Getreideernte in MV : Ernte-Start: Bauern bleiben skeptisch

<strong>In einigen  Regionen des</strong> Landkreises Ludwigslust-Parchim  hat die Getreideernte jetzt begonnen. Grund zum Jubeln gibt es nicht, erwartet werden eher durchschnittliche Erträge.<fotos>Archiv</fotos> Harald Elgeti
1 von 2
In einigen Regionen des Landkreises Ludwigslust-Parchim hat die Getreideernte jetzt begonnen. Grund zum Jubeln gibt es nicht, erwartet werden eher durchschnittliche Erträge.Archiv Harald Elgeti

Die ersten Mähdrescher rollen, um die Gerste zu bergen. Doch auf die Bauernregeln war diesmal kein Verlass. "Es wird keine Spitzenernte", lautet schon jetzt die Prognose des Kreisbauernverbandes.

svz.de von
09. Juli 2012, 10:37 Uhr

Hagenow | Auf die Bauernregeln war diesmal kein Verlass. "Ist der Mai kühl und nass, füllts dem Bauern Scheun und Fass", lautete die Hoffnung, nachdem viele Getreidebestände schon unter einer eisigen Frostperiode im Februar gelitten hatten. Doch dann war auch der Frühling in vielen Regionen sehr trocken. "Es wird keine Spitzenernte werden", lautet schon jetzt die Prognose des Kreisbauernverbandes, wie Geschäftsführer Harald Elgeti sagt. Vor allem gebe es bei Gerste und Weizen erhebliche Trockenschäden.

In einigen Regionen des Landkreises Ludwigslst-Parchim hat die Getreideernte jetzt begonnen. Grund zum Jubeln gibt es nicht, erwartet werden eher durchschnittliche Erträge. Kleine Ähren, schüttere Getreidebestände - in vielen Teilen Meck-Pomms haben die Landwirte die Erwartungen an die Ernte in diesem Sommer zurückgeschraubt.

"Es ist mit Ertragsausfällen zu rechnen", sagte kürzlich auch Bauernverbandspräsident Rainer Tietböhl. Auf vielen Schlägen gebe es Trockenschäden - zu erkennen an den auffallend hellen Flächen im Getreide. Tietböhl schätzt die Verluste bei Winterweizen und Raps auf 15 bis 20 Prozent. Schuld seien der trockene April und der regional sehr unterschiedliche Niederschlag im Juni. Während einige Regionen 25 bis 30 Liter Regen je Quadratmeter bekamen, waren es anderswo nur höchstens drei Liter.

Vor allem bei Gerste sind erste Trockenschäden regional sichtbar. Die verwelkten gelben Blätter werden abgeworfen, die Bestände reduzieren sich selbst und bilden wenig Triebe aus. Hier werden durchschnittliche Erträge erwartet. Die Wetterkapriolen schlugen teils hart ins Kontor. Etliche Felder mussten nach dem Winter sogar umgepflügt werden, fürs Nachsäen wurden leicht Extrakosten von 500 Euro pro Hektar fällig. Vor allem bei Mais sind Experten aber optimistisch, dass die Pflanzen noch aufholen können.

"März und Mai waren einfach zu trocken. Doch viel gravierender sind die Frostschäden", schätzt Elgeti ein. "In der zweiten Januarhälfte und im Februar war es extrem kalt mit Temperaturen von über minus 20 Grad. Da friert die Gerste hoch und ihre Wurzeln reißen ab", berichtet Elgeti weiter. Ingesamt rechne er mit einer eher unterdurchschnittlichen Ernte. Sie werde aber wohl immer noch besser sein, als die der letzten beiden Jahre. "Die war einfach nur katastrophal." Die teils massiven Regenfälle der letzten Tage wecken bei Geschäftsführer Elgeti gemischte Gefühle. Einerseits seien sie für die Pflanzen gut, andererseits erschwere der Niederschlag das Befahren der Felder. "Der Boden ist teils sehr weich, in einigen Senken wird kein Mähdrescher an die Halme kommen."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen