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Hagenower Kreisblatt

23. November 2017 | 04:58 Uhr

Eisiges Schmelzwasser sperrte Straßen

vom

svz.de von
erstellt am 09.Jan.2011 | 06:23 Uhr

Perdöhl/Hagenow | Ganze Ströme von Schmelzwasser, der immer noch vereiste Boden und fehlende Abflussmöglichkeiten haben vor allem in der Region rund um Wittenburg zum Teil zu erheblichen Problemen geführt. Zeitweilig waren einige Straßen überflutet und mussten gesperrt werden.

Am schlimmsten war und ist die Lage auf der Verbindungsstraße zwischen Perdöhl und Helm, die gestern noch immer komplett dicht war. In einer Senke strömte dort Schmelzwasser von den umliegenden Feldern zusammen und überflutete die Straße. Eine hoher Damm verhindert an dieser Stelle ein Abfließen, die Senke lief voll wie eine Badewanne. Trotz Warnung und Sperrung rauschte ein ortskundiger Audi-Fahrer an dieser Stelle in den eisigen See und stand dann bis zu den Spiegeln im Wasser. Laut Polizei musste er mehrere Stunden warten, bis die Feuerwehr sein Auto wieder frei schleppen konnte. Diese Straße war im Vorfeld auf Hinweis der Polizei vom zuständigen Bürgermeister gesperrt worden. Kurzzeitig dicht war auch die Landesstraße bei Lehsen, hier konnte die Feuerwehr schnell helfen, am frühen Nachmittag war die Straße wieder frei. Überschwemmungen gab es auch im Bereich Klein Rogahn, bei Warlitz sowie eine Sperrung zwischen Milow und Deibow auf der Landesstraße zwischen Grabow und Lenzen. Dazu meldete die Polizei gestern zahlreiche weitere Einsätze von Feuerwehren, die z. B. in Warlitz das Volllaufen eines Kellers verhinderte. Ebenfalls im Einsatz war die Wittenburger Wehr.

Neben den komplett überfluteten Straßen machten den Autofahrern auch riesigen Pfützen an den Straßenrändern zu schaffen, die teilweise eine Fahrspur bedeckten. Wegen der Gefahr des Aquaplanings half hier nur extrem langsames Fahren oder ein Seitenwechsel.

Während die Zusammenarbeit mit den örtlichen Bürgermeistern und den Feuerwehren praktisch auf Zuruf gut klappte, lässt sich das von den meisten Straßenmeistereien und dem Landkreis nicht sagen. Vor allem die Polizei fühlte sich mit ihren wenigen Kräften mit dem Thema völlig allein gelassen. Der Polizei fehlen nämlich die Möglichkeiten, eine Straße sicher zu sperren. Die Beamten in ihren Streifenwagen haben nur die Ausrüstung, Unfallstellen abzusichern und das auch nicht für Ewigkeiten.

Zuständig sind die jeweiligen Straßenlastträger mit ihren Meistereien oder eben die Gemeinden. Doch nach den Erfahrungen der Polizei war es sehr schwer, irgendwelche Bereitschaftsdienste zu finden, geschweige denn Leute, die bereit waren, zu helfen. Statt dessen holten sich die Polizisten immer wieder Abfuhren und mussten sich Ausreden anhören. Für eine Sperrung einer Straße benötigt man normalerweise eine so genannte verkehrsrechtliche Anordnung.

Was am Wochenende auch fehlte, war z. B. eine Koordination über den Landkreis und den entsprechenden Fachdienst. Das alles sorgte für Frust bei den Beamten, zumal die starke Schneeschmelze seit Tagen angekündigt war und keinen überrascht haben dürfte.

In Grenzen hielt sich auch das Verständnis von Autofahrern bei halbseitigen oder zeitweiligen Sperrungen. Das berichteten z. B. die Kameraden der Lehsener Wehr, die sich vor heranpreschenden Autofahrern während des Einsatzes fast in Sicherheit bringen mussten, um dann auch noch böse Blicke wegen der Behinderung zu kassieren.

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