Kreiserntefest : Erntefest: Es wurde die Party des Jahres

Einer der überaus prächtig gestalteten Erntewagen.
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Einer der überaus prächtig gestalteten Erntewagen.

Tausende waren in Lübtheen dabei. Die Lindenstadt empfahl sich für das Landesfest

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24. September 2017, 17:03 Uhr

Auf so ein Ereignis hatte die Lindenstadt offenbar lange gewartet. Zum ersten Mal kam das Kreiserntefest nach Lübtheen und Tausende Gäste sowie Hunderte Mitwirkende machten aus dem Erntedank ein Volksfest mit karnevalistischer Stimmung.

Und das alles bei allerbestem Wetter. Kurz vor dem Start des kilometerlangen Umzuges kam die Sonne heraus und schien auf das festliche geschmückte Lübtheen. Denn für eine Stadt hatte sich Lübtheen besonders fein gemacht, selbst viele Hinterhöfe waren aufwändig geschmückt, zahlreiche kostümierte Strohpuppen säumten die Straßen. Nach dem Motto „Endlich mal was los in der Stadt“ hatten sich schon vor dem Festumzug Tausende in den Straßen versammelt. „Ich bin wirklich stolz auf meine Lübtheener“ wird Bürgermeisterin Ute Lindenau später am Abend im übervollen Festzelt sagen. Auch Dr. Manfred Leberecht, Vizepräsident des Landesbauernverbandes war schwer beeindruckt. „Für eine Stadt war Lübtheen sehr gut geschmückt, das konnte man im Vorfeld gar nicht so erwarten.“

Bei der Polizei war man im Vorfeld schon von größeren Besuchermassen ausgegangen und war mit verstärkten Kräften zur Absperrung der Innenstadt angerückt.

Der Festumzug setzte sich mit etwas Verspätung in Bewegung, um dann in langer Schleife gemütlich durch die Innenstadt zu ziehen. Und die Gäste bekamen einiges zu sehen. Von der Dorfgemeinschaft Benz/Briest über die Landfrauen aus Picher, den aufwändig geschmückten Wagen aus Kirch Jesar, Goldenbow oder Mestlin, von der Kutsche bis zum alten Traktor oder der modernen Erntemaschine war einfach alles dabei. Am Ende konnte sich Nicole Gottschall, die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes, über 53 Wagen in dem Umzug freuen. Das ist zwar in etwa die Menge des Vorjahres. Doch der Trend zu extrem geschmückten Wagen war eindeutig. Die Jury, die dann später die Wagen zu bewerten hatte, stand buchstäblich vor der Qual der Wahl.

Überhaupt nicht leicht hatten es auch die Mit-Gastgeber von der Agrarproduktion Lübtheen. Geschäftsführer Lars Karnop musste angesichts des extrem guten Erntewetters das Kunststück vollbringen, das Erntefest quasi nebenbei bei Volllast zu organisieren. Für einen eigenen Wagen im Umzug blieb da keine Zeit. Doch das war angesichts des Andrangs kein Nachteil. Die Zahl der Besucher des diesjährigen Erntefestes des Kreises lässt sich nur schätzen. Die Stadt kam nach den Erfahrungen des Stadtjubiläums, damals ging man von 15 000 Gästen aus, auf die Zahl von 10 000.

Fast alle im Zug lobten die freundliche und ausgelassen Stimmung bei guter Organisation. Daran hatte die Mannschaft des Kreisbauernverband natürlich zu tragen. Beteiligt waren aber auch der Landkreis und natürlich die Stadt.

Lübtheen war 2002 schon einmal für das Kreiserntefest vorgesehen gewesen. Damals verhinderte das Hochwasser das Fest. In diesem Jahr klappt es dann, auch dank der Agrarproduktion. Die steckt mit neuem Besitzer mitten im Umbruch und ließ sich dennoch auf das Wagnis ein. Landrat Rolf Christiansen, der den Festumzug auf einem Kutschwagen komplett mitgefahren waren, bedankte sich nicht umsonst bei den Gastgebern. Für den Erfolg eines Erntefestes brauche man eben auch einen Betrieb der in der Sache mitziehe.

Der überwältigende Erfolg des diesjährigen Festes war schon kurz nach dem Umzug abzusehen. Zu der Zeit hatte sich auch Landwirtschaftsminister Till Backhaus im Festzelt sehen lassen. Als die Diskussion aufkam, dass sich Lübtheen mit dieser freundlichen und offenen Vorstellung durch aus für das Landeserntefest empfohlen habe, mochte Backhaus nicht widersprechen. Doch mehr als eine fixe Idee war das am Sonnabend nicht, es gibt noch keine offizielle Bewerbung.

Offiziell hingegen sind die Bewertungsergebnisse der Jury, die Erntewagen und Krone zu bewerten hatte.

Bei den Erntewagen gab es fünf Plätze und drei Sonderpreise. Den 1. Platz bekamen „Die alten Falter von Goldenbow“ (Uwe Wulf), auf den zweiten Platz folgte der Erntewagen von Jürgen Erdmann aus Vimfow. Über den dritten Platz kann sich der Förderverein der Feuerwehr Garlitz freuen. Auf Platz vier sah die Jury Bernd Schmoranz aus Lübtheen, der mit Traktor und Dreschmaschine von 1910 antrat. „Sonne“ und Pferdegespann von Peter Netzel aus Goldenbow kam auf den 5. Platz, der Wagen war unter der Leitung von Joachim Cibis hergestellt worden. Die Sonderpreise gingen an „Honigernte in Goldenbow“ (Ralf Schabestiel), „Unsere Kinder sind die Zukunft“, Dorfgemeinschaft Benz-Briest) sowie an das Kirchenmodell der Lübtheener Kirche mit Manfred Sokolies, der ja den großen Umzug anführte.

Bei den Erntekronen gewann der Dorfverein Kirch Jesar den 1. Platz vor den Groß Schmölenern und der Dorfgemeinschaft Benz-Briest. Sonderpreise gingen an die Kinder- und Jugendkrone der Niendorfer Erntekronen GmbH und an die Stadt Lübtheen.

Der Trubel des Tages setzte sich am Abend nahtlos fort, das am Ende wohl etwas zu kleine Festzelt wurde nicht leer. Für den Abend waren zunächst 400 Karten verkauft worden. Zwar gab es etwas Stimmung gegen die Reden der Offiziellen, die Feierlaune der Lübtheener trübte das nicht. Zuvor stand jedoch ein regelrechter Sturm auf das Buffett an, es gab lange Wartezeiten.

Gestern klang das große Erntefest mit einem Frühschoppen zünftig aber bei deutlich schlechterem Wetter aus. Und Lübtheen wartet schon auf den nächsten größeren Höhepunkt. Die Frage ist, wer ihn organisiert.

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