Boizenburg : Entscheidung ist gefallen: Ja zum Grundschulzentrum

Friedericke Schmidt eröffnet die Debatte.
2 von 3
Friedericke Schmidt eröffnet die Debatte.

Stadtvertreter beschließen Ausbau am Standort Ludwig-Reinhard-Schule

23-11367778_23-66107385_1416391975.JPG von
13. März 2015, 13:21 Uhr

Selten hat das Foyer der Tarnow-Schule so viele Besucher einer Sitzung der Stadtvertreter gesehen wie am vergangenen Donnerstagabend. Rund 30 Boizenburger waren gekommen, um ihr Recht auf das Einholen von Informationen bei der Einwohnerfragestunde vor der Sitzung wahrzunehmen und um bei den Beschlussfassungen dabei zu sein. Die meisten waren wegen Tagesordnungspunkt Nummer 18 gekommen: „Grundschulstandort Boizenburg“.

Hinter diesen zwei Worten verbirgt sich eine in den letzten Monaten hochemotional geführte Diskussion über die Zusammenlegung der beiden Boizenburger Grundschulen „Ludwig Reinhard“ und „An den Eichen“. Da beide Grundschulen sanierungsbedürftig sind, stellte sich schnell die Frage, ob nur eine der beiden Schulen saniert werden und zu einem modernen Grundschulzentrum für alle ca. 400 Boizenburger Grundschüler ausgebaut werden sollte, um Kosten zu sparen.

Die Stadt favorisierte diese Variante mit der Überlegung, dass Boizenburg einen qualitativ hochwertigen und wohnungsnahen Schulstandort braucht, um weiterhin für Bewohner und Unternehmen attraktiv zu bleiben. Gerade die neuen Anforderungen der Inklusion, das heißt der Einbeziehung der Kinder mit Behinderungen in den allgemeinen Grundschulunterricht, könnten nur mit einem modernen Grundschulzentrum geleistet werden, meinte Bürgermeister Harald Jäschke auf der Sitzung. Zudem könnte das Nachmittagsangebot an einem Standort viel besser organisiert werden und wäre qualitativ hochwertiger. Das Projekt böte die Chance, daraus eine „Zukunftswerkstatt Grundschule“ zu entwickeln. Nicht zu vernachlässigen sei auch die Einsparung von einer Million Euro durch die geringeren Baukosten dieser Variante.

Die beiden Leiterinnen der Grundschulen hatten in schriftlichen Stellungnahmen vor der Sitzung große Bedenken angemeldet. Diese wurden von den auf der Sitzung anwesenden Eltern, Lehrerinnen und auch einigen Stadtvertretern noch einmal wiederholt: Eine Schule mit so vielen Schülern würde einem Gelingen der Inklusion entgegen stehen. Außerdem würde dann nicht mehr jede Lehrkraft jeden Schüler mit seinen individuellen Fähigkeiten kennen und so nicht seinem jeweiligen Entwicklungsanspruch gerecht werden können.

Friedericke Schmidt von der SPD bat zu Beginn der Diskussion darum, dass sich nach der Entscheidung für einen der beiden Grundschulstandorte die andere Schule auf keinen Fall als Verlierer fühlen solle. An den Planungen für das neue Grundschulzentrum sollten Lehrer und Eltern beider Schulen beteiligt werden.

Die Fraktion der BfB brachte Argumente für eine Vertagung des Beschlusses vor. Dagegen wandten sich fraktionsübergreifend gleich mehrere Stadtvertreter und der Bürgermeister. Die zuständige Staatssekretärin vom Land habe die Stadt vor kurzem aufgefordert, umgehend ein Konzept und eine ungefähre Kostenplanung vorzulegen, damit das Bauprojekt noch in die Landesförderung 2016/2017 aufgenommen werden kann.

Den kompletten Beitrag finden Sie im e-paper Programm unserer Zeitung und natürlich in der Printausgabe am Sonnabend.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen