Letzte Fahrt mit RE 4323 : Es war einmal ein feiner Zug...

Gestern Früh um 6.35 Uhr auf dem Brahlstorfer Bahnhof, Schüler und andere Pendler warten auf den Regionalzug, der ab Montag zu dieser Zeit nicht mehr fahren soll.
Gestern Früh um 6.35 Uhr auf dem Brahlstorfer Bahnhof, Schüler und andere Pendler warten auf den Regionalzug, der ab Montag zu dieser Zeit nicht mehr fahren soll.

Mit dem neuen Fahrplan verschwindet der Regionalexpress 4323 von Büchen nach Schwerin. Pendler sind mehr als erbost und wehren sich

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09. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Gestern früh um 6.30 Uhr auf dem zugigen Bahnhof in Brahlstorf: Odette und Kieran Lehmann aus Wiebendorf steigen wie jeden Morgen in den Regionalexpress 4323. Der soll sie nach Schwerin bringen, denn dort gehen die beiden im Goethegymnasium zur Schule. Ab Montag geht das dann nicht mehr um die Zeit. Mit dem anstehenden Fahrplanwechsel hat die Bahn ausgerechnet diese Verbindung gestrichen. Und nun müssen die Kinder, zu ihnen gehört auch Wendelin Dietsche aus Klein Bengerstorf, sowie etliche Berufsschüler eine halbe Stunde früher aufstehen, damit sie irgendwie pünktlich nach Schwerin kommen. Als wäre das nicht genug, müssen die Pendler nun zusätzlich darauf aufpassen, ob ihr Zug noch in Schwerin-Mitte hält. Das gilt nämlich ab Montag nicht mehr für alle Regionalverbindungen.

Uwe Dietsche aus Klein Bengerstorf gehört auch zu den Berufspendlern und hat zügig eine Protestaktion gestartet. „Das war ein feiner Zug... und das sollte er bleiben“, schrieb er. Dieser Zug habe eine Lücke gefüllt, die schon lange bestand. Offiziell heißt es, dass dieser Zug im letzten Winter als Übergangslösung eingerichtet wurde, wegen einer Baustelle in Hamburg Hauptbahnhof.

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Genau das bestätigte auch gestern Katharina Henkel vom zuständigen Schweriner Verkehrsministerium. „Diese Verbindung des RE 4323 wurde infolge von Baumaßnahmen in Hamburg am Berliner Tor durch das Land zusätzlich bestellt. Durch die Baumaßnahme ergaben sich notwendige Fahrplanänderungen die dazu führten, dass eine Angebotslücke entstand. Infolge war Schwerin aus der Region Westmecklenburg zur Hauptverkehrszeit gegen 7 Uhr schlecht erreichbar. Mit der Zusatzbestellung wurde diese Angebotslücke geschlossen. Diese Zusatzbestellung, die mit überdurchschnittlichen hohen Kosten verbunden ist, war von vornherein auf die Zeit der Bauarbeiten in Hamburg Berliner Tor beschränkt. Da nun nach Abschluss der Bauarbeiten in Hamburg der RE 4331 in seine ursprüngliche Lage zurückkehren kann, besteht die bisherige Angebotslücke nicht mehr, weshalb die Bestellung wie geplant mit Auslaufen des Jahresfahrplans 2017 endet.“

Damit werden die betroffenen Pendler sicherlich nicht zufrieden sein. „In diesem Zug sitzen sehr viele Pendler, Berufsschüler und Schüler allgemeinbildender Schulen, die im Raum Hagenow/Boizenburg wohnen. Das hat ziemlich krasse Auswirkungen. Denn die Schüler müssen nun eine halbe Stunde früher aufstehen und stehen dann bis zu einer Stunde vor ihrer noch verschlossenen Schule. Wir haben das bereits bei den Verantwortlichen des Kreises angesprochen, aber sind nur auf Achselzucken gestoßen. Aus unserer Sicht muss das Verkehrsministerium handeln und die Bahn verpflichten, diesen Zug nicht zu streichen“, so Uwe Dietsche. Er hat auf die Schnelle unter den Fahrgästen des Zuges eine Unterschriftenaktion organisiert. Gut 100 Reisende fordern darin, den Zug weiter fahren zu lassen. Dietsche will diese Unterschriften in den kommenden Tagen dem Verkehrsminister Christian Pegel übergeben, damit dieser sich neu entscheidet.

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