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Elektronisches Zeitalter beginnt für Wittendörp

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Großgemeinde beschloss umfangreiche Umschuldungsmaßnahmen / Etliche Spenden für Ortsteile geprüft / Neuer Gehweg in Karft

von
erstellt am 30.Mai.2015 | 13:07 Uhr

Die Zeit der dicken Umschläge ist bald vorbei. In den nächsten Monaten werden die Gemeindevertreter mit Tablet-Computern ausgestattet, auf denen sie alle Sitzungs-Unterlagen automatisch erhalten. Das beschloss die Gemeindevertretung Wittendörp auf ihrer Sitzung in Döbbersen am 28. Mai. Die Kosten von 9000 Euro werden sich dabei schnell amortisieren, wie André Bernowitz, Leiter der Finanzverwaltung des Amtes Wittenburg, vorrechnet: „Der kommunale Sitzungsdienst hat die Gemeinde allein im Jahr 2014 fast das Doppelte gekostet. Die Stadtvertretung Wittenburg erprobt das System bereits, und auch in Wittendörp werden die Gemeindevertreter behutsam an die neue Technik herangeführt – für eine Übergangsphase erhalten sie neben den elektronischen Daten auch weiterhin noch alle Dokumente in Papierform.“
Außerdem beschloss die Gemeindevertretung größere Umschuldungsmaßnahmen. Von drei Darlehen mit einer Restschuld von insgesamt 90 000 Euro wird nur noch eines übrig bleiben – mit der Hälfte des Betrags. Und wenn es gelingt, dieses Darlehen wie geplant an den Kredit der Stadt Wittenburg zu koppeln, kann der Zinssatz drastisch reduziert werden.
Das ist auch wichtig, denn es stehen dringende Reparatur- und Neubaumaßnahmen an: Die Gehwege in vielen Ortsteilen sind marode. In Püttelkow, Teilnehmer am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft – unser Dorf soll schöner werden“, denkt man sogar darüber nach, den Weg auf einer Straßenseite komplett zu sperren. Genauso dringender Handlungsbedarf besteht u.a. in Harst und Drönnewitz. Deshalb wird zunächst eine Prioritätenliste erstellt, die Schritt für Schritt abgearbeitet werden kann. Anders sieht die Sache in Karft aus: Hier muss die Gemeinde aus satzungsrechtlichen Gründen noch einmal 25.000 Euro in die Hand zu nehmen, um den neuen Gehweg weiterzubauen. Die Schäden, die schon jetzt an den 2014 fertiggestellten Teilstücken auftreten, werden im Rahmen der Gewährleistungspflicht beseitigt.
Zum Glück ist an anderen Stellen im Etat noch Luft: Die Bürger aus Pogreß, die 3.000 Europ an Spenden für ihren Spielplatz gesammelt haben, kann die Gemeinde mit 1.900 Euro unterstützen. Damit ist der erste Kletterturm gesichert. Die Luckwitzer können sich ebenfalls über eine private Spende für ihren Spielplatz freuen: Das Material für ein neues Spielgerät ist finanziert; aufbauen werden es die Bürgerinnen und Bürger selbst; Kosten für die Gemeinde: keine.


Was lange währt ...


Beinahe bescheiden machte sich der endgültige Abschluss einer jahrelangen Diskussion aus: der Umbenennung von Straßen im Gemeindebereich. Die Gemeindevertreter beschlossen einstimmig, den doppelten Püttelkower Weg in Karft und Dreilützow als letzten Streitpunkt zu beseitigen. Die Straße in Karft mit über 60 Anliegern behält ihren Namen; der Ortsvorstand Dreilützow kann nun einen neuen Namen für „seine“ Straße vorschlagen. Wann die Umbenennung in den 14 Ortsteilen offiziell durchgeführt wird, steht allerdings noch nicht fest.
Genauso einhellig war die Aussage zum regionalen Raumentwicklungsprogramm und den Plänen eines privaten Investors zur Nutzung von Windenergie: Die gesamte Gemeindevertretung lehnt den Bau von Windkraftanlagen auf dem Gemeindegebiet auch weiterhin ab.

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