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Hagenower Kreisblatt

24. November 2017 | 14:08 Uhr

Hagenow : Er wird Goldstaub in der Branche

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Über eine Einstiegsqualifizierung der Agentur für Arbeit kam Steven Schadwinkel aus Perdöhl zur Lehrstelle im Fleischwerk Edeka Nord

von
erstellt am 05.Sep.2016 | 21:00 Uhr

Sein erster Start in das geliebte Fleischerhandwerk verlief eher unglücklich, als gewinnbringend.

„Ich habe im Dezember 2015 meine erste Ausbildung in Schwerin bei einer kleinen Firma abgebrochen. Fünf Monate lang durfte ich nur niedrigste Tätigkeiten ausführen, wie Kisten säubern und ab und an Bratwurst aufhängen. Das beherrsche ich, aber ansonsten habe ich leider nicht viel gelernt“, erinnert sich Steven Schadwinkel. Er habe schon immer Fleischer werden wollen, gesteht der gebürtige Perdöhler. Weil man da ständig was zu tun habe. „Den ganzen Tag auf dem Hintern sitzen, ist nicht so meins“, sagt der 20-Jährige, der über eine sogenannte sechsmonatige Einstiegsqualifizierung der Agentur für Arbeit jetzt im zweiten Anlauf zu einer Lehrstelle in der Fleischwerk Edeka Nord GmbH kam. „Hier habe ich mich gleich vom ersten Tag an im Team wohlgefühlt. Man kümmert sich um mich und ist daran interessiert, das ich was lerne.“

Worte, die Matthias-Michael Peter als Ausbildungsleiter sicher gerne hört. „Wir brauchen Fleischer, die sind in der Branche wahrer Goldstaub“, betont der 48-Jährige, zumal dem Beruf leider immer noch das Negativ-Image des Grobschlächtigen anhafte. „Das Bild des Fleischers hat heute so gar nichts mehr mit dem von früher zu tun. An Stelle des Schlachtens ist heute das Veredeln des Fleisches getreten“, sagt der Fleischermeister, der auch Betriebsratsvorsitzender ist. Durch den Einsatz moderner Maschinen habe sich die einst körperlich schwere Arbeit längst gewandelt, berichtet der gebürtige Pinneberger weiter im SVZ-Gespräch. Er selbst sei einer von 412 festangestellten Edekaner, sagt Matthias-Michael Peter sichtlich stolz. Mit Werksvertrag und Arbeitnehmerüberlassung beschäftige die Fleischwerk Edeka Nord GmbH insgesamt etwa 600 Frauen und Männer. Im Drei-Schichtdienst, sieben Tage die Woche.

„Zum 1. September dieses Jahres haben fünf Auszubildende bei uns ihre Lehre begonnen, ein Fleischer, zwei Fachkräfte für Lebensmitteltechnik, ein Mechatroniker und ein Berufskraftfahrer“, informiert Katharina Weste, Personalreferentin und Ausbilderin. Seit Oktober 2006 habe die Firma 65 Lehrlinge ausgebildet. „Der Beruf des Fleischers ist mittlerweile ein recht anspruchsvoller, geht es doch um Herstellung von Ware bis zur fachgerechten Zerlegung, die Einhaltung von Qualitäts- und Umweltvorgaben, betriebswirtschaftliche Aspekte, richtiges Verpacken und Haltbarmachung der Produkte. Unsere Lehrlinge werden somit vielseitig ausgebildet.“

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