Neu Darchau – Darchau : Eisrat fragt: „Wat makt de Elv“?

Der Eisrat bei der Prüfung 2017: „De Elv geiht“ hieß am Fähranleger in Neu Darchau.
Der Eisrat bei der Prüfung 2017: „De Elv geiht“ hieß am Fähranleger in Neu Darchau.

Eiswette 2018 offiziell gestartet. Wettscheine gibt es in allen Gaststätten der Gemeinde.

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07. Dezember 2017, 12:00 Uhr

Geht sie oder steht sie? Das ist auch diesen Winter bei der Eiswette Neu Darchau – Darchau die Frage. Den offiziellen Auftakt zu der Aktion gab der Eisrat jüngst im „Cafe Rautenkranz“, selbstverständlich mit dem Schlachtruf „Wat makt de Elv“.

Seit 22 Jahren ertönt dieser Startschuss zur Eiswette an der Elbe. „1996 haben wir sie gegründet, beim Schlittschuhlaufen“, erzählt Willi Krüger, Mitglied des Eisrats und Mitbegründer der Wette. Nehme man es genau, dann eher nach dem Sport, bei einer gemütlichen Runde in einer Kneipe. „Wir hatten die Idee, dass wir das, was die Bremer seit fast 200 Jahren an der Weser machen, auch an der Elbe machen können.“ Dabei habe man beide Seiten, links und rechts des Flusses, einbeziehen wollen. Und auch wenn es den Gründern vorrangig darum ging die Gemütlichkeit in der kalten Jahreszeit zu fördern, meinen sie es durchaus ernst mit ihrer Wette. Die Regeln haben sie sogar in einer Satzung festgehalten. Gegenstand der Eiswette ist demnach, ob die Elbe am letzten Sonnabend im Januar steht, also zugefroren ist, oder geht, also fließt.

Den Zustand der Elbe stellt dabei der Eis-Sachverständige am betreffenden Tag um Punkt 11 Uhr fest, mit einem lautstarken Ruf „de Elv geiht“ oder „de Elv steiht“. In dieser Wettsaison fällt die Prüfung auf den 27. Januar. Dann trifft sich der Eisrat, wie immer, am Fähranleger in Neu Darchau - und zwar in würdiger Kleidung, auch das ist festgelegt. „Dazu gehört ein weißes Hemd, weiße Handschuhe und ein weißer Schal. Auch eine schwarze Fliege, ein dunkler Mantel und der Zylinder sind vorgeschrieben“, so Krüger. Hält sich eines der sieben Mitglieder des Rates nicht an die Kleidervorschriften, wird derjenige mit einer Strafspende belegt, meist in flüssiger Form.

Genauso wie bei ihrer Kleidung, die immer wieder für Aufsehen sorgt, ist auch das Wettverhalten des Eisrats vorgegeben. Die Mitglieder müssen nämlich darauf tippen, dass „de Elv steiht“. Alle anderen hätten dagegen natürlich freie Wahl.

Ab sofort kann sich jeder, der mitmachen möchte, einen Wettschein in den Gaststätten der Gemeinde holen. Auch auf dem Weihnachtsmarkt in Neuhaus, am 22. Dezember, können Wetten beim Stand des Eisrates abgegeben werden. Der Wettschluss ist am 31. Dezember, um 24 Uhr, der Einsatz beträgt 10 Euro.

Und damit hat sich der Tippgeber zumindest schon ein „Eiswette-Essen“, bestehend aus einer warmen „Hamburger Gekochten“ und Beilage, gesichert. Hat dieser dazu noch den Zustand der Elbe richtig angegeben, gibt es einen Glühwein obendrauf und eine Urkunde, die bescheinigt, dass sich der Gewinner für ein Jahr „Eisheiliger“ nennen darf. Das Gute an der Aktion: Durch falsche Tipps und die „kleinen“ Preise erwirtschaftet der Eisrat jährlich einen Überschuss. „Dieser wird dann beim Auftakt zur nächsten Eiswette an Jugendgruppen ausgezahlt“, erklärt Willi Krüger. „In diesem Jahr konnten wir 1200 Euro an 10 Jugendgruppen verteilen.“ Davon profitierte u.a. der Kinderchor Stapel oder auch die Jugendgruppe des Neuhauser Carneval Clubs. Und da immer mehr Anwohner bei der Wette mitmachen, steigt der Überschuss jährlich. „Angefangen haben wir mit weniger als 40 Wetten, 2017 waren es 321.“ Es sei also egal ob man nun den richtigen oder falschen Tipp abgibt, so Krüger. „Es gewinnen alle: Die Jugendgruppen und die Gemütlichkeit.“

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