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Hagenower Kreisblatt

12. Dezember 2017 | 11:32 Uhr

Wittenburg : Feiern für einen guten Zweck

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

„Fachärzte am Markt“ organisieren erstes Oktoberfest zugunsten der Deutschen Krebshilfe in Wittenburg / Fachärzte haben hohen Bedarf

svz.de von
erstellt am 28.Sep.2014 | 21:57 Uhr

Dass nicht nur Allgemeinärzte, sondern auch Fachärzte in der Fläche benötigt werden, beweist die Gemeinschaftspraxis „Fachärzte Am Markt“ in Wittenburg. Das einjährige Bestehen wurde nun mit dem ersten Oktoberfest auf dem Marktplatz in der Motelstadt gefeiert.

„Aus der anfänglichen Hausarzt-Praxis ist ein Konstrukt aus HNO-Arzt, Allgemeinarzt, Augenarzt, Diabetologin und Psychotherapeutin geworden“, sagt Arne Dippel, Hals-Nasen-Ohrenarzt bei den Fachärzten. Er ist meist zwischen zwei und drei Tagen in Wittenburg, arbeitet auch noch in Hamburg.

Eine Kardiologin sowie ein Kinder-Kardiologe solle die „Fachärzte am Markt“ künftig verstärken, nennt er weitere Pläne. Zusammen mit Praxismanagerin Christina Schulz und weiteren Mitstreitern wurde das Oktoberfest in nur einem Monat auf die Beine gestellt. Dass die beiden für die Deutsche Krebshilfe sammeln, ist für sie selbstverständlich. Beide haben im näheren Familienumfeld Menschen durch Krebs verloren und wollen deshalb über das Thema informieren.

„Wir wollen die Menschen auch sensibilisieren, regelmäßig zur Vorsorge zu gehen“, nennt Christina Schulz einen Grund. Ihnen soll mit dieser Aktion auch bewusst gemacht werden, selbst vorzusorgen, dass beispielsweise Frauen des Öfteren ihre Brust abtasten. Auch trockener Husten ohne Auswurf ist verdächtig, nennt sie mögliche Krankheitshinweise.

Ihre Veranstaltung, bei der auch Teilnehmer der Tanzschule „Dream Dancer“ auftreten, scheint bei den Besuchern anzukommen. „Es ist gut, dass überhaupt etwas gemacht wird“, sagt Horst Wieck zum Oktoberfest. Gut finde er auch, dass ein Teil der Einnahmen zugunsten der Deutschen Krebshilfe gespendet werden. „Dieses Thema könnte uns alle irgendwann mal betreffen“, sagt Horst Wieck. Und Doris Soeteweer findet generell gut, dass auf auf dem Marktplatz etwas los war.

„Wir wollen uns auch bei der Stadtvertretung bedanken, dass sie uns entgegen gekommen ist, so dass wir nicht allzu hohe Gebühren für die Platznutzung zahlen mussten“, sagt Christine Schulz.

Dass ein Bedarf bei den „Fachärzten am Markt“ besteht, zeigt unter anderem der volle Terminkalender der Kollegen. „Die Psychotherapeutin war von Anfang an ausgebucht, sie ist erst seit März dabei“, sagt Arne Dippel. Auch der Augenarzt sei von Anfang an sehr gefragt gewesen. So sehr, dass sich im Laufe der Zeit sogar ein zweiter nieder gelassen hat. Rückschläge mussten Dippel und die anderen Kollegen auch schon hinnehmen. So ist beispielsweise die Ansiedelung einer Neurologin, die sich beispielsweise um Parkinsonerkrankte kümmert, gescheitet. Ein Grund war die von einer speziellen Behörde vorgesehene Ausübung der Notfall- und Nachtdienste, bei der hoch spezialisierte Fachärzte auch Schlaganfälle oder sonstige Unfälle behandeln müssten. Eine Regelung, die nicht jeder Facharzt für tragbar hält. Laut Arne Dippel müsste hier schnellstmöglich eine Lösung gefunden werden. Denn schon die Kassenärztliche Vereinigung hat die hiesige Region als mit Fachärzten unterversorgtes Gebiet ausgewiesen. „Eigentlich kann es sich die Region nicht leisten, die Fachärzte wieder weg zu schicken“, sagt Dippel. Auch deswegen nicht, weil in gut drei Jahren ältere Kollegen in Rente gehen und dann die Not- und Nachtdienst-Versorgung zusammenbreche, warnt Dippel.

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