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Amt Neuhaus : Elbe stieg hoch wie nie, Touristen blieben weg

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Jahresrückblick Amt Neuhaus: im Juni 2013 stiegen die Fluten so hoch wie nie zuvor / Neue Hindernisse für eine Brücke, aber grandioses Ergebnis bei Bürgerbefragung

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erstellt am 02.Jan.2014 | 14:27 Uhr

Das Jahr fing ja gar nicht schlecht an für die Menschen im Amt Neuhaus, besonders für die Pendler über die Elbe bei Darchau. Der Landkreis subventioniert seit dem 1. Januar 2013 auch die Fährpreise der „Tanja“, so dass es keine Unterschiede mehr zu den Tarifen der Fähre „Amt Neuhaus“ des Landkreises zwischen Bleckede und Neu Bleckede gibt. Am 23. Januar musste die „Amt Neuhaus“ dann wegen Eisgangs ihren Betrieb einstellen, aber diesen Kummer sind die Neuhauser ja gewohnt. Über Ostern war dann die „Tanja“ zwei Wochen wegen des Schiffs-TÜV nicht einsatzfähig. Womit man wieder beim Thema „Brücke“ ist. Der Verein „Brücken bauen“ hatte zu einer Demonstration an der Elbe geladen, um den Wunsch nach einem Brückenbauwerk vor der mit der Landtagswahl gekoppelten Bürgerbefragung noch einmal Nachdruck zu verleihen. Wer dabei war, hat die Bilder noch vor Augen - ein einziges Fackelmeer und etwa 2000 Menschen von links und rechts der Elbe wollten unterstreichen, dass das Amt Neuhaus nur mit einer Brücke endlich ganz zum Landkreis gehört.

Noch überzeugender war die Bürgerbefragung. Mit dem Ergebnis hatte wohl niemand gerechnet und ganz besonders nicht die rot-grüne Mehrheitsfraktion im Lüneburger Kreistag. Nur 28,1 Prozent stimmten gegen eine Brücke, aber 49,5 Prozent uneingeschränkt dafür und immerhin noch 22,4 Prozent, wenn die Kosten gedeckelt werden.


Neue Landesregierung legt Kostendeckel fest


Die Idee mit der Kostendeckelung fand auch die neue Koalition aus SPD und Grünen im hannoverschen Landtag bestechend und legte einen Betrag von 45 Millionen als Obergrenze fest. Der Landkreis treibt trotzdem munter seine Planungen voran, wobei es auch wieder neue Hindernisse gibt, nämlich einen eventuellen Deichbau in Neu Darchau, der natürlich mit einer Brücke abgestimmt und „zusammengestrickt“ werden müsste.

Ja, und im Juni das Hochwasser! Die Vorhersagen waren Furcht erregend, es wurden wieder von vielen freiwilligen Helfern Sandsäcke gefüllt, auf die Deiche gepackt. Vom 5. bis zum 16. Juni war der Katastrophenfall ausgerufen. Niemand, der nicht seinen Wohnsitz im Amt hatte, durfte hinein. Alles ging gut aus, doch nicht wenige machen den Deichbruch bei Fischbeck dafür verantwortlich, dass die Elbe im Unterlauf nicht über die Deiche schwappte. Touristen blieben lange aus.

Trotz dieser großen Bedrohung, ging man schnell wieder zum Tagesgeschäft über. Es gab Geburtstage zu feiern: der Seniorenclub Stapel wurde 20 Jahre alt, der Angelverein Seerose 60 Jahre, der Neuhauser Carneval Club auch 60 Jahre und der Posaunenchor Kaarßen sogar 100 Jahre alt. Trotz des Protests der Einwohner wurde der Konsum in Kaarßen geschlossen. Zur Freude vieler Kunden eröffneten zwei junge Frauen in Neuhaus eine Drogerie. Der Protest gegen neue Pläne für das Pforthaus zeigte Erfolg, das Archezentrum wurde eröffnet, aber eine Feier zum 20. Jahrestag der Rückgliederung wollte der Landkreis nicht. Das kleine Stiepelse baute seinen Mehrgenerationenplatz, die Bücherei bleibt in der Ortsmitte, Verwaltung und Rat haben nur kleine Handlungsspielräume, weil die Schulden auch in 2013 immer weiter gewachsen sind. Der Konflikt zwischen Naturschutz und Landwirtschaft in Preten ist nicht gelöst worden, ein neuer tut sich an der Rögnitz auf. Doch viel gesellschaftliches Engagement Einzelner sorgte auch im vergangenen Jahr für ein reiches Vereins- und Kulturleben.

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