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Hagenow/Ludwigslust : Es rumort im AWO-Kreisverband

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Beschäftigte der Arbeiterwohlfahrt fordern eine Angleichung der Gehälter an das Tarifniveau des öffentlichen Dienstes.

svz.de von
erstellt am 22.Okt.2017 | 20:30 Uhr

Das haben sich die Mitarbeiter des AWO-Kreisverbandes Ludwigslust e.V. offenbar ganz anders vorgestellt. Nach ihrer Betriebsversammlung vergangene Woche Donnerstag in Boizenburg, sind sie unzufrieden. Das liegt vor allem an der dreiprozentigen Gehaltssteigerung die ihnen für das kommende Jahr in Aussicht gestellt wurde. Viel zu wenig, so die Meinung der Mitarbeiter. „Wir müssen jetzt etwas tun“, sagt Sabine Lünert, Leiterin der AWO-Kita „Fuchsberg“ in Picher.

Hintergrund: In Mecklenburg-Vorpommern sind die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter der AWO sehr unterschiedlich. Jeder Kreisverband hat seine eigenen Regelungen unter anderem beim Urlaubsanspruch und den Arbeitszeiten, aber auch der Bezahlung. Um das zu vereinheitlichen hatten sich sechs Kreisverbände sowie der Landesverband zu einer Tarifgemeinschaft zusammengeschlossen. Zusammen mit der Gewerkschaft ver.di wurde in den vergangenen Monaten ein einheitlicher Manteltarifvertrag ausgearbeitet. Er ist offenbar unterschriftsreif und soll ab Januar für die AWO-Kreisverbände Ludwigslust, Müritz, Neubrandenburg, Ostvorpommern, Rostock und Uecker-Randow gelten sowie den Landesverband.

Nun regelt so ein Manteltarifvertrag nur die allgemeinen Arbeitsbedingungen, wie beispielsweise den Urlaub und die Zulagen. In einem zweiten Schritt hat sich die Tarifgemeinschaft deshalb darauf verständigt auch einen Entgelttarifvertrag auszuhandeln, um die Gehälter anzugleichen. Gleichzeitig, so teilte die Gewerkschaft ver.di mit, hätten sich die Verhandlungspartner auf das Ziel verständigt „die Gehälter der Beschäftigten schrittweise auf das Tarifniveau des öffentlichen Dienstes anzuheben.“ Auch in einer AWO-Mitarbeiterzeitung ist dazu zu lesen: „Die Zielmarke ist die Orientierung an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst, den TVöD.“

Und genau diese Aussagen haben Hoffnungen bei den Beschäftigten der AWO Ludwigslust geweckt – auch wenn der Entgelttarifvertrag noch in weiter Ferne scheint. „Die Mitarbeiter sind mit Erwartungen in die Betriebsversammlung gegangen. Sie wollten wissen,wann die Angleichung an den TVöD erfolgt“, sagte uns Thomas Prey, Betriebsratsvorsitzender des AWO-Kreisverbandes. Diese Frage sei nicht beantwortet worden. „Erzieher, Pfleger und Sozialpädagogen bekommen bei der AWO Ludwigslust zum Teil 30 Prozent weniger Geld, als ihre Kollegen, die in Einrichtungen arbeiten, bei denen nach TVöD bezahlt wird.“ Bei Lohnsteigerungen von drei Prozent würde es mehr als zehn Jahre dauern, bis eine Angleichung erfolgt.

„Wir haben viele ältere Kollegen, über 50 Jahre, die davon nichts mehr hätten. Dabei macht sich bei uns schon jetzt die schlechte Bezahlung bemerkbar“, so Sabine Lünert. Viele Mitarbeiter würden sich nach neuen Möglichkeiten umsehen. Lünert und Prey, beide auch Mitglieder der ver.di Tarifkommission, fordern deshalb mindestens sechs Prozent mehr Gehalt für das kommende Jahr.

Mit Unverständnis auf diesen Vorstoß reagierte Dr. Caroline Bockmeyer, Geschäftsführerin des Kreisverbandes Ludwigslust, auf SVZ-Nachfrage. Im Detail wollte sie sich aber noch nicht äußern und verwies auf einen Gesprächstermin Ende der Woche. Vorab gab es von ihr nur zu erfahren, dass man auf der Versammlung viele schöne Dinge verkünden konnte, unter anderem ein kräftiges Gehaltsplus.

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