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Zahrensdorf : „Falten“ am Wahrzeichen geglättet

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Sanierung des Ostgiebels der Zahrensdorfer Kirche ist fast abgeschlossen / Förderverein möchte mit Engagement etwas für Gemeinde tun

von
erstellt am 17.Sep.2014 | 16:23 Uhr

Wer derzeit durch Zahrensdorf auf der B5 aus Dersenow kommend fährt, kann von der Kirche nicht viel sehen. Der Kirchturm ist eingerüstet, das Kirchturmdach komplett verhüllt. „Es wurde der Ostgiebel der Kirche saniert“, sagt Reiner Führ, Mitglied im Förderverein zur Erhaltung der Dorfkirche Zahrensdorf. Der Förderverein hatte die Sanierung angeschoben.

Denn die Restaurierung wurde dringend nötig. Schon seit Jahren litt der Ostgiebel an der Kirche unter eindringender Nässe. Besonders das Regenwasser ist über Spalten im Gestein sowie sehr maroden Sparren, also Balken vom Dachgestühl, eingedrungen. „Die Steine  wurden alle rausgenommen, abgeputzt und wieder neu eingemauert“, erläutert Reiner Führ. Die Maurerarbeiten seien fast abgeschlossen, nur die neue Sparren müssen noch angebracht werden, fügt Führ hinzu. Alle Arbeiten werden im Einklang mit dem Denkmalschutz ausgeführt. 

Er steht gemeinsam mit Angret Hase und ihrem Ehemann Ewald sowie Hannelore Sondermann vor dem eingerüsteten Kirchturm. Die drei sind ebenfalls Mitglieder im Förderverein, haben von Anfang an Erneuerungsarbeiten im Gotteshaus mit angeschoben und dabei mitgemacht. „Im November 2004 wurde der Förderverein gegründet“, erläutert Angret Hase. 

Vor einigen Jahren klopften sie beispielsweise den Putz im Innenraum der Kirche von den Wänden. Schritt für Schritt  saniert der Förderverein die Kirche, hat beispielsweise die Tür des Kirchturms erneuern und drei Stützpfeiler reparieren lassen. „Wir wollen mit der Pflege der Kirche auch etwas für die Gemeinde tun“, sagt Angret Hase. Und die Nachwelt solle auch etwas davon haben, fügt Reiner Führ hinzu. Zudem ginge es in ihrem Verein sehr gesellig zu, man habe nämlich viel Gesprächsstoff, sagt Hannelore Sondermann. „Die Kirche ist einfach ortsprägend, sie ist ein Wahrzeichen“, ergänzt  Ewald Hase. Die derzeitige Ostgiebel-Sanierung kostet 25 000 Euro. Geld, dass der Verein durch eigene Anstrengungen, aber auch durch die Unterstützung eines Stifters aus Hamburg, dem Kirchenpatronat, dem Verein „Dorfkirchen in Not“  sowie der Kirchgemeinden erhalten hat. 

Der Förderverein nimmt aber nicht nur regelmäßig Sanierungsmaßnahmen in Angriff, sondern hat im Laufe der Jahre auch viel über das Alter und die Bauweise des Gotteshauses herausgefunden. So haben unter anderem dendrologische Untersuchungen eines Balkens  des Turmraums ergeben, dass der aus den Jahren um 1390 stammt. Bei dendrologischen Untersuchungen werden Proben aus dem verbauten Holz genommen,  um so Rückschlüsse auf das Alter des Holzes und somit des gesamten Bauwerkes ziehen zu können.  

Weil der Balken im Turmraum  von 1390 stammt, nehmen die Vereinsmitglieder an, dass das Kirchengebäude noch um einige Jahre älter sein muss. „Es ist eine reine Feldsteinkirche, eine der ältesten in Mecklenburg-Vorpommern“, erläutert Hannelore Sondermann. Zu dem Gebäude gehört ebenfalls noch ein Choranbau, der später hinzu kam.  Im Laufe der Jahrhunderte nagten Wind und Wetter so stark an Kirchturm und Chor, dass beides schon 1968 abgerissen werden sollte. 

„Aber der damalige Kirchgemeinderat machte sich stark für das Gotteshaus, so dass die Landeskirche 38 000 Mark für die Sanierung  zur Verfügung stellte“, erzählt Angret Hase. Wichtigste Erneuerung damals: Statt eines Spitz- wurde ein Walmdach gebaut.  Aus heutiger Sicht eine weniger gute Entscheidung – durch ein Gutachten wurde festgestellt, dass die Schwingungen des Glockenläutens auf den Dachstuhl „drücken“ und so  Schäden verursachen. Eine Zukunftsvision des Vereins lautet deshalb, den Kirchturm komplett sanieren zu lassen.

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