Hagenow : Es geht um die Zukunftsfähigkeit

Auf der aktuellen Sitzung des Amtsausschusses Hagenow Land ging es auch um die Zukunftsfähigkeit der Gemeinden.
Auf der aktuellen Sitzung des Amtsausschusses Hagenow Land ging es auch um die Zukunftsfähigkeit der Gemeinden.

Gemeinden des Amtes Hagenow Land entscheiden: Eigenständigkeit oder Fusion?

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21. September 2017, 05:00 Uhr

Die Bürgermeister der Gemeinden des Amtes Hagenow Land treibt derzeit eine entscheidende Frage um: Wie zukunftsfähig sind unsere Gemeinden? Auf der jüngsten Sitzung des Amtsausschusses Hagenow Land am Dienstag war das ein großes Thema. Im Kern geht es um den vorgegebenen Punktekatalog vom Land, der auf Kritik von Amtsinhabern stößt. So kann es die Bresegarder Bürgermeisterin, Dr. Marianne Röckseisen, nicht nachvollziehen, dass beispielsweise die Betätigung in einem Zweckverband, in diesem Fall dem Schulzweckverband, in der Bewertung für die Zukunftsfähigkeit keine Rolle spielen soll, es letztendlich keinen Punkt dafür gibt. Eine andere Bürgermeisterin ist der Meinung, dass bei den zuständigen Stellen des Landkreises (Koordinatoren) das Votum einer Einwohnerversammlung, auf der es um die Selbstbewertung der Gemeinde ging, keine entscheidende Rolle spielt, weil andere Bewertungskriterien herangezogen wurden. Die Bürgermeister können u.a. nicht nachvollziehen, dass kommunale Zusammenarbeit (bei Abwasser, Wasser oder Schule) in der Bewertung nicht bepunktet wird, weil das eben wichtige Kriterien der Aufgabenerfüllung für die Gemeinden sind.

Letztendlich dreht sich diese gesamte Diskussion um die Frage: Kann die einzelne Gemeinde mit den eigenen politischen und gesellschaftlichen Kräften und finanziellen Ressourcen auch in Zukunft eigenständig und im Interesse der Einwohner handeln oder ist eine Fusion eine bessere Lösung.

Nach den Worten von Alfred Matzmohr, dem leitenden Verwaltungsbeamten, haben alle Gemeinden des Amtes in der Bewertung mehr als 50 Punkte bekommen. Wie er sagt, sind sie damit eingeschränkt zukunftsfähig. Zu dieser gesamten Diskussion kommt dann auch noch der Zeitfaktor hinzu. Bis Ende Oktober sollte nämlich jede Gemeinde des Amtes die Selbsteinschätzung beschlussfähig haben.

Dabei ist der Stand der Dinge im Amtsbereich gar nicht so schlecht.

Nach Informationen des Amtes Hagenow Land haben bereits elf Gemeinden ihre Selbsteinschätzung positiv beschlossen. Das sind Alt Zachun, Gammelin, Hülseburg, Kirch Jesar, Moraas, Pätow Steegen, Picher, Redefin, Setzin, Strohkirchen und Warlitz. Von ihnen sind fünf Gemeinden eingeschränkt zukunftsfähig, und sechs Gemeinden werden demnach als zukunftsfähig eingeschätzt. In Kuhstorf und Bresegard gibt es in der Vertretung noch Beratungsbedarf. Es besteht zudem die Möglichkeit, die Koordinatoren beratend zur Hilfe zu holen. Im September wollen weitere fünf Gemeinde ihre Selbsteinschätzung zum Beschluss auf die Tagesordnung setzen, zwei weitere werden im Oktober folgen.

Zudem gibt es Fusionsüberlegungen. So hat nach Informationen des Amtes die Gemeinde Setzin, Bürgermeister Marco Haurenherm, mit den Nachbarn Pritzier, Pätow Steegen und Warlitz Gespräche geführt. Letztendlich gibt es jetzt Überlegungen eines möglichen Zusammenschlusses der Gemeinden Setzin, Pritzier und Toddin, wobei es natürlich weiteren Gesprächsbedarf gibt. Diese Überlegungen werden natürlich auch in die Selbsteinschätzungen der Gemeinden einfließen. Außerdem gibt es in der Gemeinde Hülseburg Überlegungen, die Zukunft möglicherweise gemeinsam mit einer der Nachbargemeinden Bobzin oder Gammelin zu sehen. Es ist also auch noch Bewegung in der gesamten Sache.

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