Abberufung von Wehrchef : Einstimmiges Ja für Anhörung der Wehr

Der Moment der entscheidenden Abstimmung.
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Der Moment der entscheidenden Abstimmung.

Stadtvertretung hält am Verfahren zur Abberufung von Wehrchef Schwarz fest

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22. September 2017, 21:00 Uhr

Mit dem einstimmigen Beschluss zur Weiterführung des Abberufungsverfahrens gegen Wehrführer Stefan Schwarz hat die Stadtvertretung am Donnerstag Abend der Bürgermeisterin Margret Seemann den Rücken gestärkt. Mit dem Beschluss ist klar, dass es im nächsten Schritt um die Anhörung der Mitglieder der Feuerwehr gehen wird. Und es geht noch weiter. Da es nicht nur um die Zukunft von Stefan Schwarz als Ortswehrchef sondern auch als stellvertretenden Amtswehrführer geht, gibt es sogar zwei Versammlungen. Die so genannte Gemeindewehr wird auch gefragt, da sind dann neben den Wittenburgern auch die Kameraden aus Perdöhl, Zühr, Körchow und Lehsen mit dabei.

Nach diesen Voten muss die Stadtvertretung erneut entscheiden, dieses Mal über die Abberufung an sich. Bisher hat die Vertretung nämlich noch kein Urteil über Stefan Schwarz gefällt.

Der hat gestern in einem Telefonat angekündigt, dass die Sache sowieso vor dem Verwaltungsgericht landen werde. Stefan Schwarz sieht in dem ganzen Verfahren nichts weiter als einen auf die Spitze getriebenen Rachefeldzug der Bürgermeisterin. Das hat Margret Seemann stets bestritten und auch in der Sitzung der Stadtvertretung immer wieder darauf hingewiesen, dass die Stadt ein faires und sauberes Verfahren wolle.

Die Sitzung hatte mit einem kleinen Eklat angefangen, als der Wehrführer von mehr als 40 seiner Anhänger umgeben, zu einer Erklärung ansetzte. Das wurde von der Bürgervorsteherin Sibyll Moß unterbunden. „Das ist dann Demokratie“ hielt ihr Stefan Schwarz entgegen.

Michael Luchs, Chef der CDU-Fraktion, fand den nun schon so lange andauernden Streit generell nicht gut. Nicht nur er hätte sich ein deutlich schnelleres Verfahren gewünscht. Das sei aufgrund der Kompliziertheit und der Terminverschiebungen leider nicht möglich gewesen, hielt ihm die Bürgermeisterin entgegen. Die CDU-Fraktion nahm sich vor der eigentlichen Abstimmung sogar noch einmal eine Auszeit, stimmte aber der Fortsetzung des Verfahrens dann doch einhellig zu.

Zu den Vorwürfen gegen Schwarz wurde im öffentlichen Teil der Sitzung nur wenig gesagt. Es war immer nur von großen Unregelmäßigkeiten beim Führen der Fahrtenbücher die Rede. Doch in dem gut 60 Seiten umfassenden Dossier der Verwaltung ist von noch viel mehr die Rede, unerlaubte Zwangsbeurlaubungen, eigenmächtige Bestellungen usw. Stefan Schwarz hat all diese Vorwürfe immer deutlich zurück gewiesen. Er freue sich auf die Anhörung seiner Kameraden. „Ich hoffe, dass der Termin auf ein Wochenende gelegt wird, dann könnten alle teilnehmen.“ Inzwischen häufen sich die Stimmen auch von ehemaligen Kameraden, die eine Auflösung und Neugründung der Wittenburger Wehr fordern. Auch diese Möglichkeit, werde geprüft, so Bürgermeisterin Seemann.

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