zur Navigation springen

Personal für Kitas benötigt : Erzieher gesucht: Engpässe im Hagenower Land

vom

13 Kitas gibt es im Amt Hagenow-Land. Zehn davon sind in kommunaler Hand. Doch die Erzieherinnen gehen, weil sie woanders besser bezahlt werden können. Und geeignete Bewerber auf die freien Stellen bleiben aus.

svz.de von
erstellt am 19.Feb.2013 | 10:09 Uhr

Warlitz | Personalengpass in Kitas: Erzieherinnen im Amt Hagenow-Land gehen - geeignete Bewerber bleiben aus. Schon jetzt arbeiten die Pädagogen besonders in den fünf kleinen Einrichtungen des Amtsbereiches länger, oder benachbarte Kollegen müssen aushelfen, wenn jemand krank oder im Urlaub ist.

Drei Ausschreibungen laufen derzeit, zwei für Leiterposten. In Bandenitz bleibt bis zum kommenden Jahr Zeit, einen Nachfolger für die Leiterin zu finden. Sie geht in Rente. In Warlitz könnte es schon 2013 eng werden. Dort verlässt Ulrike Sandker nach zweieinhalb Jahren die Einrichtung. Vor allem, weil sie woanders bessere Chancen für sich sieht.

"Ich würde gerne bleiben, wenn die Bedingungen besser wären", sagt die 29-Jährige, die in ihrem neuen Vollzeit-Job Tariflohn bekommt. Die meisten Kollegen im Amtsbereich arbeiten Teilzeit und passen sich mit ihren Stunden dem Bedarf an Kinderbetreuung an. Diese Flexibilität spiegelt sich auch auf dem Lohnzettel wieder - außertarifliches und kein sicher kalkulierbares Einkommen. "Das muss sich ändern", sagt Ulrike Sandker. "Sonst findet man keine Leute mehr."

13 Einrichtungen gibt es im Amt; zehn in kommunaler Hand. Amtschef Alfred Matzmohr weiß um die Herausforderungen, vor denen ihre Leiterinnen stehen. Es sei schwer, alles so zu managen, dass die Betreuung abgesichert und die Kosten für die Gemeinden tragbar bleiben. Denn letztlich müsse sich die Kommune die Kita auch leisten können. Der Warlitzer Bürgermeister Peter Holm fühlt sich alleingelassen von der Politik. "Wir fahren laufend am Limit", sagt er auf Nachfrage.

Im Januar stand sogar im Raum, die Einrichtung zu schließen. Denn: "Je kleiner, desto unwirtschaftlicher ist eine Kita." Er sieht Land und Bund gefordert, die Kommunen nicht hängen zu lassen. Wolle man die kleinen Dorfkitas mit ihrer familiären Atmosphäre erhalten, müsse dafür gesorgt werden, dass die Gemeinden das tragen können und die Erzieher mehr Geld bekommen. Erst kürzlich hat er zwei Mitarbeiterinnen an die Stadt Hagenow verloren, die Tarif bezahlt. Jetzt geht die nächste zu einem neuen Arbeitgeber.

In der Amtsverwaltung landen dagegen nur wenige Bewerbungen im Briefkasten. Und die sind oft unterqualifiziert. "Es sollte schon der staatlich anerkannte Erzieher sein" , sagt die zuständige Mitarbeiterin Susanne Brandt. Alternativ überlegt Amtschef Alfred Matzmohr, Erzieher zum Leiter qualifizieren zu lassen. Die nächsten Kurse starten im Herbst.

Kleine Einrichtungen zusammenzulegen, sei territorial nicht möglich, so Matzmohr. Stattdessen diskutiert man darüber, das Amt als koordinierenden Träger einzusetzen oder die Kooperationen zwischen den Kitas zu intensivieren. Auch eine engere Zusammenarbeit mit der Stadt und den freien Trägern könnte sich Alfred Matzmohr vorstellen. "Wir müssen das langfristig regeln, um die Kinderbetreuung abzusichern."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen