Manfred Römer reiste nach Washington : Feierliche Beisetzung in Arlington

Auch Manfred Römer legte eine Rose auf den Sarg mit den sterblichen Überresten des jungen Piloten.  Fotos: privat
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Auch Manfred Römer legte eine Rose auf den Sarg mit den sterblichen Überresten des jungen Piloten. Fotos: privat

Manfred Römer reiste nach Washington, um an der Beerdigung des amerikanischen Soldaten John Herb teilzunehmen

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08. Juli 2015, 07:45 Uhr

Die Geschichte, die den Rosiener Manfred Römer und den amerikanischen Flieger John William Herb, der am 13. April 1945 über dem Bohldamm abgeschossen wurde, verbindet, ist noch nicht zu Ende. Erst am Montag war Römer gebeten worden, in der Neuhauser Oberschule darüber zu berichten, wie er geforscht hatte und die sterblichen Überreste schließlich geborgen wurden (SVZ berichtete).

Mit der Teilnahme am Begräbnis auf dem Nationalfriedhof in Arlington (bei Washington) am 17. und 18. April erlebte sie aber einen Höhepunkt. „Ich bin von den Familien Herb und Hood eingeladen worden, wollte aber zuerst nicht fahren. Die Amerikaner machen so etwas ja mit allen militärischen Ehren, und ich bin für so ein „Heldengedenken“ eigentlich nicht zu haben“, so Manfred Römer. Jochen Laser, der ihm während der ganzen Recherche sehr geholfen hatte, redet ihm zu. Und da Manfred Römer in disem Jahr seinen 75. Geburtstag gefeiert hat, schenkten ihm seine Söhne die Reise.

Von amerikanischem Freund begleitet

Also ging es zunächst nach Berlin, dann von dort nach London und dann weiter nach Washington. Hier wartete Jim Goodspeed am Flughafen. Der ist inzwischen ein guter Freund und der Rosiener war froh, dass er die ganze Zeit durch Goodspeed begleitet wurde. „Jim Goodspeed habe ich in Wöbbelin kennen gelernt. Er ist Dozent an einer Highschool im Bundesstaat Michigan und ist jedes Jahr mit Austauschschülern in Wittenburg am Gymnasium. Zum Programm gehört auch immer ein Besuch der Gedenkstätte und dort kamen wir ins Gespräch. Er hat in Washington im selben Hotel wie ich gewohnt und wir haben alles gemeinsam gemacht.“

Es war heiß in Washington, immer so um 35 Grad mit einer hohen Luftfeuchtigkeit. Viel freie Zeit gab es auch nicht. Die Angehörigen von John William Herb waren zunächst dabei, als der Sarg mit den sterblichen Überresten am Flughafen ankam. Dann gab es am 17. Juni eine Trauerfeier im privaten Rahmen und am Tag darauf die Beisetzung mit allen militärischen Ehren.

John Herb war der einzige Sohn seiner Eltern und nicht verheiratet. Er war Absolvent der privaten Militärakademie „Riverside“ und wurde im Krieg mehrfach ausgezeichnet. Die Familienmitglieder waren demnach Nachkommen von Geschwistern der Eltern von John Herb. Nur ein Verwandter hatte ihn persönlich gekannt. Wally Hood, der mit seiner Frau Irma gekommen war, war ein Cousin und doch um einiges jünger als der junge Soldat. „Es waren aber immerhin etwa 20 Angehörige nach Washington gekommen. Auch zwei Veteranen aus der Einheit von Herb , 94 und 96 Jahre alt, waren gekommen. “

Über Motivation und Hergang berichtet

Während der privaten Gedenkfeier erhielt Manfred Römer die Gelegenheit, darüber zu berichten, wie er dazu kam, die Geschichte von John Herb zu erforschen. Auch über seine Motivation konnte er sprechen. Am Tag darauf erlebte er nun die Begräbniszeremonie auf dem Friedhof in Arlington mit. Eine Ehrengarde zog auf, ein hoher Militäroffizier hielt die Trauerrede, es wurde Salut geschossen und nach einer genauen Abfolge die amerikanische Flagge, die den Sarg bedeckt hatte, zusammengefaltet und einer Angehörigen übergeben. Mit dabei waren Reporter der Washington Post und der ABC-News, die Römer danach noch interviewten.

Auf der Facebook-Seite von ABC-News wurde der Beitrag 462  616 Mal aufgerufen. Es gab auch einen Artikel in der englischen Times und in mehreren Zeitungen in Asien und Osteuropa, die den Beitrag des deutschen dpa-Journalisten Chris Melzer abdruckten. Dass die Geschichte so große Kreise zieht, damit hat Manfred Römer im Leben nicht gerechnet. Es hat aber auch dazu geführt, dass er viele, interessante Menschen kennen gelernt hat und das mit einigen von ihnen Freundschaften entstanden sind. „Der Tod von John William Herb, den man auch mit Fug und Recht einen Heldentod nennen kann , war einer der unzähligen Bausteine zur Wiedergeburt eines freien und demokratischen Deutschlands“ so Manfred Römer abschließend.

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