Valluhn : Einmal Murmansk und zurück

Sie sind auf dem Weg nach Murmansk: die Reisegruppe aus Valluhn.
Sie sind auf dem Weg nach Murmansk: die Reisegruppe aus Valluhn.

Mitglieder des Vereins für Partnerschaften und internationale Begegnungen der Region Zarrentin bringen Austauschstudentin nach Hause

svz.de von
10. Juni 2018, 21:00 Uhr

Ihren Aufbruch in das Abenteuer wird kaum jemand mitbekommen haben. Am frühen Sonntagmorgen haben sie sich auf den Weg gemacht. Denn zu Beginn ihrer Reise stand mit 838 Kilometern gleich die längste Etappe auf dem Plan, von Valluhn nach Norrköping in Schweden. Dort dürfte es schon deutlich frischer als in unserer Region sein, aber noch lange nicht so kalt wie am eigentlichen Zielort der Reisegruppe: Murmansk. Die russische Stadt liegt noch einmal 2000 Kilometer weiter nördlich, als das schwedische Etappenziel.

„Vor zwei Tagen habe ich noch ein Video bekommen, da hat es in Murmansk gerade geschneit“, erzählt Aljona Solodnikova kurz vor der Abreise in ihre Heimat. Die Studentin hat in den vergangenen Monaten ein freiwilliges soziales Jahr an der Fritz-Reuter-Schule in Zarrentin absolviert. Nun geht es für sie wieder nach Hause, und ihre Gasteltern, Uta und Heiko Frank aus Valluhn, lassen es sich nicht nehmen, die junge Russin selbst dorthin zu fahren. Begleitet werden sie dabei von weiteren Mitgliedern des Vereins für Partnerschaften und internationale Begegnungen der Region Zarrentin. Insgesamt haben sich gestern 13 Abenteuerlustige, verteilt auf fünf Autos, auf den Weg gemacht. Und aufregend, da ist sich die Gruppe sicher, wird es werden.

Dabei ist die Fahrt perfekt von Uta Frank vorbereitet worden. Seit Januar hat sie die Etappen geplant, Hotels für Übernachtungen und die Fähren gebucht sowie allen erklärt, welche Papiere sie brauchen. „Das war schon ein wenig problematisch. Wir haben uns in verschiedenen Internetforen erkundigt, was wir alles für die Fahrt nach Russland brauchen, zum Beispiel einen internationalen Führerschein oder ein Visum“, erklärt Uta Frank. Dabei seien die Information, was wirklich benötigt wird, unterschiedlich gewesen. „Auf manchen Seiten hieß es beispielsweise, dass wir auch einen internationalen Zulassungsschein für das Auto brauchen, auf anderen wiederum, dass sie nicht nötig ist.“ Sie habe dann die sichere Variante gewählt und sich die Zulassung geholt. Für andere Mitglieder der Reisegruppe könnte es aber an der EU-Außengrenze zu Russland spannend werden, sie haben auf den Schein verzichtet.

Zumindest die Franks und Aljona Solodnikova können aber auf jeden Fall weiter fahren. Und das ist auch wichtig: „Ich habe die Woche noch eine Prüfung“, erzählt die Studentin. Sie habe nämlich ihre Ausbildung zur Lehrerin per Fernstudium fortgesetzt, damit sie das Jahr nicht verliert. Deshalb sei es nötig, dass die Gruppe wie geplant am Mittwoch in Murmansk eintrifft.

Danach können die Reisenden kurz entspannen. Vier Tage werden sie im Norden Russlands bleiben. Kommenden Montag wollen sie dann zurück, auf der Route über Finnland. „Wir fahren einmal um den Bottnischen Meerbusen herum. Wir wollen nämlich auch Skandinavien sehen“, meint Heiko Frank.

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