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Hagenower Kreisblatt

25. November 2017 | 10:47 Uhr

Boizenburg : Fair_bock(t): Wir sind die Neuen

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Eine Initiative junger Leute in Boizenburg will sich gegen Diskriminierung einsetzen und mit den Schulen zusammen arbeiten

svz.de von
erstellt am 12.Apr.2016 | 12:00 Uhr

„Es gibt so viele Leute hier, die sich Sorgen darum machen, dass ihnen die Geflüchteten was wegnehmen“, sagt der junge Mann, der sich „Manu El“ nennt. Er gehört zu einer Gruppe von ungefähr zehn jungen Leuten aus Boizenburg und Umgebung. Die meisten von ihnen sind Pädagogen, Sozialarbeiter oder Erzieher, fast alle waren im Herbst als Helfer für die Notunterkunft in Zahrensdorf mit dabei. Die Gruppe überlegte danach, was sie gemeinsam tun könnte, was Boizenburg gerade braucht. „Wir denken, es fehlt in Boizenburg etwas im Bereich Antidiskriminierungs-Arbeit“, war ihr Resümee.

An dieser Stelle will „Fair_bock(t)“ - so heißt die neue Initiative - einhaken. „Der Name soll vor allem junge Leute ansprechen“, lächelt „Manu El“ milde zur Nachfrage über die Bedeutung des Namens. „Und soll ausdrücken: Fair sein macht Bock, macht Spaß.“ Das (t) solle das Icon für einen Bock sein.

Die Initiative arbeitet eng mit der Willkommens-Gruppe und dem Skatepark zusammen. „Wir wollen die bestehenden Gruppen und Institutionen miteinander verknüpfen und vor allem auch mit den Schulsozi-Arbeitern zusammen wirken. Man erreicht mehr, wenn man das alles besser strukturiert“, meint „Manu El“, der gerade seine Bachelorarbeit über die Bedürfnisse von Waisenkindern in Deutschland schreibt.

Der Fokus der Arbeit von „Fair_bock (t)“ soll auf der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen liegen. Die Initiative will unter anderem Projekte an den Schulen anbieten. „Es ist zwar schön, dass es am Elbe-Gymnasium den jährlichen Projekttag gegen Rassismus gibt. Aber das reicht nicht. Von der Tarnow-Schule weiß ich von gar keiner Veranstaltung zu diesem Thema“, kritisiert der junge Mann. Solche Projekte wären aber sehr prägend für die Schüler. Er selbst wüsste heute zwar nichts mehr von Integralrechnung, doch der Ausflug ins Konzentrationslager Bergen-Belsen habe sich in sein Gedächtnis eingebrannt.

„Wir wünschen uns. dass die Leute auf uns zukommen“, sagt „Manu El“. So wie der Flüchtlingsrat Hamburg und die Street Art School St. Pauli, die auf „Fair_bock (t)“ zugegangen sind und sie fragten, ob sie nicht mal mit ihnen zusammen was für den Skatepark machen könnten. „Die kommen am Freitag nun auch“, kündigt er an.

Damit ist der Fair Friday am 15. April gemeint, denn da startet das erste große Projekt von „Fair_bock (t)“. Im Rahmen der Boizenburger „Tage der bunten Aktionen“ am 14. und 15. April hat die Initiative ein Programm im Fairhafen auf die Beine gestellt, das sich sehen lassen kann.

Seit Februar hat die Gruppe daran gearbeitet. „Bei unserem ersten Treffen mit Elke Rudolf und Doreen Mitter von „Demokratie leben!“ waren wir noch sehr verhalten und wollten nur was Kleines machen“, erinnert er sich. Doch dann sei eine Idee zur anderen gekommen und in Kooperation mit dem Skatepark etwas Größeres entstanden.

Ab 16.15 Uhr gibt es am Freitag im Kontorhaus am Skatepark arabische Speisen und alkoholfreie Cocktails, die von syrischen Asylbewerbern zubereitet werden. Außerdem stellen sich dort die Willkommens-Initiative vor, das Regionalzentrum für demokratische Kultur, das neue „Hügelrock Open-Air“ aus Hinterhagen und die Street Art School St. Pauli.

Ab 16.30 Uhr starten dann im Skatepark ein Graffiti- und ein Skateworkshop sowie „Slagline für Anfänger“. Streetwork Boizenburg bietet ein Kinderprogramm an, für das die Wemag eine Hüpfburg bereitgestellt hat.

Im Kontorhaus kann man sich beim Siebdruck ausprobieren oder Freundschaftsarmbänder herstellen.

Ab 17 Uhr gibt es einen Boule-Workshop auf dem Hafenplatz und einen Yoga-Workshop im Kontorhaus. Ab 18.30 Uhr spielt die Band Pelloton im Fairhafen und ab 20 Uhr legen verschiedene Live-DJs auf. Zum gesamten Programm sind ausdrücklich nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern Menschen jeden Alters aus Boizenburg und der Region eingeladen.

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