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Caritas-Schullandheim Dreilützow : Erlebnispädagogik im Hochseilgarten

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In diesen Tagen ging das Projekt "In den Seilen - Erlebnispädagogik contra Medienkonsum" im Dreilützower Schullandheim zu Ende. Aber worum ging es bei diesem Projekt?

svz.de von
erstellt am 08.Nov.2011 | 10:13 Uhr

Dreilützow | In diesen Tagen ging das Projekt "In den Seilen - Erlebnispädagogik contra Medienkonsum" im Dreilützower Schullandheim erfolgreich zu Ende. Nach den Worten von Stefan Baerens, dem Leiter der Caritas-Einrichtung, interessierten sich in den vergangenen Monaten seit dem Frühjahr mehr als 300 Kinder und Jugendliche für dieses spezielle erlebnispädagogische Angebot.

Worum ging es bei diesem Projekt? Ein junger Mann sitzt beim Abendbrot und kann ohne Handy nicht mehr. Immer wieder nimmt er das kleine Teil zur Hand, schickt SMS, spielt, geht ins Internet. Ein Gespräch mit ihm scheint unmöglich zu sein. Jugendliche mit derartigen Verhaltensmustern sind offensichtlich suchtgefährdet. Ziel des Projektes in Dreilützow war es, die Teilnehmer zu sensibilisieren, verantwortungsbewusster mit den neuen Medien, mit Computer und Handy, umzugehen. Zudem sollte ihnen aufgezeigt werden, dass das reale Leben mit all seinen Höhen und Tiefen allemal interessanter sein kann, als das schönste Spiel im virtuellen Netz. Die eigene Sucht zu erkennen ist ein Problem, weil sich die Mediensüchtigen in ihrer Haut wohl fühlen. Online-Spiele haben unheimlichen Zulauf, Handys nutzen unendlich viele Leute, warum soll ein Betroffener also süchtig sein?

Die Gefahr der Mediensucht besteht darin, dass der Abhängige den Bezug zur Außenwelt mit der Zeit total verliert, er ist zwar in der Lage, das Onlinespiel oder das Handy optimal zu handhaben, kann aber seine Körperpflege vergessen, hält keine Ordnung in seiner Umgebung, hat Probleme mit der ganz normalen Kommunikation, die Fähigkeit der Selbstreflexion, also wie er auf andere Menschen wirkt, geht dem Süchtigen verloren, und es gibt einen Leistungsabfall in Schule oder Beruf. In Dreilützow ging es darum, den jungen Leuten Alternativen aufzuzeigen, sie zu interessieren, dass es außer dem virtuellen Netz vor allem das reale Leben gibt. Und es ging nicht darum, die neuen Medien zu verteufeln, denn mit ihnen richtig umzugehen, ist für viele Berufe eine Grundvoraussetzung.

"Wir hatten zahlreiche Schulklassen aus dem Landkreis hier im Haus, die das Thema für sich entdeckt hatten. Uns ging es darum, den Teilnehmer klar zu machen, wie wichtig es ist, das reale Leben im Blick zu haben und nicht irgendwelche Netz-Welten", sagte Stefan Baerens im Gespräch mit SVZ. Viele Sozialverbände und Schulen waren in das Projekt involviert. Harald Jäger, Marion Haethke und Alenka Baerens kümmerten sich als Erlebnispädagogen um die jungen Teilnehmer, die nach den Worten von Baerens interessiert die Angebote wahrnahmen. Zum Jahresende geht das Medienprojekt ausgewertet.

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