zur Navigation springen
Hagenower Kreisblatt

18. Oktober 2017 | 22:38 Uhr

Boizenburg : Explosives Nest ausgehoben

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Polizei kommt räuberischem Duo auf die Schliche und stellt bei Durchsuchung Diebesgut und Flak Munition sicher

Nach mehreren Wochen andauernden Ermittlungsarbeiten schlug die Polizei zu. Sie stellte ein räuberisches Duo, das im Verdacht steht, in Boizenburg verschiedene Diebstähle begangen zu haben. Außerdem entdeckten die Beamten bei einer Durchsuchung Flak Munition.

Eine gezielte Recherche im Internet führte zu einem Treffer, sagte Anke Dahlenburg gegenüber unserer Redaktion. Wie die Leiterin der Kripo in Boizenburg erklärte, tauchte auf dem Bildschirm ein Motor als Verkaufsangebot auf, der von einem Moped stammte, welches im Februar spurlos verschwand. Es gab einen Anfangsverdacht, der sich im Zuge der Ermittlungen immer mehr erhärten sollte. Die Spur führte zu einer Personengruppe. Die zwei 21 Jahre alten Boizenburger sind der Polizei bereits einschlägig bekannt. Einer von ihnen geriet schon mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt.

Nun erneut. Erste Indizien verdichteten sich zu Beweisen. Die Polizei durchsuchte in der Elbestadt Wohnungen und eine Lagerhalle. Mit Erfolg. „Wir können im Ergebnis verschiedene Taten zwei Männern zu ordnen“, sagte die Kripo-Chefin. Hinter einer Diebstahlserie stehen scheinbar konkrete Namen. Denn neben dem erwähnten Moped-Motor gilt es jetzt, den rechtmäßigen Eigentümer von diversen Einzelteilen eines ebenfalls gestohlenen Quads zu finden. Die Polizei stellte auch einen Rechner sicher, der eindeutig zur Beute eines Einbruchs gehörte, den die Diebe in einer Firma verübten, die damit wirbt, günstig Baustoffe für Boizenburg und Umgebung im Angebot zu haben. Die Einbrecher bezahlten gar nichts und lagerten ihre Beute.

„Wir haben ein kleines Nest ausgehoben, das sich zusätzlich noch als explosiv erweisen sollte“, meinte Anke Dahlenburg. Die Beamten stellten eine Patrone sicher, die auf jeden Fall noch einmal richtigen Ärger bringt. Es handelt sich um eine Patrone vom Kaliber 14,5 Millimeter, wie sie bei einer leichten Zwillings-Flak, das ist eine flexible Waffe für die Luftabwehr im Nächstbereich aus sowjetischer Produktion, abgefeuert wurde.

Damit kommt auf die Beiden nach drei Einbrüchen nicht nur der Vorwurf wegen begangener Eigentumsdelikte zu. Solche Munition zu besitzen, ist ohne besondere Genehmigung nicht erlaubt. Daher ermittelt die Kripo jetzt auch wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz oder sogar gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Das hängt davon ab, ob es sich bei dem Fund um Übungsmunition oder um eine scharfe Patrone handelt. Das prüfen Experten vom Munitionszerlegungsbetrieb.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen