Vellahn : Fast alle gegen einen

Sitzung der Vellahner Gemeindevertretung im Atrium der Schule, die Geschlossenheit, die dieses Bild vom Montag vermittelt, täuscht gewaltig.
Sitzung der Vellahner Gemeindevertretung im Atrium der Schule, die Geschlossenheit, die dieses Bild vom Montag vermittelt, täuscht gewaltig.

Faktischer Misstrauensantrag von elf Gemeindevertretern gegen Bürgermeister Ulrich Stein / Streit über Amtsführung schwelt weiter

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30. September 2015, 08:13 Uhr

Der seit Wochen schwelende Konflikt zwischen der übergroßen Mehrheit der Vellahner Gemeindevertreter und dem Bürgermeister Ulrich Stein ist auf der jüngsten Gemeindevertretung offen ausgebrochen. Höhepunkt der Auseinandersetzung war der Beschluss über Satzungsänderungen, der angenommen wurde. Mit diesen Vorhaben wollen elf Gemeindevertreter Ulrich Stein de facto und nachhaltig entmachten. Die geplanten Änderungen gehen sogar soweit, dass sie an die Aufwandsentschädigung des Bürgermeisters wollen.

Hintergrund der zum ersten Mal relativ offen ausgetragenen Auseinandersetzung ist ein offenbar massiv gestörtes Vertrauensverhältnis zum Bürgermeister und dessen angeblich autoritärer Amtsführung.

Ulrich Stein kennt diese Vorwürfe, hält sie für falsch und hat bis zuletzt gehofft, die Angelegenheiten sachlich klären zu können. Das wird nach der Sitzung vom Montag Abend jedoch kaum noch möglich sein. Wie stark die Gegenmacht ist wurde schon zu Beginn der Sitzung demonstriert, als die schon beschriebene Mehrheit der Gemeindevertreter wichtige Punkte einfach von der Tagesordnung nahm. Zum Beispiel den über den Bauhof. An diesem Thema hat sich letztendlich der Streit entzündet. Im Kern der sehr emotional geführten Diskussion geht es darum, wieviel Einfluss die Gemeinde auf die drei Mitarbeiter des Bauhofes hat. Dem Bürgermeister wird dabei unterstellt, er wolle alles über Zarrentin zentralisieren, was er heftig bestreitet. Inzwischen wollen die meisten über dieses Thema gar nicht mehr reden, sondern nur noch die Entscheidungsbefugnisse des Bürgermeisters begrenzen.

Der sieht sich völlig zu Unrecht an den Pranger gestellt und will auch über einen Rücktritt nicht nachdenken.

Erst wolle er die großen Projekte, die in der Gemeinde angeschoben wurden, noch zu Ende bringen. Doch selbst das wird schwierig, weil sich die Gemeindevertreter jetzt per Beschluss auch den Zugriff auf die Vergabe wichtiger Bauvorhaben sichern wollen. Ob das auch gelingt, ist nicht sicher. In der Sitzung der Gemeindevertretung machte Ulrich Stein gute Miene zum Spiel. Ihm zur Seite steht eigentlich nur noch sein Stellvertreter Christian Nagel.

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