Hagenow : Experten empfehlen Blitzschutz

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Zwei abgebrannte Häuser innerhalb einer Woche: Ist bei Gewitter mehr Vorsorge nötig? Hagenower Elektro-Experten klären auf

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31. Mai 2017, 21:00 Uhr

Die vergangenen Tage haben Hagenow gleich mehrfach erschüttert. Zweimal hatten bei schweren Unwettern Blitze in Hausdächer eingeschlagen und Eigenheime in Brand gesetzt. Die traurige Bilanz: fast 400 000 Euro und der Schock, der nicht nur den direkt Betroffenen in Mark und Bein fährt.

Erste Reaktionen sind neben der großen Bestürzung und der Anteilnahme auch der Blick auf das eigene Heim und dessen Schutz. „Es gibt derzeit täglich zahlreiche Anrufe bei uns, wie man sich vor Blitzen besser schützen kann“ bestätigt Jens Klockmann von der Elektro Hagenow GmbH. Er hat gemeinsam mit seinem Kollegen Harry Scheel und Innungs-Obermeister Christian Jessel gestern unsere Redaktion besucht. In der Expertenrunde ging es darum, wie man den Menschen aus der Region wichtige Tipps an die Hand geben, wie man sich tatsächlich wesentlich besser vor Blitzeinschlägen in seinem Haus schützen kann beziehungsweise  wie man das Risiko großer Schäden oder sogar Tragödien minimieren kann. In einem unserer jüngsten Beiträge hieß es, dass man vor einem so genannten Kugelblitz nicht sicher sei und trotz geerdeten Hauses keine Chance gegen das Unglück habe. Das wollte die Expertenrunde so nicht bestätigen und empfiehlt in aller Deutlichkeit, sich gezielter mit der gesamten Thematik auseinanderzusetzen.

„Erst einmal ist klar, dass wir hier von zwei absoluten Unglücksfällen sprechen“, sagt Innungs-Obermeister Christian Jessel. „Trotzdem sind wir der Überzeugung, dass bei entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen viel mehr Schutz für Leib und Leben beziehungsweise  Hab und Gut vorhanden ist“, so der erfahrene Geschäftsführer eines großen Elektrounternehmens.

Dazu müsse man jedoch wissen, dass der Blitzschutz eines Hauses in drei verschiedene Kategorien eingeteilt ist, die jeweils eng miteinander harmonieren. Da wäre zunächst die so genannte Erdung, dann der Überspannungsschutz in der Elektroanlage und schließlich noch der äußere Blitzschutz.

„Wer alle Komponenten fachgerecht einbauen lassen hat und auch regelmäßig prüfen lässt, lebt deutlich sicherer“, weiß Jens Klockmann von Elektro Hagenow. Sein Kollege Harry Scheel hat sogar eine Statistik dabei. Schlägt der Blitz in ein gerade bewohntes Haus ein, das nur geerdet sei, ist die Chance, dass es um Personenschäden geht, bei 235 Prozent. Entlädt sich ein Blitz an einem Haus mit Vollschutz, ist diese Chance nur bei vergleichsweise geringen acht Prozent.

Doch welche Maßnahmen sollten Eigenheimbesitzer, die keinen kompletten Blitz-Schutz haben nun ergreifen? Christian Jessel empfiehlt, immer einen Elektrofachmann  zu Rate zu ziehen.

Eine nicht unwesentliche Frage zum Thema ist , was ein verbesserter Schutz kostet? Das sei individuell erst am Haus und den entsprechenden Vorleistungen zu entscheiden, aber ein äußerer Blitzschutz läge meistens so zwischen 3000 und 3500 Euro. Sollten Überspannungsschutz und Erdung ebenfalls noch nachzubessern sein, dann geringfügig mehr.

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