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Hagenower Kreisblatt

23. November 2017 | 08:43 Uhr

Amt Hagenow : Es geht um die Zukunft der Dörfer

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

SVZ sprach mit Amtsvorsteher Dieter Quast über die Selbsteinschätzungen der Gemeinden des Amtes Hagenow Land

von
erstellt am 28.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Es geht um die Fragen: Sind die Gemeinden des Amtes Hagenow Land zukunftsfähig, bedingt zukunftsfähig oder nicht zukunftsfähig. Die Gemeinden haben ihre Selbsteinschätzungen fertig gestellt (SVZ berichtete), durch die Gemeindevertretung bestätigen lassen und an das Amt Hagenow Land gesandt. Dieter Hirschmann sprach jetzt mit Amtsvorsteher Dieter Quast über die aktuelle Situation.

Wie sehen sich die einzelnen Gemeinden des Amtsbereiches?
Dieter Quast: Sie haben ihre Selbsteinschätzung geschrieben, die auch in den Vertretungen beraten wurden. Das ist qualitätsmäßig sehr unterschiedlich passiert. Wir haben ja zum Anfang gesagt, dass die Selbsteinschätzung eine Zusammenfassung von vorhandenen Dokumenten und Dingen ist. Wer seine Gemeinde kennt, hat damit keine Schwierigkeiten. Wir haben die Einschätzungen bewertet nach dem Bepunktungssystem, das in der Anlage zum Leitbildgesetzt zu finden ist. Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister kennen die Bewertung, die wir gleichsam an die Koordinatoren beim Landkreis geschickt haben. Denn wenn sich eine Gemeinde als nicht zukunftsfähig ansieht, sind die Koordinatoren gefragt, tätig zu werden, um Gespräche über eine mögliche Fusion in die Wege zu leiten.

Und wie sieht das konkret aus?
Wir haben von unseren 20 Gemeinden 19 verwertbare Selbsteinschätzungen bekommen. Eine Gemeinde, Paetow-Steegen, hat eine sehr oberflächliche Selbsteinschätzung abgegeben, damit wurden nicht die Kriterien des Leitbildgesetzes erfüllt, die Gemeinde ist zukunftsfähig. Wir haben 14 Gemeinden, bei denen nach der ersten Wertung eine Zukunftsfähigkeit bescheinigt werden konnte, drei Gemeinden mit einer bedingten Zukunftsfähigkeit. Hier gibt es Kriterien über die mit der Gemeindevertretung und dem Bürgermeister noch einmal gesprochen werden muss. Zwei Gemeinden wurden als nicht zukunftsfähig eingeschätzt.

Und wie geht es jetzt weiter, welche nächsten Schritte sind aus Ihrer Sicht vorgesehen?
Wir befinden uns jetzt in der Phase der Gesprächsanberaumung. Damit hat sich Setzin als erste Gemeinde befasst. Die Gemeindevertretung hat die Nachbargemeinden angesprochen, mit der Maßgabe: In welcher Form könnten wir perspektivisch zusammenarbeiten, finden wir Gemeinsamkeiten, um in absehbarer Zeit Fusionsgespräche aufzunehmen? Es gab bereits erste Gespräche, weitere werden folgen. Von den fünf Gemeinden, die eingeladen waren, sind drei bei der Stange geblieben. Ich war kürzlich in der Gemeinde Hülseburg, die zwar von der Bepunktung als zukunftsfähig anzusehen ist, aber von der Bevölkerungszahl mit 150 Einwohnern sieht das kritisch aus. Auf der Einwohnerversammlung gab es das Fazit, man sollte Verhandlungen mit Nachbargemeinden aufnehmen, um Gespräche über mögliche Fusionen anzuberaumen. Wir werden mit weiteren Gemeinden das Gespräch führen, wo es hakt und wackelt.

Wie sieht insgesamt die Zeitschiene aus?
Die Zeit drängt. Spätestens im vierten Quartal 2017 sollten die politischen Gremien vor Ort die Beschlüsse fassen, wie es jeweils weitergehen soll. Zielstellung ist es, dass bis Ende Oktober 2017 alle Gemeinden die Selbsteinschätzung als politische Entscheidung der Gemeindevertretung über die Zukunft ihrer Gemeinde zum Beschluss erheben.

Werden denn Gemeindenbelohnt, wenn sie fusionieren?
Es muss eine Wirtschaftlichkeit erreicht werden, wenn sich zwei Gemeinden zusammentun. Die 200 000 Euro Fusionspläne gibt es dann wirklich für die wegfallende Gemeinde, wenn das neue Gebilde wirtschaftlich ist.

Und wie sieht es mit der Identität der Gemeinde aus. Manch einer tut sich schwer, sich mit einer neuen Gemeinde zu identifizieren?
Die Frage steht, ob mit einer Fusion die Identität verloren geht, oder muss es einen neuen Namen für die neu gebildete Gemeinde geben? Es bleibt die Hauptgemeinde, und die fusionierende Gemeinde ist dann der Ortsteil. Wenn ein neuer Name gewünscht wird, muss der allerdings beim Innenministerium beantragt werden.

Und wie sieht es mit der Zukunft des Amtes Hagenow Land aus?
Das war ja unser Ausgangspunkt. Das Amt erfüllt alle Anforderungen für ein Weiterbestehen. Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der 20 Gemeinden haben sich in einem Beschluss des Amtsausschusses einstimmig für das Weiterbestehen entschieden.

 

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