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Waldweg zwischen Kuhstorf und Redefin : Eisen, Blech und Schrauben auf Redefiner Weg

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Marlies Brandt ist sehr sauer. Auf dem Redefiner Weg, zwischen Kuhstorf und Redefin, hat sie sich gerade vor kurzem wieder einen Reifen kaputt gefahren. Das ist jetzt der vierte, es steckten immer Schrauben im Reifen.

svz.de von
erstellt am 18.Sep.2013 | 11:41 Uhr

Kuhstorf | Marlies Brandt ist sehr sauer. Auf dem Redefiner Weg, zwischen Kuhstorf und Redefin, hat sie sich gerade vor kurzem wieder einen Reifen kaputt gefahren. Marlies Brandt ist Hebamme und daher oft zu Hausbesuchen unterwegs. "Da der Weg die kürzeste Verbindung für mich ist und ich immer etwas unter Zeitdruck bin, fahre ich da öfter lang. Und das ist jetzt der vierte Reifen, den ich mir da kaputt gefahren habe. Es waren immer Schrauben in den Reifen drin", lässt sie ihren Ärger raus. Und sie ist nicht die einzige, die sich auf dieser öffentlichen Straße in den vergangenen Wochen die Reifen beschädigte.

Die Redefiner Bürgermeisterin Roswitha Böbel wie auch der Kuhstorfer Bürgermeister Rudolf Kuhla wissen von mehreren Fällen aus ihren Gemeinden. Der Redefiner Weg durch die Feldmark und durch den Wald darf öffentlich befahren werden und wird regelmäßig im Auftrag der Gemeinden von der Firma MUT Umwelttechnik GmbH in Ordnung gehalten. Die Vermutung liegt deshalb bei vielen nahe, dass in dem ausgebrachten Recycling-Material Eisenteile vorhanden waren, die die Reifen der Fahrzeuge beschädigten.

"In der Vergangenheit gab es nie Probleme mit Fremdstoffen"

Dem Ordnungsamt des Amtes Hagenow Land sind die jüngsten Fälle bekannt. "Wir kontrollierten den Redefiner Weg und haben Eisenteile dort gefunden. Allerdings ist ein gewisser Prozentsatz von Fremdstoffen im Recyc ling zugelassen. Die Firma, die das Recyclingmaterial dort eingebracht hat, hat uns nachgewiesen, dass das Material den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Damit haben wir zunächst alles abgeprüft, was in unserem Ermessensbereich liegt", sagt Janine Holz, Leiterin vom Bau - und Ordnungsamt des Amtes Hagenow Land. Nach den Worten der Redefiner Bürgermeisterin Roswitha Böbel bemüht sich schon seit Jahren die Firma MUT um den Zustand des Weges. "Wir haben in der Vergangenheit nie Probleme mit irgend welchen Fremdstoffen im Recycling gehabt. Und es gab nie platte Reifen, deshalb kann ich jetzt nicht nachvollziehen, warum dort in jüngster Vergangenheit Schäden auftraten. Ich vermute, dass sich in diesem Bereich jemand ausgemistet und sein Zeug dort hingeschmissen hat. Wie gesagt, das ist meine Vermutung. Außerdem ist jeder gut beraten, auf diesem Waldweg mit angemessener Geschwindigkeit zu fahren, auch wenn der gute Zustand dazu verleitet, etwas mehr auf das Gaspedal zu treten", sagte sie gestern auf SVZ-Nachfrage.

Bei der Polizei in Hagenow wurde nach Informationen von Revierleiter Uwe Mathews eine Anzeige aufgenommen. "Eine Dame aus dem Bereich Kuhstorf ist dort langgefahren und hat einen Nagel in einem Reifen festgestellt. Wir haben den Sachverhalt geprüft und nahmen von Amtswegen eine Anzeige wegen des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr auf. Der Fall liegt nun bei der Staatsanwaltschaft vor", bestätigte der Hagenower Revierleiter Uwe Mathews im Gespräch mit SVZ. Wie Roland Rosien, der Geschäftsführer der MUT Umwelttechnik GmbH gestern auf SVZ-Nachfrage sagte, sei das Recycling-Material, das dort eingebracht wurde, in Ordnung.

Kommunaler Schadensausgleich greift bei Nachweis des Schadens

"Es sind Fremdbestandteile in geringem Umfang drinne. Wir haben ordnungsgemäß zertifiziertes Material eingebaut. Die zulässige Beimengungsgröße haben wir nicht überschritten. Allerdings sollten die Fahrzeugführer auf Wegen dieser Art mit angepasster Geschwindigkeit entlang fahren. Wenn jemand das nicht macht, kann es vorkommen, dass etwas durchschlägt und Reifen beschädigt werden können. Natürlich verleitet die Piste zu einer höheren Geschwindigkeit. Uns hat allerdings auch verwundert, dass wir bei einer Nachsuche vor Ort neuere Metallteile gefunden haben. Wie die dort reingekommen sind, kann ich nicht sagen. In den Jahren 2007 und 2008 wurde ein Teil der Trasse saniert. Damals kam nie eine Beschwerde", sagt Roland Rosien mit dem Hinweis, dass entweder noch altes Material wieder hochgekommen sei oder Fahrzeugführer dort eben zu schnell unterwegs seien.

"Wenn ein geschädigter Fahrzeugführer nachweisen kann, dass er sich einen Nagel oder eine Schraube dort auf diesem Weg eingefahren hat, dann kommt der kommunale Schadensausgleich zum Tragen. Allerdings ist der Nachweis relativ schwer. Woher will man wissen, dass man sich den Nagel gerade dort eingefahren hat", gibt die Ordnungsamtsleiterin des Amtes Hagenow Land abschließend im Gespräch mit SVZ zu bedenken.

Für die Hebamme Marlies Brandt aus Kuhstorf indes steht fest, dass sie diesen Verbindungsweg nach Redefin nicht mehr benutzen wird, auch wenn sie es eilig hat.

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