Darchau-Neu Darchau : Eiswette 2018: „De Elv geiht“

„Thomas, geiht oder steiht de Elv“, rufen die Mitglieder des Eisrates.  Fotos: Tilo Röpcke
„Thomas, geiht oder steiht de Elv“, rufen die Mitglieder des Eisrates. Fotos: Tilo Röpcke

Der Zustand der Elbe brachte am Sonnabend zur traditionellen Eiswette Wettfreunde diesseits und jenseits des Flusses zusammen

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29. Januar 2018, 05:00 Uhr

Während sich am vergangenen Sonnabend die ersten Schaulustigen versammelten sowie der ehrwürdige Eisrat in Frack und Zylinder sich den Weg zum Fähranleger in Neu Darchau bahnte, kontrollierte Henning Bodendieck akribisch seinen großen silbernen Wecker.

„Auch wenn er schon nicht mehr das Original aus dem Jahr 1996 ist, wird er auch bei der mittlerweile 22. Auflage pünktlich um elf Uhr den Beginn  der legendären Eiswette einläuten“, erzählt Henning Bodendieck, der sich schon von Anfang an für diese Aufgabe verantwortlich zeichnet.

Beliebtheit nimmt von Jahr zu Jahr zu

Jörg Neben, Chef der illustren Männerrunde, freute sich im Gespräch mit SVZ, dass die Beliebtheit der Eiswette von Jahr zu Jahr immer größer werde. „Während wir bei unserer ersten Wette im Jahr 1996 noch mit 28 Teilnehmern an den Start gingen, verzeichneten wir 2017 mit 321 Wettern einen neuen Rekord, den wir in diesem Jahr nochmals deutlich überbieten konnten“, berichtet Neben. Von insgesamt 355 teilnehmenden Wettern sagten immerhin 243 Personen den richtigen Fließzustand der Elbe voraus. Diese können sich seit dem vergangenen Wochenende nicht nur als Eisheilige bezeichnen, sondern unterstützen wie in den vielen Jahren zuvor auch die Jugendarbeit links und rechts der Elbe.

Wetterlös soll Arbeit für die Jugend unterstützen„Wir werden pünktlich zum ersten Advent einen vierstelligen Betrag an unsere Jugend übergeben können“, sagt ein sichtlich stolzer Jörg Neben. Diejenigen, die aus dem Mund von Thomas von der Heide nach dem Prüfen des Fließzustandes der Elbe viel lieber den Ausspruch „De Elv steiht“ gehört hätten, erinnerten sich am Sonnabend noch ganz genau an das Jahr 2011, als ihr Fluss bis zur Ortschaft Konau Eisstand zu verzeichnen hatte. „Unser neunköpfiger Eisrat freut sich sehr, dass unsere Eiswette nach der in Bremen zur zweitgrößten Veranstaltung seiner Art gehört sowie sich beide Wetten mittlerweile das Namensrecht sichern konnten“ , erzählt Jörg Neben im Gespräch mit der SVZ. Letzterer bedankt sich ausdrücklich bei den Betreibern der Elbfähre „Tanja“, die den Besuchern der Eiswette die kostenlose Überfahrt zwischen Neu Darchau und Darchau ermöglichten.

„Just for Fun“ heizte den Gästen kräftig ein

Im „Café Rautenkranz“ heizte die Band „Just for Fun“ den Gästen schon von Beginn an kräftig ein. Aber auch die Tanzdarbietungen des Karnevalvereins Neuhaus sorgten für beste Stimmung im kleinen und kuschligen Café an der Elbe.

Entstanden ist die Eiswette im Jahr 1995. Seinerzeit spielte Jörg Neben an einem Wintertag Eishockey in einer zugefrorenen Kuhle in Neu Darchau. Bei dem einen oder anderen wärmenden Getränk wurde dann die Idee der Darchauer und Neu Darchauer Eiswette geboren. Auch wenn alkoholische Getränke dabei eine Rolle gespielt haben sollen, wäre es mehr als vermessen, die Eiswette als eine Schnapsidee zu bezeichnen. Schließlich wurden in den vergangenen Jahren weit mehr als 20 000 Euro für die Jugendarbeit links und rechts der Elbe gesammelt und verteilt. „Auch beide Seiten der Elbe immer dichter zusammen zu bringen, war schon immer unser gemeinsames und ehrgeiziges Ziel“, sagt Neben.

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