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Hagenow : Fachkräftemangel führt zu Personalnot

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Familie Uebe aus Hagenow musste in diesem Jahr die Silvesterfeier ausfallen lassen. Unternehmensnachfolge ist eine Herausforderung für die Betriebe

von
erstellt am 05.Jan.2017 | 12:00 Uhr

Die Silvesterfeier ist in diesem Jahr im Gasthof an der Söring ausgefallen. Man habe vielmehr den Gästen einen Shuttle zu einer großen Veranstaltung am anderen Ende der Stadt angeboten, der auch angenommen wurde. Der Fachkräftemangel und die Sicherung der Unternehmensnachfolge sind zwei Probleme, die die Betreiber des Gasthauses auch in diesem Jahr vor neue Herausforderungen stellt.

„Wir hatten zwar unsere kompletten Angebote für den Hotelbereich aufrecht erhalten, konnten aber den gastronomischen Bereich aufgrund der aktuellen Personalsituation nicht abdecken“, erzählt gestern Gasthof-Eigentümerin Annemarie Uebe im SVZ-Gespräch. Seit Mitte Dezember musste das Restaurant deshalb geschlossen werden. Sie macht gleichzeitig darauf aufmerksam, dass ab sofort der gastronomische Bereich in ihrem Haus wieder arbeitet, allerdings zu veränderten Zeiten. Der Krankenstand sei im Gasthaus nach ihren Worten hoch. „Uns fehlen in der Küche und im Service-Bereich mindestens jeweils ein Mitarbeiter. Wir können jetzt nicht jeden Auftrag mehr annehmen. Wir müssen vielmehr schauen, was wir aufgrund der Personalsituation noch wuppen können“, sagt Günter Uebe weiter.

Der Fachkräftemangel sei nach den Worten der Beiden in der Region seit zwei Jahren dramatisch. Sie wissen von ihren Branchenkollegen aus den anderen Häusern, dass es dort ähnlich kompliziert aussieht.

Aus persönlichen Gründen habe der Chefkoch zum Jahreswechsel auch noch das Haus verlassen.

„Uns ist es glücklicherweise gelungen, zum ersten Januar eine neue Köchin einzustellen. Wir hatten alle Register, die wir nutzen konnten gezogen. Wenn es uns nicht gelungen wäre Anja Dietrich einzustellen, hätten wir das Restaurant nicht wieder öffnen können“, macht Günter Uebe deutlich. Der SB-Bereich und das Restaurant sei wieder für Gäste geöffnet.

Eine weitere wichtige Frage ist die Unternehmensnachfolge, die sich an der Söring nicht einfach darstellt. „Wir beide sind im Rentenalter, bei uns steht eine Unternehmensnachfolge auf der Tagesordnung. Familiär und aus der Firma gibt es keine Möglichkeiten. Wir sind seit eineinhalb Jahren dabei, eine Nachfolge zu organisieren, was sich als nicht so einfach erweist. Und wir haben natürlich ein großes Interesse daran, dass das Haus weiterläuft“, macht Günter Uebe auf ein grundsätzlichen Problem aufmerksam. Für den Geschäftsführer des Unternehmerverbandes West Mecklenburg, Wilhelm Schefe, ist die Absicherung der Firmennachfolge in den kleinen und mittelständischen Betrieben sowie im Handwerk eine ernst zu nehmende Frage.

„Wenn aus den Reihen der Familie keine Möglichkeit besteht, muss man auf Fremde vertrauen, das aber juristisch absichern. Aus meiner Sicht ist diese Frage bei rund 20 Prozent der Firmen akut.“

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