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Hagenower Kreisblatt

23. November 2017 | 16:09 Uhr

Picher : Einmal Moskau und wieder zurück

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Abenteuerer aus Mecklenburg nach 5000 Kilometer langer Fahrt mit dem Wolga wieder zu Hause. Reise diente der Völkerverständigung

svz.de von
erstellt am 10.Okt.2017 | 21:00 Uhr

„Ich möchte einfach nur noch schlafen“, sagt Steffen Holz aus Picher. Zusammen mit sieben Bekannten hat er in den vergangenen zehn Tagen 5000 Kilometer hinter sich gebracht – von Schwerin nach Moskau und zurück. „Wir sind physisch und psychisch an unsere Grenzen gekommen“, so der Radiomoderator. Das lag nicht zuletzt auch an einem Auto, das die Gruppe für ihre Reise ausgewählt hatte.

„Holger Hempel aus Gadebusch wollte unbedingt so eine Fahrt mit seinem Wolga machen“, erzählt Holz.„Außerdem wollten wir uns ein Bild davon machen, wie die Lage um die deutsch-russische Freundschaft bestellt ist.“ Am ersten Oktober um 11 Uhr war die Gruppe mit dem alten Wolga M21, Baujahr 1965, und zwei Begleitfahrzeugen in Schwerin gestartet. Das Ziel: In 100 Stunden soll der Oldtimer auf dem Roten Platz in Moskau stehen.

„Das war aber gar nicht so einfach, der Platz ist nämlich eigentlich für Privatfahrzeuge gesperrt.“ Nur durch Kontakte von Magamed Ibragimov, dem Dolmetscher, der die Gruppe begleitete, sei das Vorhaben gelungen. „Der Wolga durfte auf den Roten Platz fahren. Dann haben wir zehn Minuten zum filmen und fotografieren, bekommen“, so Holz. Und da sie es tatsächlich knapp in der vorgegebenen Zeit bis an die Zwiebeltürme geschafft haben, nach eigenen Angaben in 98 Stunden, war die Freude noch größer. Daran geglaubt hatte die Gruppe schon selbst nicht mehr, denn am Grenzübergang von Weißrussland zu Russland hatten die acht Männer sehr viel Zeit liegen gelassen.

„Am Grenzübergang hinter Minsk hat man uns nicht durch gelassen, obwohl das eigentlich so vereinbart war. Deshalb mussten wir einen insgesamt 500 Kilometer langen Umweg fahren.“ Aber auch am zweiten Grenzübergang habe es Probleme gegeben, vor allem mit den Begleitfahrzeugen. Denn Ulf Leppin aus Gadebusch und Steffen Holz waren mit Dienstwagen unterwegs. Um damit nach Russland einfahren zukönnen, braucht der Fahrer nicht nur einen Nachweis, dass er für die Firma, auf die das Auto zugelassen ist, arbeitet, sondern auch, dass er das Fahrzeug führen darf. „Unglaublich“, so Steffen Holz. „Dabei ist Ulf Leppin selbstständig. Er musste also für sich selbst eine Erlaubnis ausstellen.“ Über fünf Stunden hing die Reisegruppe am Grenzübergang und über dem nötigen Papierkram fest, bis sie schließlich durchgewunken wurden.

Trotz der kleineren Probleme, auch immer wieder mit dem Wolga, wenig Schlaf und Stress, sind die Männer froh die Reise unternommen zu haben. „Ich würde sofort wieder fahren. Das Ziel war Völkerverständigung und dafür ist kein Aufwand zu groß“, so Holger Hempel, bei der Ankunft gestern Abend in Dreenkrögen. „Jeder Dritte, der uns in Russland überholt hat und unser Kennzeichen sah, hupte und hielt den Daumen nach oben.“ Darüber hinaus berichtete ein russischer Radiosender und ein Fernsehteam über die Abenteurer aus Deutschland. Und darauf gab es dann am Ziel erst einmal eine Soljanka und russischen Sekt, auch für den Wolga.

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