Zarrentins Kläranlage wird erweitert : Erst zu groß und jetzt doch zu klein

<strong>Mitarbeiter Dirk Vieth</strong> auf der Kläranlage Zarrentin bei einer Probenentnahme. <foto>Spree-Presse- und PR-Büro GmbH, S. Galda. </foto>
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Mitarbeiter Dirk Vieth auf der Kläranlage Zarrentin bei einer Probenentnahme. Spree-Presse- und PR-Büro GmbH, S. Galda.

Zunehmender Kapazitätsproblem: Erst war sie angeblich zu groß, tatsächlich ist sie zu klein, die Zarrentiner Kläranlage wird in diesem Jahr für gut zwei Millionen erweitert. Die Gebühren bleiben aber stabil.

svz.de von
09. Januar 2013, 09:58 Uhr

Zarrentin | Entsorgungsbetriebe sind immer auch ein Spiegel der wirtschaftlichen Entwicklung einer Region. Und deren Planungen sind auch immer ein Indikator für die Zukunft. Wenn das stimmt, kann der Bereich rund um Zarrentin sehr optimistisch in das Jahr 2013 gehen. Insgesamt zwei Millionen Euro will der Zweckverband Sude-Schaale in diesem Jahr ausgeben, um das für die Region überaus wichtige Zarrentiner Klärwerk zu erweitern. Vor allem die Wirtschaft in dem Bereich brummt dermaßen, dass dessen Kapazität von derzeit 28 000 Einwohnergleichwerten auf den Wert von 56 000 gesteigert werden soll.

Es ist bereits die dritte Erweiterung des Werkes. Noch vor einigen Jahren konnte sich das niemand vorstellen. Im Gegenteil, jahrelang galt das Klärwerk als viel zu groß dimensioniert und wurde als Ursache für hohe Abwasserpreise gesehen. Dann kam nach und nach der Megapark Valluhn/Gallin, Dr. Oetker in Wittenburg wuchs, die Verbrauchswerte bei den Privathaushalten stabilisierten sich, einige Ortslagen wurden an die zentrale Entsorgung angeschlossen. Inzwischen ist die Abwasserlast so groß, dass etwas getan werden muss. Inzwischen ist aber auch der von mehr als 40 Gemeinden getragene Verband so stark, dass er die Investition aus Eigenmitteln und Fördermitteln stemmen kann, ohne dass es zu einer Gebührenerhöhung kommt.

Anders als beim Trinkwasser ist der Sude-Schaale-Verband im Landesvergleich nicht ganz Spitze beim Preis, gehört aber zu den preiswertesten Anbietern. Beweis dafür, wie sich die Lage im Vergleich zu den schwierigen Anfangsjahren geändert hat, ist die kurze Rede von Wittendörps Bürgermeister Jürgen Nadzeika auf der letzten Abwasser-Verbandsversammlung. Da bedankte er sich ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit in beiden Verbänden. Nadzeika mit seiner Gemeinde gehörte frühen zu den entschiedenen Gegnern dieser Verbände. Wittendörp hatte ja lange erfolglos versucht, ein eigenes Entsorgungskonzept beim Abwasser auf die Beine zu stellen.

Die Erweiterung im Zarrentiner Klärwerk bezieht sich im wesentlichen auf den Neubau einer so genannten Belebungsstraße, die vor allem der Abwasserlast aus den zahlreichen Lebensmittelbetrieben gerecht werden soll. Zu den wichtigen Kunden gehören vor allem das Edeka-Fleischwerk aber auch Dr. Oetker in Wittenburg.

"Für beide Verbände sind die technischen Konzepte realisiert, und deshalb werden, mit Ausnahme der Kläranlage Zarrentin, keine größeren Investitionen erwartet", blickt der geschäftsführender Leiter im SVZ-Gespräch voraus.

Für die Finanzlage der "Stadtwerke der Gemeinden" bedeutet das weitere gute Nachrichten. Schon jetzt stehen die Verbände Sude-Schaale mit einer Eigenkapitalquote von 60 Prozent gerade im Vergleich zu anderen Verbänden bärenstark da. "Das ist Voraussetzung für dauerhaft stabile Gebühren", so Rassmann. Viel Geld auf dem Konto, sehr überschaubare Schulden, eine straffe und vernünftige Haushaltsführung und eine nahezu geschlossene Rückendeckung aus den Mitgliedsgemeinden haben die Themen Wasser und Abwasser für den Sude-Schaale-Bereich längst aus dem Skandalbereich gerückt. Das liegt auch daran, dass schnell erkannt wurde, wo sich der Kampf um eine zentrale Entsorgung lohnt und wo nicht. Unvergessen ist die Aufregung, die vor Jahren in Vellahn und Brahlstorf herrschte, als die meisten der dortigen Haushalte an eine zentrale Entsorgung angeschlossen wurden.

Zum Abschluss des vergangenen Jahres gab es noch eine Würdigung der Arbeit des Zweckverbandes. Die Gemeinde Klein Zecher aus Schleswig-Holstein hat offiziell ihren Beitritt zum Abwasserverband erklärt und war auch willkommen. Damit ist Sude-Schaale der erste Verband, der grenzüberschreitend arbeitet. Klein Zecher war schon vorher an die Zarrentiner Kläranlage angeschlossen, hat sich aber nicht zuletzt aufgrund der guten Entwicklung zum Beitritt von West nach Ost entschlossen.

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