehen wird. Die Auseinandersetzungen gehen weiter.

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