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Altkreises Ludwigslust : Elektro-Lehrlinge dringend gesucht

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Innung im Landkreis beschreitet neue Wege bei der Werbung für den Nachwuchs und schickt zwei Werbebusse durch den Landkreis

Wem diese Fahrzeuge nicht auffallen, dem sei der Gang zum Optiker dringend empfohlen. Es sind die derzeit wohl am knalligsten gestalteten Nahverkehrsbusse, die die Elektroinnung des Altkreises Ludwigslust auf Werbetour schickt. Ein Bus tourt im Hagenower Bereich, der andere ist im Ludwigsluster Bereich auf gut frequentierten Linien unterwegs. „Wir wollen mit dem Thema auffallen, wir wollen das Interesse junger Leute wecken und nicht zuletzt wollen wir für alle Menschen öffentlich sichtbar sein und auf das Problem aufmerksam machen“, beschreibt Christian Jessel aus Hagenow die Motivation der freiwilligen Lobbyvereinigung der Elektriker. Jessel führt nicht nur selbst einen großen Betrieb, er ist auch Obermeister der Innung, zu der immerhin 58 Betriebe im Bereich des Altkreises Ludwigslust gehören.

Das Problem heißt schlicht Nachwuchsgewinnung und es hat jetzt auch ein so anerkanntes Gewerk wie das der Elektriker erreicht. Waren es früher immer nur die Bäcker oder Fleischer, die schon wegen der schwierigen Arbeitszeiten schlecht Lehrlinge bekamen, ist das Problem jetzt flächendeckend geworden. Vor fünf oder sechs Jahren habe es in vielen Elektrofirmen immer zwei Lehrlinge pro Jahr gegeben, das sei jetzt vorbei, berichtet Jessel. Auch sein Betrieb habe regelmäßig ausgebildetet, doch es werde immer schwerer überhaupt Bewerber zu finden. Jetzt, so habe man es in der Innung beschlossen, müsse man auch neue Wege gehen. „Wir wollen flächendeckend auffallen, dauerhaft und in allen Bereichen, daher haben wir auch zwei Busse auffällig gestalten lassen“, erklärt Jessel die beachtliche Investition. Es ist ja nicht so, dass die Innung in Sachen Nachwuchssuche erst jetzt aufgewacht sei. Elektrofirmen waren so bei fast allen Berufsfindungsmessen präsent, gebracht hat das wenig.

Statt auf vornehmer Zurückhaltung wird nun auf Offensive gesetzt. Die Lehrlinge bei den Elektikern heißen in der Werbekampagne jetzt „E-zubis“, die allerhand coole Sache erlernen können. Was auch im Alltag stimmt, denn der Job besteht längst nicht nur aus Strippen ziehen und Kabel anklemmen. Ohne vernünftige Computerkenntnisse geht gar nichts mehr, jede mittlere Anlage wird inzwischen per Computer eingerichtet und gesteuert. Ein guter Realschulabschluss mit Stärken in Mathematik und Physik ist daher schon optimal als Voraussetzung für die dreieinhalbjährige Ausbildung. Und es gibt mehr Lehrlingsgeld, erst kürzlich wurden die Vergütungen angehoben. Und die sichere Übernahme in den Job gibt es noch dazu, natürlich nur bei bei bestandener Prüfung.

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erstellt am 11.Jan.2014 | 00:33 Uhr

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