Boizenburg : Falsche Stromanbieter unterwegs

Spontan geschlossene Verträge an der Haustür sind nicht nur unseriös, sondern können auch teuer werden.
Spontan geschlossene Verträge an der Haustür sind nicht nur unseriös, sondern können auch teuer werden.

Versorgungsbetriebe Elbe GmbH warnt vor angeblichen Mitarbeitern, die sich unter einem Vorwand Zutritt zu Häusern verschaffen

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05. Dezember 2017, 20:45 Uhr

„Guten Tag, wir kommen von ihrem Stromanbieter und möchten ihren Zähler ablesen“ – wer mit diesem Satz begrüßt wird, sobald er die Tür öffnet, sollte derzeit auf der Hut sein. Denn die Versorgungsbetriebe Elbe GmbH warnen vor angeblichen Mitarbeitern der „Stadtwerke“, „Versorgungsbetriebe“ oder „Stadtbetriebe“, die derzeit in Boizenburg und der Umgebung unterwegs sind. Unter einem Vorwand würden sie versuchen, sich Zutritt zum Haus oder der Wohnung zu verschaffen. Würden dann jedoch versuchen, dem Betroffenen einen Vertrag anzudrehen.

Vor etwa einer Woche wurden die Versorgungsbetriebe Elbe GmbH auf die dreisten Betrüger aufmerksam gemacht. „Soweit wir wissen, sind wohl am Wochenende des 25. und 26. Novembers, zwei oder drei Personen durch Boizenburg gelaufen und haben sich als Mitarbeiter von uns ausgegeben“, erzählt Denis Recknagel, Vertriebsleiter der Versorgungsbetriebe Elbe GmbH. Die Anwohner hätten jedoch schnell reagiert und auf der Boizenburg-Seite bei Facebook vor den Betrügern gewarnt. Nichtsdestoweniger seien den Versorgungsbetrieben etwa zehn Fälle bekannt, in denen vor allem Boizenburger auf die Betrugsmasche hereingefallen sind und Haustürverträge abgeschlossen haben. Betroffene sollten von ihrem 14-tägigen Widerrufsrecht Gebrauch machen und sich mit ihrem Versorger bzw. der Polizei in Verbindung setzen.

„Prinzipiell sind an der Haustür geschlossene Geschäfte und Verträge unseriös“, warnt auch Martin Lehmann, stellvertretender Dienststellenleiter der Polizei Boizenburg. „Grundsätzlich ist es so – wenn ich einen Versorger habe, dann werden mir Preis- oder Vertragsänderungen immer postalisch mitgeteilt und nicht in einem Aug-zu-Aug-Gespräch an der Tür“, so Lehmann weiter.

Das bestätigt auch Christian Hameister, verantwortlich für die Kommunikation der Versorgungsbetriebe Elbe GmbH: „Wir stehen selbstverständlich auch weiterhin für seriöse, stabile und zuverlässige Versorgung der Kunden. Von uns werden keine Verträge an der Haustür geschlossen. Auch können sich unsere Mitarbeiter, die zum Beispiel den Zähler ablesen möchten immer ausweisen, mit Firma, Name und Lichtbild.“ Die Versorgungsbetriebe warnen außerdem davor, die angeblichen Mitarbeiter ohne Rückversicherung ins Haus zu lassen. „Wir haben es schon erlebt, dass die Betrüger nur mit dem Namen, der Adresse und der Zählernummer versuchen, solche Verträge abzuschließen und bestehende Verträge zu kündigen“, so Denis Recknagel.

Auch Bürgermeister Harald Jäschke rät: „In einem solchen Fall sollte man sehr vorsichtig sein, sich den Ausweis zeigen lassen und gegebenenfalls bei seinem Versorger anrufen und nachfragen, ob derjenige, der vor der Haustür steht, tatsächlich der Mitarbeiter ist, der er vorgibt zu sein.“

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