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Hagenower Kreisblatt

20. November 2017 | 03:27 Uhr

Hagenow : Entschlammung allein reicht nicht

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Hagenow bereitet umfangreiches Projekt zur Verbesserung der Wasserqualität der Schmaar vor. Förderantrag in Vorbereitung

von
erstellt am 30.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Viele Hagenower werden sich sicherlich noch an die letzte Entschlammung des Mühlenteiches vor Jahren erinnern. Das Wasser wurde abgelassen und der Schlamm mit Lkw abgefahren.

Die Stadt Hagenow bereitet jetzt ein viel umfangreicheres Projekt zur Verbesserung der Wasserqualität der Schmaar vor. Dabei geht es insbesondere um die Nährstoffreduzierung und auch um den Ausbau von Uferbereichen, um die touristische Attraktivität der Bekow  zu erhöhen.

„Wir befinden uns  immer noch in der Vorbereitungsphase. Vorgesehen ist, dass wir als Stadt bis Ende April einen Förderantrag an das staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt stellen werden. Gegenwärtig sind wir dabei, auf Basis der vorhandenen Daten ins Detail zu gehen. Dabei geht es um die Frage, welche Maßnahme  wann und wo im Lauf der Schmaar durchgeführt werden kann“, so Fachbereichsleiter Dirk Wiese. Von den förderfähigen Kosten können bis zu 90 Prozent gefördert werden. 

Technologie steht noch nicht fest

Worum geht es im Einzelnen? Juditha Parusel  von der Verwaltung nennt die Schwerpunkte. „Das Projekt beinhaltet die Entschlammung des Mühlenteiches und  des Sedimentfanges, insgesamt ist von 5000 Kubikmetern Schlamm die Rede. Es geht weiter um die Erweiterungen von Uferbereichen oberhalb des Sedimentfanges und um die Schaffung von zwei Drainteichen oberhalb des Laufes der Schmaar“, erläutert sie das Vorhaben.

Die Gesamtkosten für dieses umfangreiche Vorhaben beziffert Dirk Wiese mit rund 584.000 Euro. Darin enthalten sind u.a. Baustelleneinrichtungen, Nassbagger- und Rohrlegearbeiten, Wasserbauarbeiten, technische Ausrüstungen, landschaftsgärtnerische Arbeiten, um einige Beispiele zu nennen. Die Technologie der Entschlammung des Mühlenteiches wird nach den Worten von Dirk Wiese in der weiteren Ausführungsplanung noch konkretisiert. Denn heute steht schon fest, dass das Abtragen des Sedimentes im Gewässer nicht mehr wie bei der letzten Entschlammung  erfolgen wird. Möglich sind jetzt Saugarbeiten oder ähnliches.

Um das Projekt in Angriff nehmen zu können, wird die Kommune einen vorzeitigen Baubeginn beantragen. Die Stadt rechnet mit einer Förderzusage im kommenden Jahr. Im Haushalt ist der Eigenanteil der Kommune für die Finanzierung  bereitgestellt.

Es geht auch um die Attraktivität der Bekow

Möglich wäre ein Beginn der Arbeiten in der kommenden Winterperiode, nennt Dirk Weise eine Option. Allerdings müsse die Planung noch weiter voranschreiten, Auslegungsfristen einberechnet. Wie Bürgermeister Thomas Möller gegenüber SVZ sagte, ist die Verbesserung der Wasserqualität der Schmaar im Stadtbereich eine Seite einer Medaille. „Wir sind derzeit auch dabei, Planungen aufzustellen, was im Uferbereich der Schmaar in der Bekow möglich ist. Es geht dabei um die Gestaltung von attraktiven Uferbereichen, weil wir die Attraktivität des Naherholungsgebietes erhöhen wollen“, so der Bürgermeister.

Für Andreas Schwebs, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Boize-Sude-Schaale, geht es bei dem Vorhaben zur Verbesserung der Wasserqualität der Schmaar nicht zuletzt um die Umsetzung der europäische Wasserrahmenrichtlinie. Demnach sollten bis 2027 die Gewässer in Europa in einen ökologisch einwandfreien Zustand versetzt werden. Deutschlandweit bestehe nach seinen Worten Handlungsbedarf. Zudem habe der Mühlenteich nicht zuletzt für die Stadt auch eine touristische Bedeutung, weil er mit das Stadtbild prägt.

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