Gemeindevertretung : Eklat: Wittendörp muss Fördergeld zurückgeben

Eindeutiges Ergebnis bei der Abstimmung. Nach dem Motto: „Wir sind dafür, dass wir dagegen sind.“  Fotos: Kuska
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Eindeutiges Ergebnis bei der Abstimmung. Nach dem Motto: „Wir sind dafür, dass wir dagegen sind.“ Fotos: Kuska

Die Dorfstraße in Tessin kann vorerst nicht weiter gebaut werden. Anwohner protestieren bei Gemeindevertretersitzung.

svz.de von
29. September 2017, 21:00 Uhr

Ziemlich leise, beinahe schon kleinlaut wurde Bürgermeister Bernd Ankele auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung von Wittendörp als es zum heiklen Thema Dorfstraße in Tessin kam. Der Grund: Das Fördergeld für die Sanierung muss nun ans Land zurückgegeben werden. Es geht um 260 000 Euro. Auf den Besucherbänken im Drönnewitzer Gemeindezentrum rumorte es. Tessiner Anwohner waren zur Ratssitzung der Großgemeinde Wittendörp gekommen, um zu hören, was die Herren hier beschließen. Und siehe da: Der einstimmige Beschluss lautete, dass das Projekt vorerst auf dem Trockenen liegt und das vorgehaltene Geld vom Land nach Schwerin zurückfließt. „Wir haben uns mit zwei Anwohner-Parteien in Tessin nicht darauf einigen können, wie die Oberflächenentwässerung vorangetrieben wird, um die Straße zu bauen. Und da wir nun den Zeitpunkt für den Start zum Straßenbau überschritten hatten, sind wir dieses Jahr nicht mehr förderfähig“, so Bürgermeister Bernd Ankele. Manuela Tick, Ortsvorsteherin aus Tessin ist enttäuscht und macht eine leicht überzogene aber demonstrative Rechnung auf: „99,9 Prozent der Tessiner wollen die neue Straße und zwei nicht. Nun müssen alle das ausbaden.“ Aller Ärger und Protest jedoch nützt nicht. Die Gemeindevertreter stimmen ab und kommen zum ernüchternden Ergebnis. Die Mittel gehen zurück.

Im Klartext bedeutet das für Tessin, dass in den nächsten Monaten weiter das Chaos vor der Haustür herrscht. Denn die Baugruben zur Entwässerung nerven genauso wie die weiterhin schlechter gewordene Pflasterstraße. Hier wollen die Tessiner mithilfe der Gemeindevertreter versuchen, die Verursacher der zusätzlichen Schäden in Regress zu nehmen.

Dass das Ziel Straßensanierung nun nicht erreicht wurde, stimmt viele missmutig. „Wir hätten hier in der Planung sicher noch mehr Aufwand betreiben  und vor allem mehr Vorlaufzeit in Betracht ziehen können. Mit so viel Gegenwehr hatten wir aber nicht gerechnet“, so der Bürgermeister, der in Vorabbesprechungen sogar kleine Pumpstationen angeboten hatte. Ortsvorsteherin Manuela Tick ist nicht von der Gemeindevertretung enttäuscht. Sie sieht das Problem im eigenen Ort. „Es ist einfach schade, dass wir gemeinsam nicht alle überzeugen konnten.“

Kommentar des Autors: Hausaufgaben machen!
Sechs, setzen. In der Schule hätte es keine andere Benotung geben können für die Wittendörper Gemeindevertreter und das Amt Wittenburg, was das Thema Dorfstraße in Tessin angeht. In Zeiten knapper Kassen, Fördergelder zurückgeben zu müssen, ist nicht nur sprichwörtlich ein Armutszeugnis. Also liebe Ratsmitglieder: Hausaufgaben machen!
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