Lübtheen : Erste Flüchtlinge können kommen

Alles ist fertig: In diesem kleineren Raum kann bald eine Flüchtlingsfamilie einziehen. Fotos: ckle
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Alles ist fertig: In diesem kleineren Raum kann bald eine Flüchtlingsfamilie einziehen. Fotos: ckle

Das Deutsche Rote Kreuz hat alles vorbereitet in Lübtheen / Landkreis wartet auf Zuweisung durchs Land / Stadt bündelt ihre Kräfte

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16. September 2015, 19:59 Uhr

Bis spät in die Nacht zu Mittwoch haben die Helfer des Deutschen Roten Kreuzes die Notunterkünfte für Flüchtlinge auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in Lübtheen eingeräumt.

Der Einsatzbefehl kam spät, aber nicht überraschend. Denn die viele ehrenamtliche Helfer gehen tagsüber ihren beruflichen Verpflichtungen nach, wie Andreas Skuthan, Koordinator Ehrenamt des Kreisverbands Ludwigslust berichtet. Die 28 Helfer vom MTF (Medical Task Force) aus Ludwigslust und vom DRK Betreuungszug aus Ludwigslust und Alt Jabel stellten in Abstimmung mit dem Landkreis fast 190 Betten in den ehemaligen Soldatenquartieren auf. „Zum Glück hatte der Landkreis Ludwigslust und der Landesverband DRK nach dem vergangenen Hochwasser 500 Betten angeschafft und eingelagert“, so Skuthan. Es sei im Moment sehr schwierig, Notbetten zu bekommen, fügte er hinzu. Anders sehe das mit Einweg-Bettwäsche, Laken und Kopfkissen aus. Das alles habe das DRK beschafft. Denn der erste Bestand ging bereits vor einiger Zeit schon nach Horst. Dort müsse ein Teil der Flüchtlinge in Zelten schlafen.

Auf dem ehemaligen Areal der Bundeswehr stehen derzeit drei beheizbare Gebäude zur Verfügung. In einem haben die Helfer ein Familienhaus geplant und eingerichtet. Dort würde für die Flüchtlinge ein wenig mehr Privatsphäre bestehen. Zudem wären auch Waschbecken in den einzelnen Zimmern, erklärte der ehrenamtliche Helfer.

Auch die Feuerwehr in Lübtheen war auf dem Gelände im Einsatz. Diese habe laut Skuthan einen Teil des Areals eingezäunt. Das solle der Sicherheit der Flüchtlinge dienen. Denn auf dem riesigen Platz stehen auch alte Fahrzeughallen und Löschteiche. Hier sollen mögliche Unfälle vermieden werden.


Lübtheener bündeln ihre Kräfte


Wann die ersten Flüchtlinge in Lübtheen ankommen, ist noch nicht bekannt. Ein Sprecher des Landkreises sagt gestern auf Nachfrage, dass alles vorbereitet sei und man auf Zuweisung durchs Land warte. Unterdessen stellen sich die Lübtheener auf den ersten Zustrom ein. „Viele Menschen haben schon ihre Hilfe angeboten“, sagt Bürgermeisterin Ute Lindenau gestern. „Wir müssen das jetzt nur koordinieren.“ Die Bürger wollen spenden, aber auch tatkräftig mit anpacken, wenn es nötig wird. Für Ute Lindenau ein „Akt der Menschlichkeit“. Es seien alle aufgerufen, denn wir alle könnten jederzeit zu Flüchtlingen werden. Und deshalb sollte man die Menschen auch so aufnehmen, wie man selbst empfangen werden möchte.

Sie bündelt derzeit alle Kräfte. Gestern hat es erste Gespräche gegeben. Das Bündnis „Wir für Lübtheen“ wird viele helfende Hände bereitstellen und auch der Gemeindepastor steht der Bürgermeisterin schon zur Seite. Er hat ihr eine Karte mit der Aufschrift „Zuversicht“ geschenkt, die auf ihrem Schreibtisch steht. Und so sagt sie ganz klar: „Wir schaffen das“.

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