Biosphärenreservat Elbe/Schaalsee : Esel to go in Groß Bengerstorf

Dagmar Stahlbock (l.) legt Eselstute Mona den Gepäcksattel an
Dagmar Stahlbock (l.) legt Eselstute Mona den Gepäcksattel an

EselPfad ist Partnerbetrieb des Biosphärenreservats Elbe und bietet Wanderungen mit den Tieren an

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10. April 2015, 12:00 Uhr

Esel hat Dagmar Stahlbock schon seit 20 Jahren. Aber die Idee, mit ihnen Eseltouren anzubieten, verwirklichte sie erst im letzten Jahr. Wieder einmal waren Freunde und deren Kinder aus einer großen Stadt über einen Ausflug so begeistert, dass es diesmal ernst wurde mit der Umsetzung.

Über Bekannte hatte sie von der Möglichkeit gehört, sich als Partnerbetrieb des Biosphärenreservats Elbe/Schaalsee zertifizieren zu lassen. „Das hat viele Vorteile“, berichtet die Eselkennerin. „Die Touren meines Unternehmens `EselPfad` werden in der Veranstaltungsbroschüre und auf der Website des Biosphärenreservats angekündigt und in der in Kürze neu erscheinenden Broschüre über die Partnerbetriebe auch.“

Das Projekt sei dadurch sehr gut angelaufen, EselPfad hat schon viele Anfragen für dieses Jahr. „Am vergangenen Ostersonntag zum Beispiel buchte ein Großelternpaar eine Überraschungstour für seine fünf Enkel und deren Eltern. Das war ein voller Erfolg, die Kinder waren hin und weg. Wir wanderten durch die Bretziner Heide nach Blücher. In der Heide machten wir Picknick, in Blücher konnten die Kinder in der dortigen Keramikwerkstatt, auch ein Partnerbetrieb, Tassen bemalen.“

Mit vier ausgewachsenen Eseln und einem Fohlen geht Dagmar Stahlbock auf ihre Touren. „Die erwachsenen Esel tragen das Gepäck der Gruppe. Alle Esel werden von den Teilnehmern geführt. Am Anfang gebe ich eine kleine Einführung zum Umgang mit den Eseln und dann geht’s schon los.“

Ob Esel wirklich störrisch sind? „Ja, das sind sie schon manchmal, vor allem wenn sie Hunger haben und ein frisches Grasbüschel am Wegesrand sehen.“ Aber das sei auch gut so. „Die Tiere sind so tiefenentspannt, die bleiben eben eher stehen, wenn es ein Problem gibt, anders als Pferde oder Ponys, die flüchten bei Angst oder Problemen. Deshalb sind Esel sehr geeignet als Therapie-Tiere.“

Dagmar Stahlbock hatte schon ein stotterndes Mädchen aus einem nahegelegenen Heim zu Gast, das beim Umgang mit einem Esel flüssig reden konnte. Schüchterne Kinder sind kaum wiederzuerkennen, wilde Kinder, die sich schlecht konzentrieren können, entspannen sich.

Sie versucht, ihre Touren individuell auf die Bedürfnisse der Gäste zuzuschneiden. Eine Tour wie die zu Ostern, die ca. fünf bis sechs Stunden dauert, kostet insgesamt 80 Euro. „Wir sind neben einer Firma in der Uckermark die einzigen, die in Mecklenburg Eseltouren anbieten,“ erzählt die Groß-Bengerstorferin stolz. „Partnerbetrieb des Biosphärenreservats zu werden, war auch gar nicht so schwer. Ich musste einen Antrag ausfüllen, dann kam eine Kommission und hat sich angesehen, ob wir die Tiere artgerecht halten, ob das Futter aus der Region kommt und ob der Hof naturnah gestaltet ist.“

Generell muss man sich als Partnerbetrieb für die Ziele des Biosphärenreservats wie den Naturschutz einsetzen.

Die nächste öffentliche Eseltour bietet Dagmar Stahlbock am 10. Mai von 13 bis 16 Uhr an. Informationen gibt es unter www.eselpfad.de, weitere Informationen zur Zertifizierung als Partnerbetrieb unter www.flusslandschft-elbe.de.

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