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Hagenower Kreisblatt

22. September 2017 | 17:27 Uhr

Neuhaus : Erste Ideen für Märchenwaldler

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Bauausschuss der Gemeinde Amt Neuhaus diskutierte über Verfahrensweise zur Erweiterung der örtlichen Kindertagesstätte

von
erstellt am 02.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Die Gemeinde Amt Neuhaus steht vor einer großen Herausforderung: Ab Ende März wird die Kindertagesstätte „Am Märchenwald“ zu 100 Prozent ausgelastet sein. Die Einrichtung verfügt derzeit über 132 Plätze. Seitens der Verwaltung wurden in elf Kitas im Umkreis nachgefragt, ob es noch freie Kapazitäten gäbe. In Lübbendorf, etwa 18 Kilometer von Neuhaus entfernt, könnten zehn Kindergartenplätze für Drei- bis Sechsjährige vergeben werden. Im Krippenbereich stünden keine Plätze zur Verfügung, hieß es weiter. In Vellahn ist die Fertigstellung einer neuen Kita im Frühjahr dieses Jahres geplant. Ob dort auch Kinder aus der Gemeinde Amt Neuhaus unterkommen könnten, könne im Moment niemand beantworten. Auf Anfrage beim Kirchenkreisamt in der Kita Kaarßen seien für das Kindergartenjahr 2016/17 im Krippenbereich keine Plätze verfügbar. Entsprechend der Geburtenstatistik ergeben sich im Gesamtüberblick derzeit 156 Kinder mit Anspruch auf Krippen- oder Kitaplatz. 132 aufgenommene und zugesagte Plätze stehen dieser Zahl gegenüber.

„Alle übrigen Kindertagesstätten haben keine Platzkapazitäten mehr“, erklärt Bürgermeisterin Grit Richter am Dienstagabend auf der Sitzung des Ausschusses für Bau und Sicherheit der Gemeinde Amt Neuhaus in der ZOB-Scheune. „Also müssen wir neue Wege suchen und finden, um den Bedarf zu decken,“ betont die erste Frau der Gemeinde weiter. Der Rat habe ursprünglich beschlossen, dass alle Anträge bedient werden sollen. „Jetzt können wir das nicht mehr durchhalten. Für den akuten Bedarf muss eine Übergangslösung geschaffen werden.“

Hier kommt das ehemalige Amtsgericht auf dem Gelände Am Markt 4 für eine Krippengruppe als möglicher Übergang ins Spiel. „Dabei kann es sich aber auch nur um eine Lösung von maximal zwei bis drei Jahren handeln“, sagt Bettina Blankenhagen, ihres Zeichens Bauamtsleiterin, die etwaigen Kompromissen eindeutig eine Abfuhr erteilt. Auch über einen Neubau auf dem zweiten Teil des Baugebietes Am Spargelfeld wird an diesem Abend kontrovers debattiert. Besonders die zu erwartenden rund zwei Millionen Euro, die dieses Vorhaben kosten würde, schlägt einigen Bauausschussmitgliedern offensichtlich auf den Magen. So wird unter anderem auch eine Containervariante ins Gespräch gebracht, die preiswerter sei, als ein Neubau. Ob es für einen solches Projekt Fördermittel gibt, ist derzeit noch völlig unklar.

Eine Aufstockung und ein Anbau an das Nebengebäude für die Schaffung von 15 Krippenplätze würde rund 835 000 Euro verschlingen und die Außenspielfläche reduzieren. Ein Gedanke, der nur wenigen behagt, da das Hauptgebäude und ein Großteil des Nebengelasses in einem baulichen Zustand sind, der künftig weiterhin Unsummen für Unterhalts- und Sanierungsarbeiten verschlingen würde.

Ob eventuell eine Unterbringung der Mädchen und Jungen in Sumte über den ASB als Träger realisiert werden könne, steht bei der abendlichen Zusammenkunft, die bis spät in die Nacht dauert, eine zeitlang als weitere Möglichkeit. „Wir greifen nach jedem Strohhalm. Meinetwegen auch über Dritte. Das muss jedoch sorgfältig geprüft werden, wenn wir unsere Kinder dort hinschicken wollen. Dort müsste aber auch nach den geltenden Richtlinien umgebaut werden“, merkt Grit Richter an.

Die Übergangslösung im Alten Amtsgericht sei ihm sehr sympathisch, gesteht Wolfgang Grewe von den Linken. Und präsentiert auf einem Zettel eine Alterspyramide, die das Dilemma des demografischen Wandels verdeutliche. „In sechs Jahren haben wir demnach in unserem Amtsgebiet über 20 Prozent weniger Kinder. Also müssen wir alles Erdenkliche dafür tun, um besonders junge Eltern zu halten.“

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